Der HSV weist in den jüngste Begegnungen in München eine fürchterliche Bilanz auf. Van Marwijk schimpft seine Spieler wach.

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Von Marcel Guboff

München - Bert van Marwijk tut derzeit alles, um seine Spieler wachzurütteln. Und zwar nachhaltig.

"Die Zufriedenheit hier fängt an mich zu irritieren. Das kann ich nicht akzeptieren", polterte der Trainer des Hamburger SV.

"Ich habe schon viele Sachen geändert und werde noch viele Sachen ändern. Vor allem die Disziplin", berichtete der ehemalige Bondscoach.

Der lange Weckruf van Marwijks, der bereits nach der 0:1-Niederlage am Samstag gegen Augsburg anfing, soll dem HSV wohl auch vor einer möglichen Demontage im Gastspiel bei Bayern München (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) bewahren.

Wie gnadenlos der Rekordmeister eine Mannschaft auseinandernehmen kann, bekam erst vor einer Woche der Nord-Rivale aus Bremen zu spüren: Werder verlor 0:7.

Miese Bilanz in München

Doch auch die Hamburger wissen nur zu gut, wie sich so etwas anfühlt: Bei ihren vergangenen drei Auftritten in München hagelte es dort mit 0:6, 0:5 und 2:9 deftige Klatschen.

Wie groß die Angst vor einem erneuten Debakel bei den Super-Bayern zu sein scheint, ließ Sportdirektor Oliver Kreuzer bereits am Samstag nach Schlappe gegen den FCA durchblicken: "Mit dieser Leistung kriegen wir nächste Woche bei den Bayern zwölf Stück."

Für van Marwijk steht daher fest: Sein Team müsse "alles ändern", um beim Rekordmeister bestehen zu können.

Dass die Mannschaft von Coach Pep Guardiola beim 2:3 gegen Manchester City mal wieder verloren hat, sei für den HSV keineswegs ein Vorteil. "Bayern ist vielleicht die beste Mannschaft auf der Welt - eine Niederlage wird sie nicht irritieren", begründete der Niederländer. Er forderte daher: "Wir müssen Mut haben, selbst Fußball zu spielen."

"Dann kann man gleich zu Hause bleiben"

Tomas Rincon ergänzte: "Wenn man da hinfährt und glaubt, dass man sowieso keine Chance hat, dann kann man auch gleich zu Hause bleiben."

Für die Hansestädter, die mit 16 Zählern derzeit 13., steht durchaus einiges auf dem Spiel, wie Tolgay Arslan betonte. "Wir haben viel zu verlieren: drei Punkte und unsere Ehre", sagte der 23-jährige Mittelfeldspieler: "Gerade die wollen wir verteidigen."

Für Marcell Jansen kann ebenfalls nur eine Marschroute geben. "Wir werden alles dafür tun, im Laufe des Spiels eine gewisse Frechheit zu entwickeln", beteuerte der Linksverteidiger: "Und dann schauen wir mal."

Adler kann "Herausforderung" nicht annehmen

Nicht in München mitwirken kann Rene Adler.

Der Keeper fällt wegen einer Verletzung am Sprunggelenk aus. Was den Nationalspieler sehr ärgert, "weil ein Spiel gegen die Bayern trotz ihrer Übermacht immer eine große Herausforderung ist", wie er auf seiner Facebook-Seite schrieb.

Adlers Reaktion bei Facebook:

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Für Adler wird Jaroslav Drobny das Hamburger Tor hüten und zu seinem ersten Saisoneinsatz kommen. Darüber hinaus muss van Marwijk auch auf Ivo Ilicevic (familiäre Gründe) und Maximilian Beister (gesperrt) verzichten.

Kapitän Rafael van der Vaart kehrt nach seiner Pause aus persönlichen Gründen wieder zurück ? worauf sich besonders Stürmer Pierre-Michel Lasogga freut: Van der Vaart und er hätten sich "gesucht und gefunden", sagt er der "Mopo".

Spielte der Niederländer nicht, blieb auch die Berliner Leihgabe torlos. Zumindest ein Indiz, das den Hamburgern Mut machen dürfte.

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