Vedad Ibisevic (r., mit Moritz Leitner und Martin Harnik) erzielte gegen Hannover sein neuntes Saisontor © getty

Hannover bleibt auswärts nach der Pleite beim VfB punktlos. Stuttgart ist effektiv und lässt so Ulreichs Patzer vergessen.

Aus Stuttgart berichtet Christoph Lother

Stuttgart - Hannover 96 bleibt der Punktelieferant der Bundesliga.

Die Niedersachsen verloren am 15. Spieltag mit 2:4 (2:2) beim VfB Stuttgart und warten auswärts somit auch weiterhin auf ihren ersten Zähler in der laufenden Saison. ( 817460 Bilder des Spiels )

In einer wenig hochklassigen, dafür aber äußerst abwechslungsreichen Partie brachte Martin Harnik den VfB nach elf Minuten in Führung, ehe Artur Sobiech (28.) und Salif Sane (31.) den Spieß mit ihren Treffern zwischenzeitlich umdrehten.

"Wir haben nach der Führung wieder ein Tor zugelassen. So langsam müssen wir daraus lernen, dass wir danach besser stehen", ärgerte sich 96-Coach Mirko Slomka bei "Sky".

Sein Keeper Ron-Robert Zieler ergänzte mit Blick auf die ernüchterne Auswärtsbilanz: "Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht. Wenn wir die zu Hause gemacht hätten, hätten wir auch verloren."

Ex-96er sorgt für Entscheidung

Stuttgarts Vedad Ibisevic (33.) markierte noch vor der Pause den Ausgleich, Ibrahima Traore (51.) und der ehemalige Hannoveraner Konstantin Rausch (83.) machten den zweiten Heimsieg des VfB in dieser Spielzeit perfekt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir haben die Punkte heute gebraucht. Nächste Woche wünsche ich Hannover wieder nur das Beste", sagte Rausch in Richtung seines Ex-Klubs bei "Sky".

In der Tabelle zogen die Schwaben an 96 vorbei und nähern sich allmählich wieder den Europapokal-Rängen.

Khedira feiert Startelf-Debüt

Stuttgarts Trainer Thomas Schneider hatte seine Anfangsformation gegenüber der vorangegangenen 0:3-Niederlage auf Schalke auf vier Positionen verändert:

Christian Gentner fehlte wegen Knieproblemen. Alexandru Maxim, William Kvist und Georg Niedermeier mussten zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Stattdessen durften Gotoku Sakai und Moritz Leitner von Beginn an ran. Zudem feierte Rani Khedira, der jüngere Bruder von Nationalspieler und Real-Star Sami Khedira, sein Startelf-Debüt in der Bundesliga.

Bei 96 fehlten die Verteidiger Christian Schulz (Fraktur des Lendenwirbels) und Edgar Prib (Magen-Darm-Infekt). Für sie rückten Salif Sane und Sebastien Pocognoli in die Startformation.

Diouf glücklos - VfB eiskalt

Vor 47.630 Zuschauern erwischten die Hannoveraner den besseren Start und tauchten in Person von Mame Diouf gleich dreimal gefährlich im beziehungsweise am gegnerischen Strafraum auf.

Erst konnte der Senegalese ein schönes Zuspiel von Szabolcs Huszti nicht verwerten (4.), dann scheiterte er per Flachschuss an VfB-Keeper Sven Ulreich (10.), dann traf er nach einem Fehler von Daniel Schwaab nur das Außennetz (11.).

Umso überraschender fiel das erste Tor auf der anderen Seite: Nach Vorlage von Timo Werner vollstreckte Harnik aus zehn Metern.

Hannovers Schlussmann Ron-Robert Zieler brachte zwar noch die Hand an den flach geschossenen Ball, konnte ihn aber nicht mehr abwehren.

Drei Tore in fünf Minuten

Nur vier Minuten später hätte Ibisevic fast auf 2:0 erhöht, bei Harniks Hereingabe von rechts stand der Bosnier allerdings im Abseits.

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Der VfB schien nun etwas die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen, doch plötzlich überschlugen sich die Ereignisse.

Erst nutzte Hannovers Sobiech ein katastrophales Missverständnis zwischen Ulreich und Schwaab aus kurzer Distanz zum Ausgleich, dann brachte der mit aufgerückte Sane die Gäste per Kopf sogar in Führung.

Auch hier machte VfB-Torhüter Ulreich, der nach einem Freistoß von Huszti zu zögerlich aus seinem Kasten kam, keine gute Figur.

Wieder nur zwei Minuten später schlugen die Stuttgarter aber zurück: Harnik flankte von rechts, Ibisevic netzte per Flugkopfball aus wenigen Metern ein.

Traore läutet Stuttgarter Drangphase ein

Auch nach dem Seitenwechsel ging es turbulent weiter.

Moritz Leitner trieb die Kugel über das halbe Spielfeld, bediente Traore, und der schob von der Strafraumgrenze aus zur erneuten Stuttgarter Führung ein.

Es folgte die mit Abstand stärkste Phase des VfB in dieser Partie, ihre zahlreichen Chancen ließen die Schwaben dabei aber ungenutzt.

Erst verfehlte eine Direktabnahme von Harnik aus halblinker Position nur knapp das gegnerische Gehäuse (57.), dann scheiterte Traore nach einem weiteren mustergültigen Konter an 96-Schlussmann Zieler (63.).

Eine Minute später war es erneut Harnik, der den zweimaligen Nationaltorhüter aus knapp 20 Metern nicht überwinden konnte.

Rausch sorgt für Entscheidung

Anschließend verflachte die Partie, besonders die Hannoveraner blieben vieles schuldig.

Für die Entscheidung sorgte sieben Minuten vor dem Ende dann der frühere 96er Rausch. Nach feinem Doppelpass mit Werner versenkte der Verteidiger die Kugel per Außenrist im rechten unteren Eck.

Keine 120 Sekunden später hätte Traore beinahe noch den fünften Stuttgarter Treffer folgen lassen, jagte den Ball aus zentraler Position aber über das Tor.

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