Ein verletzungsgeplagter FC Bayern siegt 7:0 bei Werder Bremen. Warum genau will er nichts von einer Dominanz-Debatte wissen?

Von einer Dominanz des FC Bayern kann keine Rede sein.

Von einer Dominanz kann man laut Uli Hoeneß nämlich "erst dann sprechen, wenn der Erfolg über zwei bis drei Jahre kontinuierlich andauert".

Tut er es nicht, führen wir laut Matthias Sammer "eine Scheindiskussion um eine angebliche Dominanz".

Es ist folglich blanker Unsinn, von Dominanz zu reden, wenn ein verletzungsgeplagter FC Bayern auswärts mit 7:0 bei einer Mannschaft siegt, die - der eine oder andere erinnert sich - mal ein Titelkonkurrent war.

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Ebenso großer Quatsch ist es von Dominanz zu reden, wenn ein FC Bayern 90 Punkte in einem Kalenderjahr holt (Rekord). Oder wenn er nacheinander 26 Auswärtsspiele in Folge ohne Niederlage bleibt (auch Rekord).

Eine beeindruckende Sache sind all diese Leistungen aber doch.

Und Hoeneß wie Sammer beschweren sich durchaus mit Recht, wenn diese Leistungen mit Ermüdung statt mit Respekt für die dahintersteckende Arbeit aufgenommen werden.

Trotzdem muss die Scheindiskussion erlaubt sein, wohin diese angebliche Dominanz noch führen soll.

Denn blickt man nach 15 Spieltagen auf die Lage der Liga, sieht man niemanden, der etwas gegen die angebliche Dominanz der Guardiola-Bayern ausrichten kann.

Die Dortmunder? Können ihr andauerndes Verletzungspech immer noch weniger gut kompensieren als die Bayern das ihre.

Und sind nach der Niederlage gegen Leverkusen wohl endgültig aus dem Spiel.

Die Leverkusener? Formell betrachtet Bayern-Jäger Nummer eins, ohne sich für diese Aufgabe tatsächlich zuständig zu fühlen.

Aus guten Gründen, die sich jüngst gegen Manchester United offenbart haben.

Die Schalker? Führen nach dem erneuten Rückschlag in Gladbach und dem Champions-League-Gruppenendspiel gegen Basel ganz andere Diskussionen.

Und zum Leidwesen des betroffenen Jens Keller keine Scheindiskussionen.

Also nochmal die Frage: Wohin soll sie führen, die angebliche Dominanz der Bayern?

Man muss davon ausgehen: zu einer tatsächlichen.

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