MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Karl-Heinz Rummenigge ist seit 2002 Vorstandsvorsitzender des FC Bayern © getty

Für Karl-Heinz Rummenigge sind die Bayern unter Guardiola einen Schritt weiter. Sammer nimmt er die Luft aus den Segeln.

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Vom FC Bayern berichtet Christian Ortlepp

München - Die vorzeitige Herbstmeisterschaft hat der FC Bayern München am 15. Spieltag zwar verpasst.

Beim 7:0 bei Werder Bremen hat der Tabellenführer aber einmal mehr seine Übermacht in der Bundesliga unterstrichen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Für Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge sind es also schöne Tage mit dem Triple-Sieger und dem neuen Erfolgstrainer Pep Guardiola. Da gibt es sogar warme Worte für den großen Rivalen Borussia Dortmund.

Im Exklusiv-Interview mit Bundesliga-Aktuell-Chefreporter Christian Ortlepp äußert sich Rummenigge zu folgenden Themen (das ganze Interview um 18.30 Uhr in Bundesliga Aktuell auf SPORT1):

Karl-Heinz Rummenigge über?

Pep Guardiola

"Was mich bei ihm am meisten beeindruckt, ist diese Besessenheit und Akribie, mit der er im und am Fußball arbeitet. Das fasziniert mich total. Es ist kein Zufall, dass er beim FC Bayern München Erfolg hat. Alle haben ja nach dem Triple geglaubt, es kann nicht mehr so weiter gehen, es geht auf der Treppe vielleicht ein oder zwei Stufen wieder nach unten. Aber Pep hat es geschafft, dass wir noch ein oder zwei Stufen nach oben gegangen sind. Die Mannschaft ist noch stabiler geworden, spielt noch variantenreicher, ist auf ein noch höheres Niveau gekommen als in der letzten Saison. Das fasziniert mich an Pep. Wir sind wahnsinnig glücklich mit ihm. Er hat sich auch wunderbar hier eingelebt."

Matthias Sammer und die Dominanz-Debatte

"Ich empfinde das ein Stück weit anders als Matthias Sammer. Er hat ja nach dem DFB-Pokalsieg in Augsburg seinem Herzen ein bisschen Luft gemacht. Ich habe zu ihm gesagt: Matthias, sieh es doch so: Ich empfinde das gar nicht als Kritik. Vielmehr als Bestätigung, wenn jemand sagt, wir seien zu dominant, als wenn einer sagt, wir müssten in der Europa League oder in sonst einer Veranstaltung spielen. Matthias, das ist ein Zeichen des Erfolges, der Qualität, die die Mannschaft, der Trainer, der ganze Klub jetzt hat. Es ist ein Teil des Neidfaktors, der in Deutschland existent ist."

Sammers Rolle als ewiger Mahner

"Matthias ist ein sehr emotionaler Mensch, der sich über die Dinge ärgert, wenn wir einmal nicht so gut spielen. Das ist aber in diesem Jahr fast gar nicht vorgekommen. Ich finde es nicht schlecht, und das habe ich ihm auch gesagt. Wenn man feststellt, dass in der eigenen Mannschaft oder bei wem auch immer im Umfeld der Schlendrian reinkäme, dann muss man dazwischenhauen. Aber diese Gefahr sehe ich im Moment überhaupt nicht."

Borussia Dortmund:

"Mir gefällt das Dortmunder-Modell. Die haben mit einem sehr guten Trainer, mit einer klugen Philosophie, mit einem klugen Management den Turn-Around geschafft. Dortmund spielt nicht nur in der Bundesliga eine große Rolle, sondern der BVB wird auch international mit allergrößtem Respekt gesehen. Das ist der Beweis, dass man mit sehr guter und sehr harter Arbeit auch nach oben kommen kann. Und was mir auch sehr gut gefällt: Dortmund ist von den finanziellen Möglichkeiten viel geringer zu bewerten als Standorte wie Hamburg, Berlin oder Frankfurt. Und dennoch hat man es in Dortmund geschafft, nach ganz oben zu kommen. Das ist der Beweis, mit guter, kluger Arbeit nach oben zu kommen. Der FC Bayern München hat großen Respekt vor Borussia Dortmund."

die Zweikampfhärte der Gegner

"Man muss jetzt ein Stück aufpassen, dass der Gegner im Moment nicht über die Härte vielleicht irgendwelche Dinge ausgleichen will, die ihm technisch oder taktisch nicht möglich sind. Es ist im Moment nicht einfach, gegen den FC Bayern zu spielen. Pep ist es gelungen, diese Mannschaft noch ein Stück weiter nach oben zu bringen. Das ist nicht einfach. Durch Laufarbeit und Kampf - und eben leider auch durch sehr große Härte - wollen dies die anderen Mannschaften ausgleichen."

die Lage der Liga

"Wir haben in der Bundesliga einen Fakt, dass drei Mannschaften ? und das hatten wir lange nicht mehr ? vorne spielen. Wir haben keine schottischen, keine spanischen Verhältnisse. Wir sind auf dem Weg zu englischen Verhältnissen. Und das kann die Bundesliga-Konkurrenz doch entspannt angehen."

Uli Hoeneß

"Ich habe immer daran geglaubt, dass dieser Klub etwas ganz Besonderes ist. Und dass er da ist, wenn jemand Hilfe braucht. Das war aber auch schon früher so. Siehe Gerd Müller. Dieser Klub steht wie eine Wand hinter dir. Es war beeindruckend, wie sich der Aufsichtsrat zu ihm bekannt hat. Und dann diese Hauptversammlung. Ich habe ja selbst schon viele miterlebt, aber solch eine Emotionalität, solch eine Zuneigung habe ich noch nie erlebt. Da sind ihm die Tränen gekommen, und auch ich musste da mit den Tränen kämpfen. Ich wünsche mir, dass die Geschichte gut für ihn ausgeht."

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