Heribert Bruchhagen ist Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt
Heribert Bruchhagen war Manager auf Schalke, beim Hamburger SV und Arminia Bielefeld © getty

Für vier Vereine wird es im Tabellenkeller ernst. SPORT1 beleuchtet die Lage in Frankfurt, Freiburg, Nürnberg und Braunschweig.

Von Reinhard Franke

München - Heribert Bruchhagen leidet. "Natürlich mache ich mir Sorgen", sagt Eintracht Frankfurts Vorstandschef im Gespräch mit SPORT1.

Er hat seit seinem Amtsantritt im Jahr 2003 schon zwei Abstiege erlebt, aktuell droht der dritte.

Dass die Hessen noch über dem Strich stehen, liegt allein an der schwachen Konkurrenz. Gemeinsam mit dem SC Freiburg, dem 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig liefert sich Frankfurt ein Schneckenrennen.

SPORT1 beleuchtet die aktuelle Lage bei den vier Kellerkindern.

Eintracht Frankfurt (15. Platz, elf Punkte, 18:28 Tore):

In der Vorsaison landeten die Hessen als Aufsteiger noch auf Platz sechs und qualifizierten sich für die Europa League. In dieser Saison findet sich das Team auf Platz 15 wieder. Nur dank der besseren Tordifferenz gegenüber dem SC Freiburg steht Frankfurt nicht auf den Relegationsplatz. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Seit zehn Bundesliga-Spielen wartet die Mannschaft nunmehr auf einen Sieg. Und das bereitet Bruchhagen große Bauchschmerzen.

"Ich wäre ja naiv, wenn ich mir keine Sorgen machen würde. Wenn du nach zehn Spielen keinen Sieg einfährst, dann ist das schon eine bedenkliche Situation. Wir müssem alle hoch konzentriert sein, um aus dieser Misere wieder rauszukommen", erklärt der 65-Jährige.

Vergleiche mit Freiburg

Er sieht den Hauptgrund für den Absturz in der Verletztenmisere. "Einen Spieler wie Alexander Meier können wir nicht ersetzen. Er hat in der vergangenen Saison 16 Tore gemacht. Ein Stefan Aigner war auch lange nicht dabei. Und Pirmin Schwegler ist noch nicht so weit, wie er vor seiner Verletzung war", erklärt Bruchhagen.

Er hofft, dass die genannten Spieler schnell wieder fit werden. "Es gibt auch in unserem Kader ein klares Leistungsgefälle und wir müssen sehen, dass unsere Leistungsträger wieder gesund werden", erklärt Bruchhagen.

Coach Armin Veh steht bei den Hessen noch nicht zur Diskussion. "Er ist ein Trainer, den ich aus Überzeugung ausgesucht habe und daran hat sich nichts geändert", betont Bruchhagen.

SC Freiburg (16. Platz, elf Punkte, 14:28 Tore):

Nach einer berauschenden Saison mit Platz fünf müssen sich die Fans im Breisgau nun wieder um den Klassenerhalt sorgen.

Bislang holte Freiburg erst zwei Siege. Trotz des Fehlstarts gibt es keine Trainerdiskussion. Christian Streich scheint beim Sportclub unantastbar zu sein.

Der 50-Jährige hat häufig darauf hingewiesen, dass seiner Mannschaft die Doppelbelastung mit Bundesliga und Europa League zu schaffen macht.

Ein weiterer Grund für den Absturz liegt im personellen Aderlass. Mit Nationalspieler Max Kruse (zu Borussia Mönchengladbach), Daniel Caligiuri (VfL Wolfsburg), Cedric Makiadi (Werder Bremen), Jan Rosenthal sowie Johannes Flum (beide Eintracht Frankfurt) verließen fünf Leistungsträger den Verein.

Bei den Neuverpflichtungen hatte der Verein kein Glück. Der Vier-Millionen-Euro-Mann Vladimir Darida konnte aufgrund mehrerer Verletzungen erst vier Ligaspiele absolvieren. Ex-Nationalspieler Mike Hanke erweist sich bislang als Flop.

1. FC Nürnberg (17. Platz, neun Punkte, 14:30 Tore):

Die Franken haben auf die Talfahrt bereits reagiert und das Personal auf der Trainerbank ausgetauscht. Gertjan Verbeek löste den erfolglosen Michael Wiesinger ab.

Doch auch der Niederländer konnte keine Wende herbeiführen. Drei mickrige Punkte in sechs Partien holten die Nürnberger unter Verbeek.

Zudem gab es in dieser Saison einige Querelen am Valznerweiher: Timo Gebhardt wurde nach einem Disco-Streit vorrübergehend suspendiert, Hanno Balitsch in die zweite Mannschaft abgeschoben.

Wenigstens der Mittelfeld-Allrounder gehört jetzt wieder zum Kader. Hanno Balitsch darf ab sofort wieder mit seinen alten Kollegen trainieren.

Eintracht Braunschweig (18. Platz, acht Punkte, 8:28 Tore):

Für den Aufsteiger ging es von der ersten Spielminute an nur um den Klassenerhalt. Doch einen besseren Saisonstart hätten sich die Niedersachsen dann doch erhofft.

Nur zwei Siege und zwei Remis hat die Mannschaft in 15 Spielen geholt.

Trotz der akuten Abstiegsgefahr haben die Klubbosse dem Coach eine Jobgarantie ausgestellt. Torsten Lieberknecht soll auch im Falle des Abstiegs bleiben.

Wenn der Klassenerhalt noch gelingen sollte, müssten sich die Niedersachsen im Angriff verbessern. Nur acht Tore in 15 Spielen sind einfach nicht erstliga-reif.

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