Die Bilder des 15. Spieltags... © imago

Hertha-Coach Luhukay stärkt seinem Sorgenkind den Rücken, hält ihn aber an der kurzen Leine. Lieberknecht glaubt an ein Wunder.

Braunschweig - Ein präziser Eckball, ein wohltemperierter Kurzpass - und dazwischen eine Menge Kunstpausen.

Für Trainer Jos Luhukay war Pflegefall Ronny beim 2:0 (1:0)-Erfolg (Nachbericht) im Aufsteigerduell bei Eintracht Braunschweig trotzdem der Sieggarant.

"Er war von Beginn an mitten im Spiel drin und hat sich beeindruckend zurückgemeldet", sagte der Coach von Hertha BSC etwas schönfärberisch.

Ronny hinter den Erwartungen

Der Wunsch mochte da der Vater des Gedankens gewesen sein, denn der exzentrische Brasilianer steuerte gegen biedere Braunschweiger zwar beide Assists zum Dreier bei, doch angesichts seiner Fähigkeiten bleibt die Saisonbilanz des 26-Jährigen weit hinter den Erwartungen beim Tabellensiebten zurück.

Dass der Aufsteiger dennoch schon zwei Spieltage vor dem Ende der Vorrunde die angepeilte Marke von 20 Punkten übertroffen hat, spricht für die augenblickliche Stärke der Mannschaft.

Was sie mit einem Ronny in Bestform erreicht hätte, lässt sich nur erahnen.

Erst vier Startelf-Einsätze

Erst zum vierten Mal stand der Südamerikaner vor 23.100 Zuschauern im ausverkauften Eintracht-Stadion in der Startelf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Und damit sich diese Quote in der Rückserie spürbar erhöht, wird Ronny seit kurzem privat in enge Manndeckung genommen.

Weihnachtsurlaub gestrichen, persönlichen Fitnesstrainer engagiert - so soll der Spezialist für Standardsituationen ohne weiteren Substanzverlust über die Weihnachtsfeiertage kommen.

Mäßige Leistung reicht zum Sieg

Denn nicht immer werden der Hertha Auswärtssiege so leicht fallen wie in der Löwenstadt ( 817460 Bilder des Spiels ).

Eine Durchschnittsleistung reichte, um durch Tore von Adrian Ramos (20.) und Tolga Cigerci (80.) einen ungefährdeten Triumph einzufahren.

Glück für die Niedersachsen, dass auch die Mannschaften auf den Rängen 15 bis 17 nicht punkteten, somit fehlen nach wie vor lediglich drei Zähler auf einen Nichtabstiegsplatz.

Lieberknecht hofft auf zweites Wunder

"Unser Aufstieg war schon ein Wunder, der Klassenerhalt wäre ein zweites Wunder. Aber wir glauben immer noch daran", sagte Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht, der sich während der 90 Spielminuten mehrfach die kaum noch vorhandenen Haare raufte.

Denn bei ihren wenigen Torchancen erweisen sich die Braunschweiger nach wie vor als zu wenig abgeklärt, seit Saisonbeginn das größte Manko.

So sah es auch Karim Bellarabi, die Leihgabe von Bayer Leverkusen: "Manchmal spielen wir schöne Ballstafetten, aber wir müssen vor dem gegnerischen Tor konsequenter werden."

Die nächste Gelegenheit dafür ist das Gastspiel am Samstag beim FC Augsburg.

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