Dieter Hecking will vor eigenem Publikum ungeschlagen bleiben
Dieter Hecking ist seit Januar 2013 Trainer beim VfL Wolfsburg © imago

Bei Wolfsburg treibt Hecking seinen Spielern den Schlendrian aus. Freiburgs Streich ist nach der nächsten Heimpleite bedient.

Freiburg - Auch nach dem Sprung der Wölfe auf Platz fünf wollte Dieter Hecking noch nichts vom Europapokal hören.

"Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu viel träumen", mahnte der Trainer der Wölfe nach dem souveränen 3:0 (2:0) beim SC Freiburg bei "Sky": "Wir müssen hart arbeiten, dann sind wir auch nur schwer zu schlagen." ( 817460 Bilder des Spiels ).

Der seit nunmehr sieben Punktspielen ungeschlagene Meister von 2009 setzte seine Erfolgsserie im Breisgau souverän fort - allerdings erst nach einem Weckruf des Coaches (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Denn Hecking hatte das Abschlusstraining am Samstag abgebrochen, weil er "zu viel Lethargie" erkannt hatte. Es folgte eine lautstarke Ansage, wie Sportdirektor Klaus Allofs berichtete.

Hecking vertraut dem Team

"Manchmal muss man sie wachrütteln", meinte Hecking schmunzelnd, "aber ich habe auch das Vertrauen, dass meine Mannschaft den Schalter umlegen kann."

Sein Team konnte und überholte so die kriselnden Schalker in der Tabelle. Der Vorsprung auf Rang sieben beträgt vier Zähler.

Großen Anteil daran trägt die starke Defensive: Nur Bayern und Leverkusen kassierten weniger Gegentore als der VfL. Auch beim abstiegsbedrohten Europa-League-Starter aus dem Breisgau überzeugte die Viererkette um Ricardo Rodriguez und Naldo.

Oldie Olic trifft und trifft

In der Offensive glänzten einmal mehr Youngster Maximilian Arnold mit seinem 5. und Ivica Olic mit seinem 7. Saisontreffer.

Für den Kroaten war es das zweite Tor in dieser Woche, nachdem er den VfL mit einem Last-Minute-Tor gegen den FC Ingolstadt ins DFB-Pokal-Viertelfinale geschossen hat.

Die Freiburger, die am Mittwoch im Pokal-Achtelfinale ausgeschieden waren, bleiben auf dem Relegationsplatz und blicken nun auf ihr Endspiel um den Einzug in die K.o.-Runde der Europa League am Donnerstag gegen den FC Sevilla.

Streich bedient

"Ich weiß nicht, was da am Anfang los war - keine Ahnung. Das ist sehr ärgerlich, denn es war nicht zum ersten Mal so", sagte Freiburgs Matthias Ginter: "Das Hauptproblem ist, dass wir uns am Anfang immer Konzentrationsfehler erlauben."

Trainer Christian Streich war angesichts des erneuten Fehlstarts bedient.

"Soll ich mich jetzt freuen?", fragte er im Sky-Interview, als er auf seine schlechte Stimmung angesprochen worden war. Sein Team wartet noch immer auf den ersten Heimsieg der Saison.

Coquelin verletzt

Nach dem Zwei-Tore-Rückstand waren die Gastgeber völlig verunsichert. Die Breisgauer leisteten sich weitere Abwehrschnitzer und hatten zunächst großes Glück, dass sie kein weiteres Gegentor kassierten.

Streich hatte schon nach rund 20 Minuten den Sündenbock für den schwachen Auftritt seines Teams gefunden. Er wechselte Abwehrchef Fallou Diagne aus und ersetzte ihn durch Routiner Pavel Krmas.

Zu allem Überfluss musste Mittelfeldspieler Francis Coquelin zu Beginn der zweiten Hälfte mit Verdacht auf Bänderriss im Sprunggelenk ausgewechselt werden.

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