Für SPORT1-Kolumnist Berthold ist bei den Königsblauen nicht der Coach das Problem. Schaaf könnte direkt unter Druck geraten.

Hallo Fußball-Freunde,

nun soll es scheinbar Thomas Schaaf auf Schalke richten. Der Verein hat in den vergangenen Jahren schon die komplette Trainerbandbreite präsentiert: vom erfahrenen Rückkehrer Huub Stevens bis hin zu Jens Keller, der aus dem eigenen Nachwuchsbereich kommt.

Dass es nicht bei Schalker zuletzt nicht so lief wie gewünscht, liegt aber nicht am Trainer. Was dem Verein fehlt, ist eine klare Strategie. Die Verantwortlichen wie Clemens Tönnies müssen sich hinterfragen, ob ihre Strukturen für erfolgreichen Profifußball ausreichen.

Natürlich ist Schalke für Schaaf eine tolle Herausforderung. Es ist ein großer Verein mit Ambitionen. Aber er steigt zu einem ungünstigen Zeitpunkt ein. Er hat in der Winterpause kaum Zeit, die Mannschaft kennen zu lernen. Es wird schwer, gute Transfers zu machen.

Und die sportlichen Aufgaben werden nicht leichter: In der Champions League sind die Chancen aufs Viertelfinale verschwindend gering und in der Bundesliga hat Schalke schon fünf Punkte Rückstand auf Rang vier. Wenn Schaaf diesen Platz am Ende verpasst, hat er in kurzer Zeit schon ordentlich Kredit verspielt.

Bei seinem Ex-Klub sind die Probleme noch größer: Ich habe schon zu Saisonanfang gesagt, dass Bremen aufpassen müssen, nicht unten reinzurutschen. Die haben aktuell noch Glück, dass auch andere Vereine Probleme haben: Freiburg hat Probleme durch die vielen Verletzten und Braunschweig tut sich als Aufsteiger generell schwer.

Trotzdem ist Bremen bis zum Schluss gefährdet, wenn es Robin Dutt nicht schafft, die Kompaktheit hinzubekommen. Das ist die große Herausforderung für den Trainer: Man muss ja nur mal schauen, wie viele Gegentore Werder bekommen haben.

Die Meisterschaft ist dagegen schon entschieden: Wer von der Konkurrenz soll in der Rückrunde denn auch drei Spiele mehr gewinnen als die Bayern? Es geht eigentlich nur noch um Platz zwei und drei.

Bis zum nächsten Mal,Euer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf schreibt wöchentlich als Kolumnist für SPORT1.

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