Coach Jens Keller (l.) steht mal wieder im Schatten. Dieses Mal in jenem von Rückkehrer Kyriakos Papadopoulos (2.v.r.) © getty

Der mühevolle Sieg gegen Freiburg lässt Schalke 2013 daheim noch mal jubeln. Doch der Coach wackelt nach wie vor.

Gelsenkirchen - Nach dem kuriosen und glücklichen Sieg hieß der gefeierte Mann auf Schalke wieder einmal nicht Jens Keller.

Auf dem Zaun stand nach dem mühsamen 2:0 (1: 0)-Sieg gegen Abstiegskandidat SC Freiburg dafür Kyriakos Papadopoulos.

Der Grieche wurde von den Fans für sein Comeback nach mehr als einem Jahr Verletzungspause euphorisch gefeiert und schaute sich fast schon verlegen nach seinen Mannschaftskollegen um.

Der umstrittene Keller freute sich "für Papa, der eine lange Leidenszeit hatte", verspürte selbst aber keinerlei Erleichterung. ( 820738 DIASHOW: Die Bilder des 16. Spieltags )

"Was heißt, ich war unter Druck? Ich habe das Gefühl, dass ich weiter unter Druck bin und dass es immer so ist", sagte der Coach bei "Sky".

Humor und Freude bei Keller

Sein Team war zuvor durch ein Eigentor und einen Elfmeter zum Sieg gekommen.

Doch bei all der Anspannung verlor Keller nicht seinen trockenen Humor.

"Hätte ja eh keiner gedacht, dass ich so lange hier bleibe", sagte der 43-Jährige.

Dank Eigentor auf Kurs

Nach dem Einzug ins Achtelfinale der Champions League verkürzten die Gelsenkirchener damit immerhin den Rückstand auf die Plätze für Europas Königsklasse auf fünf Punkte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Viele Argumente für eine Weiterbeschäftigung Kellers, der am Montag ein Jahr im Amt ist, lieferten sie mit einer über weite Strecken schwachen Leistung aber nicht.

Bezeichnenderweise brachte den Bundesliga-Sechsten erst ein Eigentor von Nicolas Höfer (44.) am Ende einer unglaublich schlechten ersten Hälfte auf den Weg zum Sieg.

Keller: "Jedes Bein hat gezittert"

Für die Entscheidung sorgte Jefferson Farfan (67.) per Foulelfmeter.

"Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht. In der ersten Halbzeit haben wir alle schlecht gespielt. Da hat jedes Bein gezittert. Aber wir haben schon oft genug Pech gehabt, heute war das Glück mal auf unserer Seite", sagte Keller.

Und fügte an: "Wir sind froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Der Sieg tut dem ganzen Verein gut."

Streich: "Unmögliches möglich machen"

Über die Zukunft Kellers wird nach dem letzten Hinrundenspiel am kommenden Samstag wohl beim noch sieglosen 1. FC Nürnberg entschieden.

Während Keller noch gar nicht weiß, ob er überhaupt eine Zukunft auf Schalke hat, gehen die Freiburger dieser mit gedämpfter Hoffnung entgegen.

"Wir gehen in die Rückrunde und versuchen, das Unmögliche möglich zu machen", erklärte Trainer Christian Streich, der vor allem die Belastung in der Hinrunde für die kraftlose zweite Halbzeit verantwortlich machte.

Freiburg am Limit

"Die Jungs haben heute das 25. Spiel gemacht. Wir wechseln Amateurspieler ein, die man langsam aufbauen müsste, weil alle an der Kante sind. Wir haben am absoluten Limit gespielt", ergänzte der Coach

Um das Jahr 2013 halbwegs versöhnlich abzuschließen, wäre ein Sieg noch wünschenswert aus Breisgauer Sicht.

Gegen die auswärts noch punktlosen Hannoveraner ist dies ein hoffnungsvolles Unterfangen - um den Funken Hoffnung für die Rückrunde noch mehr zum Glimmen zu bringen.

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