Im Dezember 2012 allerdings muss Stevens inmitten einer sportlichen Krise gehen. Es übernimmt der bisherige U-17-Trainer Jens Keller. In der Saison 2013/14 spielen die Königsblauen unter Keller die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte. Trotz ständiger Kritik boxt sich Keller in seiner 22-monatigen Amtszeit immer wieder durch. Im Oktober 2014 hat der Verein aber genug vom ständigen Auf und ab und setzt Keller wegen fehlender Stabilität vor die Tür
Jens Keller ist seit Dezember 2012 Schalke-Coach © getty

Die Schalker Trainerfrage bleibt ein Verwirrspiel. Keller soll zunächst bleiben, Schaaf aber schon ein Vertrag vorliegen.

Von Denis de Haas

München - Die Zeit drängt. Bereits in 17 Tagen brechen die Schalker zum Wintertrainingslager auf.

Vor dem Abflug nach Doha muss der Verein jedoch eine wichtige Frage klären: Welcher Cheftrainer checkt im Fünf-Sterne-Hotel ein? Mittlerweile verdichten sich die Anzeichen, dass Jens Keller wie schon in der Vorsaison den Reiseleiter machen wird. Der Ex-Bremer Thomas Schaaf ist immer noch ein Thema - aber wohl erst zur kommenden Saison.

Am Sonntag berichteten die "Ruhr Nachrichten" noch von einer schnellen (Ab-)Lösung. Demnach sollte der ehemalige Werder-Coach Schaaf schon in der Winterpause die Königsblauen übernehmen.

Alles klar? Mitnichten. Am Dienstag berichtete die gleiche Zeitung, dass Keller auch in der Rückrunde Trainer der Schalker Profis bleiben darf (Mehr zum Thema ab 18.30 Uhr bei Bundesliga Aktuell LIVE im TV auf SPORT1).

Gnadenfrist nach großer Sitzung?

Zwischen diesen beiden Meldungen lag eine große Sitzung von Aufsichtsrat und Vorstand. Dort wurde Keller offenbar eine Gnadenfrist gewährt.

Womöglich hat Schaaf auch um einen späteren Einstieg gebeten. Die "Bild" berichtet zwar von einem unterschriftsreifen Vertrag bis Juni 2017, der schon zum Jahresbeginn in Kraft treten könnte.

Ein Einstieg zur Saison 2014/15 hätte für Schaaf aber zwei Vorteile: Er könnte im Hintergrund schon an einem Kader basteln und unverbraucht in die neue Spielzeit gehen.

Minimalziel Platz vier

Übernähme der 52-Jährige ab sofort, müsste er eine Aufholjagd starten. Aktuell hat Schalke fünf Punkte Rückstand auf Rang vier, die Eintrittskarte zur Champions-League-Qualifikation. Diesen Platz haben die Königsblauen im Sommer zum Minimalziel auserkoren.

"Wenn Schaaf diesen Platz am Ende verpasst, hat er in kurzer Zeit schon ordentlich Kredit verspielt", erklärt SPORT1-Kolumnist Thomas Berthold.

Ein großer Verlierer in diesem Verwirrspiel steht indes schon lange fest: Jens Keller. Seinen Job dürfte er zwar behalten ? allerdings als "lame duck". Eine lahme Ente, die jederzeit zum Abschuss freigegeben werden kann.

Permanent unter Druck

Doch diese Situation kennt Keller bereits. "Ich stehe doch schon unter Druck, seitdem ich hier bin", erklärte der 43-Jährige am Sonntag vor dem Spiel gegen den SC Freiburg.

Womöglich wollen die Schalker Kellers Leidensfähigkeit honorieren, und ihm nach seiner Ablösung den Job als Trainer der Regionalliga-Mannschaft geben.

Die nächsten Tage wird er aber noch auf dem Hauptplatz arbeiten, um seine Truppe auf das Duell mit dem 1. FC Nürnberg vorbereiten.

"Wir werden uns wie geplant nach dem Spiel in Nürnberg beraten und eine Entscheidung fällen", sagte Klubchef Clemens Tönnies.

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