Diego (l.) und Ricardo Rodriguez (M.) trafen gegen Stuttgart © getty

Beim VfL Wolfsburg harmonieren junge und alte Spieler. Trainer und Manager beschäftigen sich trotzdem noch nicht mit den Top 4.

Wolfsburg - Im Rennen um die Champions League ist der VfL Wolfsburg derzeit der lachende Dritte, doch beim Deutschen Meister von 2009 will man von einem Angriff auf die Spitzenteams nichts wissen.

"Es ist schön, dass man meint, wir wären soweit. Aber es gab auch Szenen, in denen man erkannt hat, dass wir noch nicht so weit sind", sagte VfL-Trainer Dieter Hecking nach dem 3:1 (1:0) gegen den VfB Stuttgart im "ZDF".

Wolfsburgs Manager Klaus Allofs ergänzte: "Wir sind noch nicht in einem Atemzug mit den Spitzenteams zu nennen. Wir sind noch nicht konstant genug."

Acht Spiele ungeschlagen

Dabei sprechen die Fakten eine andere Sprache: Seit acht Ligaspielen (6 Siege, 2 Remis) sind die Niedersachsen ungeschlagen, die Konkurrenten Borussia Mönchengladbach und Vizemeister Borussia Dortmund sind in Schlagdistanz gerückt(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Langsam, stetig und weitestgehend im Schatten der Top 4 hat sich der VfL zu einem ernsthaften Aspiranten für die Königsklasse aufgeschwungen.

"Im Moment läuft es, wir wollen die Situation ausnutzen. Aber wir schauen nicht auf andere", betonte Allofs. Dabei beträgt der Rückstand auf Gladbach und Dortmund nur noch drei Punkte, zum Abschluss der Hinrunde kommt es am Niederrhein zum direkten Duell der Tabellennachbarn.

Sollte Heckings Team auch bei den extrem heimstarken Gladbachern bestehen - der VfL wäre nach dem durchwachsenen Saisonstart eine der großen Überraschungen der ersten Saisonhälfte.

Hinrundenrekord noch möglich

Bei einem Sieg würden die Wolfsburger sogar die beste Hinrunde ihrer Bundesliga-Geschichte spielen.

Allofs und Hecking haben es offenbar geschafft, aus der hochbezahlten und hochbegabten Ansammlung von Einzelspielern eine echte Mannschaft zu formen. Zudem stimmt die Mischung innerhalb des Teams( 820738 DIASHOW: Die Bilder des 16. Spieltags ).

Neben jungen Spielern wie Maximilian Arnold (19), Ricardo Rodriguez (21) und Robin Knoche (21) sorgen Routiniers wie Naldo, Luiz Gustavo, Diego und Ivica Olic für die Erfahrung.

Und während sich die in der Vergangenheit oft gescholtene Defensive zu einer der besten der Liga gemausert hat, ist im Angriff ohnehin genug Qualität vorhanden.

Erfolg bei Freistößen

Notfalls kann sich der VfL auch noch auf seine Standards verlassen - wie gegen Stuttgart. Rodriguez (38.) und Diego (53.) waren mit Freistößen erfolgreich, nach dem Anschluss durch Timo Werner (57.) stellte Ivan Perisic (78.) den Endstand her (BERICHT: Wolfsburg auf Kurs).

"Ich habe es mir vor der Saison gewünscht, dass es so läuft", sagte der starke VfL-Torhüter Diego Benaglio: "Die Mannschaft ist zusammengewachsen, und auch mit dem Trainerteam passt es sehr gut. Die 29 Punkte kommen nicht von ungefähr."

Doch während Trainer und Manager betonten, nicht auf die anderen Mannschaften an der Spitze zu schauen, ließen die Spieler etwas anderes erkennen.

Patzer freuen Benaglio

"Natürlich ist es immer schön zu gewinnen. Und wenn die anderen mitspielen, ist es auch nicht schlecht", sagte Benaglio mit Blick auf die Unentschieden der Konkurrenten aus Dortmund und Gladbach.

"Wegen der anderen Ergebnisse wussten wir, dass wir gewinnen sollten", sagte auch Torschütze Diego.

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