Franck Ribery spielt seit 2007 für den FC Bayern © getty

Ribery ist schon vor dem ersten Spiel der Bayern bei der Klub-WM die größte Attraktion Marokkos. Die Nordafrikaner lieben ihn, er liebt zurück.

Aus Agadir berichtet Tom Vaagt

Agadir - An der Fassade des Stadions von Agadir sind die Rollenverhältnisse noch klar verteilt.

König Mohammed VI. blickt von dort seinem Volk entgegen. Überlebensgroß und in staatsmännischer Pose.

Wagte man sich am Sonntagabend in die Arena hinein, wurde aber schnell klar, dass Marokko in diesen Tagen der Klub-WM noch über einen weiteren zumindest kleinen Herrscher verfügt.

Der FC Bayern hatte vor dem Halbfinale am Dienstag gegen Asiens Champions-League-Sieger Guangzhou Evergrande aus China zur Pressekonferenz geladen. Und die Hauptattraktion des Triplesiegers hielt Hof: Franck Ribery.

Liebeserklärung an Marokko

Kaum ein Kameraobjektiv war nicht unablässig auf den Franzosen gerichtet. Und Ribery sprach.

Über seine mögliche Wahl zum Weltfußballer: "Eine große Ehre." Über die Vereins-Weltmeisterschaft: "Eine wichtige Trophäe für uns und den Klub." (DATENCENTER: Der Spielplan der Klub-WM)

[image id="fd32a8aa-63bf-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Und dann liebte er bei all der Anerkennung, die er seit der Landung in Agadir am späten Samstagabend erfahren hatte, auch reichlich zurück.

"Ich bin Moslem. Für mich ist es etwas Besonderes in diesem muslimischen Land zu sein", sagte der Flügelstürmer: "Ich freue mich sehr. Es ist schön, mit den Leuten Kontakt zu haben und mit ihnen Fotos zu machen."

Weltstar als beliebtes Motiv

Manch einer der Anwesenden schien dies als Aufforderung verstanden zu haben.

Kaum verließ Ribery das Podium, wiederholte sich das Schauspiel vom Vorabend am Flughafen von Agadir. (BERICHT: Bayern wankt und wackelt zur Klub-WM)

"Franck, Franck, Franck", hallte es ihm entgegen. Dann machte es "klick, klick, klick", und Ribery hatte wieder ein paar Marokkaner glücklich gemacht.

Auch hier ist er der Star. Nicht weniger als in Deutschland. Und würde die Klub-WM wie zuletzt erneut in Japan ausgetragen werden, wäre der Hype um den 30-Jährigen trotz der dann fehlenden religiösen Verbundenheit wohl auch nicht geringer.

Der Beste der Besten

Ribery, das ist ein Markenzeichen. Schon lange nicht mehr viel weniger wert als - sagen wir mal - Coca-Cola oder Apple.

Und schon gar nicht als Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo, die ihm am 13. Januar in Zürich den Titel des Weltfußballers noch wegschnappen können.

Der Wahlvorgang ist bereits beendet. Riberys Auftritte in Marokko haben also keinen Einfluss mehr auf das Ergebnis - und doch bietet sich dem Star mit seinem FC Bayern in den kommenden Tagen noch einmal die ganz große Bühne.

Nach dem Motto: Seht her, wir sind die Besten der Welt. Und das ist unser Allerbester.

"Krönender Abschluss des Jahres"

"Wir wollen den krönenden Abschluss des Jahres schaffen", sagte FCB-Torhüter Manuel Neuer, der am Sonntagabend neben Ribery saß und in die Augen der Weltpresse schaute (NEWS: Neuer warnt vor Lippi).

Für die Bayern wäre es nach Champions League, deutscher Meisterschaft, DFB-Pokal und dem Europäischen Supercup der fünfte Titel des Jahres.

Ribery hat allerdings noch mehr zu bieten. Er ist zudem Europas Fußballer des Jahres und Frankreichs Fußballer des Jahres.

Für alle, die beim Zählen jetzt nicht mehr mitgekommen sind: Inklusive der möglichen Siege bei der Weltfußballer-Wahl und bei der Klub-WM könnte es Ribery in diesem Jahr auf insgesamt acht Titel bringen.

Eine wahrlich königliche Bilanz.

[kaltura id="0_6pam61hp" class="full_size" title="Bayerns Jagd auf n chsten Titel"]

Weiterlesen