Kevin Volland (3.v.l.) kam 2012 von 1860 München zu 1899 Hoffenheim © getty

1899 Hoffenheim macht wieder Laune. Vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund sagen Kevin Volland und Sebastian Rudy warum.

Von Reinhard Franke

München - Humor haben sie im Kraichgau.

Dieser Tage verschickte 1899 Hoffenheim eine Weihnachtsmail, die für reichlich Schmunzeln sorgte.

In Anlehnung an das Phantomtor gegen Bayer Leverkusen war da ein Tornetz abgebildet, in dem ein Loch in der Form eines Weihnachtsbaums zu sehen war.

Darunter die Worte: "Nur fürs Netz - Frohe Weihnachtszeit viele Volltreffer für 2013/2014."

Drittbeste Offensive

Mit Volltreffern kennen sie sich im Kraichgau mittlerweile wieder gut aus. Zumindest in einer Kategorie sind nur der FC Bayern und Borussia Dortmund momentan noch besser: 1899 hat mit 34 Toren die drittstärkste Offensive der Liga.

Man überzeugt mit einem Angriffs-Fußball, den man zuletzt so in der Saison 2008/2009 sah. Damals wurde man als Aufsteiger sensationell Herbstmeister.

Da es hinten allerdings immer wieder hakt, reicht es vor dem Heimspiel gegen den BVB (Sa., ab 15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) nur zu einem Platz im Tabellenmittelfeld.

Aber die Stimmung ist positiv. Vor allem der Pokalsieg gegen Schalke tat da sein Übriges.

"Wir haben Spaß"

Bei der Frage nach den Gründen für das neue Hoch im Kraichgau wird immer wieder der Trainer genannt.

"Markus Gisdol lässt einen Fußball spielen, mit dem sich alle in der Mannschaft identifizieren. Wir haben Spaß an der Art und Weise unseres Spiels", sagt Hoffenheims Stürmer Kevin Volland im Gespräch mit SPORT1:

"Zum anderen verstehen wir uns sehr gut in der Kabine und auf dem Platz auch fußballerisch."

Gisdol habe "einen klaren Plan, von dem er nicht abrückt", erklärt der 21 Jahre alte Torjäger: "Er will, dass 1899 für eine Art von Fußball steht, die attraktiv ist. Zudem bereitet er uns auf jede Partie erstklassig vor. Wir kennen uns, unsere Stärken und den Gegner sehr genau."

Erfolg sorgt für Stimmungswandel

Sein Mannschaftskollege Sebastian Rudy, in den vergangenen Wochen einer der Besten in Gisdols Team, sagt zu SPORT1: "Unsere Art des Fußball gefällt mir, und für die Zuschauer ist er sicher meistens attraktiv. Aber gewinnen macht noch mehr Spaß."

Im vergangenen Jahr war die Stimmungslage noch anders.

"Wir hatten eine sehr schwierige letzte Saison, in der wir dem Abstieg erst in letzter Sekunde entgangen sind", erinnert sich der 23-Jährige. "Mit diesen Tabellenregionen wollen wir in dieser Spielzeit nichts zu tun haben. Wir wollen uns weiter von Spiel zu Spiel verbessern."

Glücksfall für den Verein

Gisdol sei ein Glücksfall für den Verein, findet Rudy, und er begründet dies auch:

"Weil er den Verein als ehemaliger U23-Trainer schon sehr gut kannte, bevor er im April hierher zurückkam. Dazu hat er eine klare Vorstellung von unserem Fußball, er ist konsequent und seine Ansprache kommt bei uns an."

Und Rudy fügt hinzu: "Ich weiß ganz genau, was er von mir will. Meine Aufgaben auf dem Platz sind klar definiert. Die Umsetzung auf dem Feld gelingt mir immer besser, aber es gibt noch Luft nach oben. Und natürlich hilft mir die Mannschaft. Wir haben ein starkes Gebilde, jeder arbeitet für den anderen mit."

Gute Erinnerungen an BVB

Jetzt kommt der BVB - und da geht der Blick zurück zum 34. Spieltag der Vorsaison.

"Das Spiel im Mai war etwas ganz Besonderes. Wenn du am letzten Spieltag in Dortmund gewinnen musst, um noch eine Chance auf den Relegationsplatz zu haben, und das schaffst, dann bleibt das hängen", sagt Volland:

"Das Spiel am Samstag ist anders, aber sicher auch eine große Herausforderung für uns, ganz klar." Es sei "ein Gradmesser".

Volland weiß aber auch: "Es gibt allerdings auch nur drei Punkte zu verteilen. Wir werden alles aus uns herausholen und dann sehen, was dabei herauskommt.?

Volland nach Dortmund?

Der Kapitän der U-21-Nationalmannschaft wurde in den vergangenen Monaten immer wieder mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht - als möglicher Nachfolger von Robert Lewandowski, der im nächsten Sommer wohl zu den Bayern wechseln wird.

Zuletzt hieß es gar, dass auch der FC Bayern Interesse an Volland habe. Den gebürtigen Marktoberdorfer lässt das alles kalt: "Ich habe im Sommer meinen Vertrag in Hoffenheim bis 2017 verlängert, mit Gerüchten beschäftige ich mich nicht."

Und weiter: "Ich möchte mich erst mal darauf konzentrieren, hart zu arbeiten, mich zu entwickeln und hier erfolgreich zu sein. Ich fühle mich sehr wohl bei der TSG, die Bedingungen für einen jungen Spieler sind optimal."

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