Nach der Niederlage gegen Leverkusen hat der BVB bereits zehn Punkte Rückstand auf Bayern © getty

Der BVB verliert gegen Leverkusen das Spiel und zwei Leistungsträger. Völler schwebt als Bayern-Jäger auf Wolke sieben.

Dortmund - Mit erschreckender Regelmäßigkeit wiederholen sich in diesen Tagen in Dortmund die immer wieder gleichen Bilder: Beim Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen humpelten erneut zwei BVB-Spieler mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Mit dem 0:1 (0:1) gegen Leverkusen hat der BVB nicht nur den Anschluss an die ersten beiden Tabellenplätze, sondern auch seine Doppelsechs aus Sven Bender und Nuri Sahin verloren ( 817460 Bilder des Spiels ).

Beide mussten in der zweiten Hälfte verletzt ausgewechselt und direkt ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Genaue Diagnosen stehen noch aus, aber Jürgen Klopp war bei "Sky" bezüglich eines Einsatzes der beiden am Mittwoch im Gruppen-"Endspiel" gegen Marseille in der Champions League pessimistisch: "Das ist momentan keine leichte Phase für uns. Wunder passieren immer wieder, aber bei uns nicht so oft."

Klopp enttäuscht

Zu allem Übel sah Sokratis in der Nachspielzeit (90.+2) die Gelb-Rote Karte und verschärfte die Dortmunder Personalnot weiter.

Sorgen bereitete dem BVB-Coach auch das erschreckend ideenlose Spiel seiner Mannschaft gegen giftige Leverkusener.

"Ich kann mich nicht erinnern, dass wir schon mal so viele Zweikämpfe verloren haben wie heute. Wir haben das nicht gut gemacht. Dass wir besser Fußball spielen können, wissen alle", zeigte sich Klopp enttäuscht.

Son sorgt für Bayer-Sieg

Heung-Min Son mit seinem siebten Saisontreffer (18.) machten die zweite Heimniederlage der Dortmunder hintereinander ohne eigenen Treffer perfekt. Zuletzt hatte der BVB zu Hause gegen die Bayern mit 0:3 den Kürzeren gezogen.

Einziger Wermutstropfen der Leverkusener blieb die Rote Karte gegen Emir Spahic wegen einer Tätlichkeit (80.).

Offener Schlagabtausch

Dabei begann die Borussia vor 80.645 Zuschauern in der abermals ausverkauften Arena auch ohne den zunächst geschonten Marco Reus gewohnt druckvoll und hatte bereits in der dritten Minute ihre erste Chance, als Bayer-Torhüter Bernd Leno in höchster Not gegen Robert Lewandowski klären musste.

Leverkusen, das bereits am Dienstag in der Königsklasse bei Real Sociedad San Sebastian um den Einzug ins Achtelfinale kämpft, versteckte sich jedoch keineswegs in der Defensive, sondern suchte den offenen Schlagabtausch.

Doch den wenigen Angriffsaktionen fehlte es zunächst an der nötigen Durchschlagskraft.

Großkreutz selbstkritisch

So bedurfte es nach dem ersten Warnschuss knapp über das BVB-Gehäuse von Emre Can (13.) beim Führungstreffer der Schützenhilfe durch die Gastgeber.

Ausgerechnet der ehemalige Leverkusener Manuel Friedrich leistete mit einem eklatanten Fehlpass auf Gonzalo Castro unmittelbar vor dem Strafraum die Vorarbeit, bevor Son aus spitzem Winkel einschoss.

Anschließend agierte Bayer selbstbewusster und mutiger, während die Westfalen den Faden verloren und Glück hatten, dass Torhüter Roman Weidenfeller mit einem Reflex gegen den freistehenden Son (31.) das 0:2 verhinderte.

"Gerade nach dem 1:0 müssen die Köpfe hoch. Wir müssen weiter Fußball spielen und unser Ding durchziehen - und nicht die Köpfe hängen lassen. Aber das ist passiert", bemängelte BVB-Verteidiger Kevin Großkreutz anschließend selbstkritisch.

Völler begeistert

Zwar zogen die Borussen in Hälfte zwei alle Register, um den Ausgleichtreffer zu erzielen, so brachte Klopp unter anderem Marco Reus.

Doch was auch immer sie versuchten - es lief nicht rund gegen taktisch disziplinierte Leverkusener, die auch nach der Roten Karte für Spahic wegen einer Tätlichkeit gegen Henrikh Mkhitaryan den Vorsprung geschickt über die Zeit spielten.

Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler zeigte sich nach dem Spiel hochzufrieden bei "Sky": "Die erste Halbzeit war das Beste, was wir diese Saison gespielt haben. Es ist noch keine zehn Tage her, da haben wir fünf Stück von Manchester bekommen. Danach haben wir aber dreimal gewonnen, deshalb Hut ab vor der Mannschaft. Es war heute wichtig, Deutschland zu zeigen, was wir können."

Mit vier Zählern Rückstand ist die "Werkself" nun der letzte verbliebene Bayern-Jäger, auch wenn sich Jürgen Klopp mit dieser Wachablösung noch schwer tut: "Bei Leverkusen sind drei Punkte von Hoffenheim dabei ? das darf man nicht vergessen. Die haben jetzt nicht so viel mehr geholt."

Zunächst bleiben ihm aber andere Sorgen: Am Mittwoch geht es für den BVB in Marseille darum, das vorzeitige Champions-League-Aus abzuwenden.

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