Mike Frantz (r., mit Leon Andreasen) und der 1. FC Nürnberg sind in dieser Saison weiterhin sieglos © getty

Nürnberg gibt eine klare Führung aus der Hand und bleibt sieglos. 96 gibt Trainer Slomka Schonfrist, tritt aber auf der Stelle.

Hannover - Schonfrist für Trainer Mirko Slomka bei Hannover 96: Trotz eines 0:3-Rückstands nach einem phasenweise undiskutablen Auftritt gegen den 1. FC Nürnberg retteten die Niedersachsen mit einem fulminanten Endspurt beim 3:3 (0:3) gegen die weiterhin sieglosen Franken doch noch einen Punkt.

Während der Club auch im siebten Spiel unter Trainer Gertjan Verbeek ohne Dreier blieb, tritt Hannover weiter auf der Stelle. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Adam Hlousek traf vor 38.100 Zuschauern nach 30 Spielminuten mit einem abgefälschten Fernschuss zum 1:0 für die Gäste. Josip Drmic (38.) per Linksschuss und Innenverteidiger Per Nilsson mit einem Kopfball erhöhten noch vor der Halbzeitpause (41.). Leonardo Bittencourt (60.), Mame Diouf (87. und 90.+2) trafen für Hannover zum Ausgleich. ( 820738 DIASHOW: Die Bilder des 16. Spieltags )

DIe Nürnberger fühlen sich vom Schiedsrichtergespann um Thorsten Kinhöfer jedoch klar benachteiligt. Denn Diouf erzielte das 2:3 aus klarer Abseitsposition. "Durch so eine Entscheidung wirst du um deinen Lohn gebracht, das schmerzt total", ärgerte sich Club-Manager Martin Bader bei "Sky".

96 mit zu vielen Fehlern

Die Gastgeber leisteten sich im ersten Durchgang zu viele Fehler in der Defensive, Nürnberg schlug eiskalt zu. Dabei hatten die Niedersachsen nach zuletzt äußerst dürftigen Leistungen alles versucht, um die Wende zu schaffen.

Manager Dirk Dufner hatte die Mannschaft öffentlich in die Pflicht genommen, Slomka einen Sportpsychologen um Rat gebeten. Doch der erhoffte Effekt blieb aus.

Für die erste Torchance sorgte der Club. Stürmer Daniel Ginczek tauchte vor Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler auf, der sich vom lässigen Lupfer des FCN-Torjägers aber nicht überraschen ließ (5.).

Die Nürnberger, die mit ihrer Sieglos-Serie einen negativen Bundesliga-Rekord aufgestellt hatten, waren zu Beginn das aktivere Team, agierten vor dem Tor jedoch zu unentschlossen.

Club hellwach und effektiv

Dies hätte sich nach 13 Minuten fast gerächt, als Diouf nach der ersten gelungenen Kombination der Gastgeber nur knapp verzog. Club-Torwart Rafael Schäfer wäre bei der Direktabnahme machtlos gewesen. Slomka sah seine Mannschaft in dem zeitweise schwachen Spiel nun für einen Moment etwas selbstbewusster auftreten.

Nürnberg zog sich tief zurück, war aber bei einem Konter hellwach. Der starke Mittelfeldspieler Makoto Hasebe fand den freistehenden Hlousek und dessen abgefälschter Distanzschuss den Weg ins 96-Tor.

Hannover war völlig konsterniert und leistete sich einfache Fehler, die Drmic und Nilsson gnadenlos ausnutzten. Das Pfeifkonzert mit dem Halbzeitpfiff war die Quittung.

Mit Wut in Halbzeit zwei

Die 96er kamen mit Wut aus der Kabine und wollten mit einem schnellen Anschlusstreffer zurück ins Spiel finden. Szabolcs Huszti vergab die erste Gelegenheit nach dem Wechsel (53.). Doch die besseren Chancen hatten weiter die Gäste. Daniel Ginczek hätte alles klar machen können, traf aber nur die Latte (59.).

So fasste Hannover nach dem Anschlusstreffer noch einmal neuen Mut und brachte das Tor von Schäfer mehrfach in Gefahr. Innenverteidiger Marcelo köpfte an die Latte (65.), bevor Drmic die Chance zum 4:1 mit einem unplatzierten Linksschuss vergab (69.).

Bei Nürnberg waren Hasebe und Schäfer starke Akteure. Aufseiten der Gastgeber brachte Bittencourt noch einmal frischen Wind ins Spiel.

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