Die Eintracht um Kapitän Pirmin Schwegler holte vor den eigenen Fans in dieser Saison bislang nur drei Zähler © getty

In Frankfurt verschärft sich nach der Pleite gegen Hoffenheim die Krise. Boss Bruchhagen erkennt den Ernst der Lage.

Frankfurt - Die Fans pfiffen sich den Frust von der Seele. Trainer Armin Veh flüchtete in die Kabine. Und Kapitän Pirmin Schwegler blieb noch lange wie entgeistert auf dem Rasen stehen.

Die Hilflosigkeit im Umfeld der seit nunmehr zehn Ligaspielen sieglosen Eintracht aus Frankfurt war förmlich greifbar. In den Katakomben brachte es Vorstands-Boss Heribert Bruchhagen nach dem bitteren 1:2 (0:0) gegen 1899 Hoffenheim als erster auf den Punkt: "Wir stecken mittendrin im Abstiegskampf."

Grund dafür ist vor allen Dingen der Heimfluch. Die Hessen haben zuletzt am 4. Mai 2013 ein Ligaspiel vor eigenem Publikum gewinnen können. Aus den sieben Heimauftritten in dieser Saison holten sie gerade einmal drei Punkte und kassierten vier Niederlagen. ( 817460 Bilder des Spiels )

Veh warnt vor Aktionismus

"Es ist jedes Wochenende dasselbe. Wir kämpfen, aber die Ergebnisse fehlen, das ist einfach Fakt", befand Keeper Kevin Trapp. Um nach der achten Saisonpleite zu einem nicht mehr allzu gewagten Schluss zu kommen: "Das wird keine einfache Saison."

Eintracht-Coach Veh allerdings deutete mit ein bisschen Abstand an, dass er trotz der brenzligen Situation nicht in Aktionismus verfallen will. "Es wäre das Dümmste, wenn man jetzt Dinge macht, die sinnlos sind", meinte der 52-Jährige und appellierte an seine Profis: "Wir bekommen jede Woche eine neue Chance. Wir haben nächste Woche den 16. und nicht den 34. Spieltag."

Doch die derzeitige Situation ist alarmierend. Das hat auch Finanz-Vorstand Axel Hellmann mit Blick auf die fast dreimonatige Durststrecke ohne Ligaerfolg registriert. "Wir waren gegen Hoffenheim mehr mit uns als mit dem Gegner beschäftigt." Diese Verunsicherung müsse "raus aus den Klamotten".

Eintracht bleibt im Keller

Statt mit den Kraichgauern punktemäßig gleichzuziehen, muss die Eintracht wohl im Tabellenkeller überwintern. Der Abstand zu Platz 14 beträgt bereits fünf Punkte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Selbst die Tatsache, dass die Hessen im DFB-Pokal-Viertelfinale stehen und vorzeitig die K.o.-Phase der Europa League erreicht haben, tröstet momentan niemanden.

"Die Bundesliga steht turmhoch über allem", erklärte Bruchhagen mit Blick auf die Dreifach-Belastung, die viele als Hauptursache für den besorgniserregenden Absturz sehen.

Verunsicherte Frankfurter

Wie tief die Verunsicherung beim Tabellen-Sechsten der Vorsaison sitzt, zeigten haarsträubende Fehlpässe in der Schlussphase. Auch der entscheidende Treffer der Hoffenheimer war symptomatisch für die vertrackte Situation.

Nachdem ausgerechnet der von 1899 ausgeliehene Frankfurter Stürmer Joselu (48.) die Führung der Gäste durch Sven Schipplock (46.) ausgeglichen hatte, folgte postwendend der nächste Nackenschlag für die Gastgeber.

Roberto Firmino (51.) gelang aus allerdings abseitsverdächtiger Position der Siegtreffer für das Team von Trainer Markus Gisdol. Die Veh-Elf konnte sich bei Hoffenheim bedanken, dass die Niederlage nicht höher ausfiel.

Trapp versteht die Fans

Viele der 41.300 Zuschauer machten ihrem Unmut nach dem Schlusspfiff dann auch mit einem Pfeifkonzert Luft. "Ich kann verstehen, dass sie verärgert sind", kommentierte Trapp die Reaktion der Fans.

Vor allen Dingen das Fehlen von Torjäger Alexander Meier (Patellasehnen-Reizung) scheinen die Frankfurter nicht kompensieren zu können.

Trapp blieb da am Ende nur das Prinzip Hoffnung: "Wir wissen, dass wir die Qualität haben und müssen weiter an uns glauben. Ich hoffe, dass alle die Geduld haben."

Weiterlesen