Bei einer Pleite gegen Basel droht S04-Trainer Keller das Aus. SPORT1-Kolumnist Berthold sieht kaum Alternativen für den Coach.

Hallo Fußball-Freunde,

Wenn Schalke am Mittwoch gegen Basel aus der Champions League ausscheiden sollte, wäre nach dem Aus im DFB-Pokal auch das zweite Saisonziel verpasst.

Und wenn man die Stimmungslage auf Schalke beobachtet, kann man sich dann eins und eins zusammenzählen.

Die Gesetze des Fußballgeschäfts würden greifen, Trainer Jens Keller müsste wohl gehen. Doch dann kommt man schon zur nächsten Frage: Welche Alternativen bietet der Markt?

Thomas Schaaf wird als möglicher Kandidat gehandelt. Aber als Typ passt er eigentlich nicht zu Schalke. Thomas ist ein ruhiger und moderater Typ ? genau wie der jetzige Trainer Jens Keller.

Außerdem hat Schaaf bei Werder Bremen noch einen Vertrag bis Juni 2014. Er kann also ganz entspannt abwarten. In der Winterpause einzusteigen, birgt schließlich gewisse Risiken.

Es bleibt kaum Zeit, die Mannschaft kennenzulernen. Das Transferfenster im Winter ist kurz. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das macht.

Momentan gibt es kaum Trainer auf dem Markt. Die Frage ist, wie sieht der nächste Kurswechsel aus?

Schalke hatte mit Huub Stevens einen markanten, namhaften Mann. Nun haben sie in Keller einem jungen Trainer die Chance gegeben. Wo ist da die Strategie auf der Trainerposition?

Mich wundert es zudem, dass bisher gar nicht über Horst Heldt diskutiert wird. Der Sportdirektor hat die Mannschaft schließlich auch mit zusammengestellt.

Es geht nun um sehr viel. Schalke braucht das Geld aus der Champions League dringender als die anderen deutschen Starter.

Da irritiert es mich, dass in solchen Situationen eine Person ? vielleicht noch nach Rücksprache mit einer zweiten ? über das Schicksal eines solchen Klubs entscheidet.

Wenn es um Entscheidungen geht, ob etwa der Trainer gestützt wird oder nicht, sollten mehr Leute mit Fußballkompetenz in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Keller wurde nicht gestärkt. Die Spieler haben so vor dem Spiel gegen Basel das nächste Alibi bekommen.

Aber nicht nur Schalke steht unter Druck: Auch Dortmund und Leverkusen könnten noch ausscheiden. Der BVB hat trotz aller Probleme die beste Ausgangslage. Es geht in Marseille gegen einen abgeschlagenen Gegner, ein 1:0 würde schon reichen.

Schalke hat ein Heimspiel, die Gruppe war mit Ausnahme von Chelsea machbar. Da muss man Basel einfach schlagen, wenn man weiterkommen will.

Am schwersten dürfte es für Leverkusen in San Sebastian werden. Die Werkself muss in Spanien gewinnen und noch schauen, was Donezk macht.

Für die Bundesliga wäre es wichtig, dass möglichst viele Mannschaften weiterkommen. Schließlich hängt die internationale Wahrnehmung vom Abschneiden in der Champions League ab.

Bis zum nächsten Mal,Euer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf schreibt wöchentlich als Kolumnist für SPORT1.

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