Lucien Favre arbeitet seit 2011 als Trainer für Borussia Mönchengladbach © imago

Das Ende der Siegesserie trübt die Gladbacher Stimmung nicht. Die Fans träumen von der Champions League - und einer Verlängerung.

Mainz - Von Enttäuschung war bei den ehemaligen Seriensiegern von Borussia Mönchengladbach nichts zu spüren.

"Kommt auch mal vor", sagte Max Kruse lapidar nach dem 0:0 beim FSV Mainz 05 (BERICHT: Mainzer Bollwerk hält).

Schließlich, so der Nationalspieler weiter, "war ja klar, dass wir nicht jedes Spiel in der Bundesliga gewinnen können. Wir haben jetzt 32 Punkte - das ist eine sehr gute Ausbeute."

Einen Spieltag vor dem Ende der Hinrunde dürfen die Fans der Fohlen, die auch in Mainz wieder zu Tausenden für lautstarke Unterstützung gesorgt hatte, tatsächlich weiter von der Champions League träumen.

Platz vier ist dem Team von Trainer Lucien Favre vor Weihnachten nur noch theoretisch zu nehmen.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Keinen Grund zur Korrektur

Von (noch) mehr ist bei der Borussia allerdings (noch) keine Rede.

"Es gibt keine Grund, unsere Ziele zu korrigieren", sagte Sportdirektor Max Eberl, der vor der Saison mit den Europa-League-Anwärtern der Liga "auf Augenhöhe" spielen wollte.

Das sei eine legitime Vorgabe, meinte der 40-Jährige, der bereits vor dem Spiel seinem Coach eine baldige Vertragsverlängerung in Aussicht gestellt hatte.

"Mit Lucien Favre haben wir einen Glücksgriff getan. Er ist ein phantastischer Trainer, der bei uns überragende Arbeit macht, mit dem es richtig Spaß macht, zusammenzuarbeiten. Demnächst werden wir die Gespräche beginnen lassen, den Vertrag zu verlängern", sagte Eberl vor dem Spiel bei "Sky".

Dass die Rheinländer während des Spiels zwischenzeitlich sogar am strauchelnden Vizemeister Borussia Dortmund (2:2 bei 1899 Hoffenheim) vorbei auf Platz drei gezogen war, wollte auf dem Rasen kein Gladbacher mitbekommen haben.

Wolfsburg zum Jahresabschluss

Für Favre, der sich mit Taktikfuchs-Kollege Thomas Tuchel nach der Pressekonferenz in den Mainzer Katakomben noch freundschaftlich austauschte, zählte ohnehin "nur die nächste Woche" ( 820738 DIASHOW: Die Bilder des 16. Spieltags ).

Dann fordern die Gladbachern den Verfolger aus Wolfsburg.

Sein Team werde um jeden Punkt kämpfen, versprach der Schweizer Coach, der zum sechsten Mal in Folge die gleiche Startelf aufs Feld geschickt hatte:

"Wir geben unser Bestes. Mit 32 Punkten können wir aber schon positiv denken."

Genau wie Tuchel, berichtete Favre nach dem Plausch mit dem Mainzer Trainer, "kann ich mit dem 0:0 gut leben".

Taktisch starke Mainzer

Gegen die taktisch clever aufgestellten Rheinhessen habe "der letzte Pass gefehlt", sagte Favre, dem zur Einstellung seines persönlichen Hinrunden-Rekords (33 Punkte) am vierten Advent gegen den VfL Wolfsburg noch ein Zähler fehlt:

"Mainz hat nicht viele Torchancen gehabt, aber es war kein Ziel, defensiv zu spielen."

Das in den vergangenen Wochen so famose Offensivquartett mit Kruse, Raffael, Juan Arango und Patrick Herrmann blieb bei der Borussia diesmal über weite Strecken wirkungslos.

"Aber gerade in so einem Spiel muss dann die Qualität da sein, dass es 0:0 ausgeht", sagte Kruse:

"Es war sehr, sehr schwierig, die Lücke zu finden."

Tuchel lobt die Konzentration

Weil es eben nicht zwei Zähler mehr wurden, waren auch die Gastgeber nach ihrem letzten Heimspiel des Jahres rundum zufrieden.

"Uns hat selber das Vertrauen gefehlt, vielleicht auch durch die etwas veränderte Grundordnung. Umso mehr kann ich diesen Punkt wertschätzen, das geht total in Ordnung", meinte Tuchel.-

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