Mario Götze (r.) wechselte im Sommer aus Dortmund nach München © imago

Die Bayern stimmen sich gegen Hamburg auf die Klub-WM ein. Pep Guardiola erwartet eine Reaktion auf die Pleite gegen ManCity.

Von Christoph Lother

München - Seine Worte klangen fast wie eine Drohung.

An die ohnehin schon eingeschüchterte Konkurrenz. In gewisser Weise aber auch an die eigene Mannschaft.

"Ich hoffe, der Klub versteht diese Niederlage richtig", sagte Pep Guardiola mit Blick auf die 2:3-Niederlage des FC Bayern gegen Manchester City am vergangenen Dienstag in der Champions League (Bericht).

"Unsere Leistung war gut. Aber wir müssen uns verbessern", stellte der Münchner Trainer klar.

Soll heißen: Gegen den Hamburger SV erwartet Guardiola am Samstag (15 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm) nichts anderes als einen Sieg.

"Unter Heynckes die Besten in Europa"

Die für den Ausgang der Champions-League-Gruppenphase letztlich bedeutungslose Pleite gegen City war für die bis dahin so bärenstarken Bayern die erste in der laufenden Saison - und für Guardiola ein willkommener Anlass, bei seinen Spielern neuen Ehrgeiz zu wecken.

"Unter Heynckes war es die beste Mannschaft in Europa. Mit dem neuen Trainer sind wir nicht die beste Mannschaft in Europa", sagte der 42-Jährige.

Ungeachtet der 41 von maximal 45 zu holenden Punkte, die der Triple-Sieger in dieser Bundesliga-Spielzeit bislang einsackte. Ungeachtet dieser gnadenlosen Überlegenheit, die der Rekordmeister Woche für Woche auf dem Platz demonstriert (DATENCENTER: Bundesliga).

Guardiola: Liga noch nicht entschieden

Freilich, "die Ergebnisse sind bisher unglaublich, wir haben in der Hinrunde noch nicht verloren", hielt Guardiola noch einmal fest.

Zugleich betonte er aber auch: "Wir verdienen noch nicht so viel Lob. Unser Niveau ist noch nicht gut genug."

Der aktuelle Vorsprung des Spitzenreiters von vier Zählern auf die zweitplatzierten Leverkusener und sogar zehn Zählern auf die drittplatzierten Dortmunder reicht Guardiola nicht - und ist in seinen Augen noch lange keine Vorentscheidung.

"Die Leute sagen, die Bundesliga ist vorbei. Das ist nicht wahr", sagte er und fügte hinzu: "Wir haben viel, viel Arbeit vor uns, um wieder Meister zu werden."

HSV droht nächste Packung

Deshalb sei er schon "ein bisschen neugierig auf unsere Reaktion auf die Niederlage gegen Manchester", verriet der Coach mit Blick auf das Hamburg-Spiel.

Dass sie das fast schon überdimensionale Selbstvertrauen der Münchner geschwächt haben könnte, ist aber unwahrscheinlich.

Stattdessen könnte sie aus Sicht der Hamburger gerade zur Unzeit gekommen sein.

Geht man davon aus, dass der FCB die jüngste Delle wieder ausbügeln möchte, droht dem HSV, der bei seinen zurückliegenden drei Auftritten in München mit 0:6, 0:5 und 2:9 unter die Räder kam, die nächste Abreibung.

Kraft tanken für den Endspurt

Zumal das letzte Bundesliga-Spiel der Bayern in diesem glorreichen Jahr nur das Warm-up für ein noch glorreicheres Finale werden soll.

Keine vier Stunden nach dem Schlusspfiff am Samstag machen sich die Münchner auf den Weg zur Klub-WM in Marokko.

Dort bestreiten sie am kommenden Dienstag ihr Halbfinale, und Guardiola weiß, dass "es immer besser ist, wenn du mit einem Sieg ins nächste Spiel gehst".

Guardiola winkt der Titel-Hattrick

Zweimal hat der Katalane den Nachfolge-Wettbewerb des Weltpokals schon gewonnen. 2009 und 2011 - jeweils mit dem FC Barcelona.

Mit den Bayern will er nun den Hattrick schaffen.

Er wisse zwar nicht, "wie wichtig die Klub-WM in Deutschland ist", gestand Guardiola: "In Südamerika ist sie wichtiger als in Europa."

Er persönlich aber findet: "Diesen Titel gewinnen zu können, ist unglaublich."

Es gehe, so der 42-Jährige, "um sehr viel Prestige für den Verein und die Spieler".

Und für den Trainer.

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