Pep Guardiola interessiert sich vor dem Auswärtsspiel in Bremen nicht für den Halbzeittitel, sehnt aber die Winterpause herbei.

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Vom FC Bayern berichtet Jonas Nohe

München - Gerade einmal zehn Zentimeter haben gefehlt.

Zehn Zentimeter mehr Hochwasser in Bremen und das Bundesliga-Spiel zwischen Werder und dem FC Bayern am Samstag (15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) hätte tatsächlich dem Orkantief "Xaver" zum Opfer fallen können.

Damit wäre auch die Chance der Bayern dahin gewesen, sich vorzeitig die Herbstmeisterschaft zu sichern.

Entwarnung per SMS

Am Freitagmorgen kam aber die Entwarnung.

"Um kurz vor 7 hat mein Kollege Tino Polster von Werder Bremen eine SMS geschickt, dass das Spiel stattfinden kann", teilte FCB-Mediendirektor Markus Hörwick mit.

Das Wasser sei eben jene zehn Zentimeter unter der Deichkrone geblieben - zur Freude von Pep Guardiola.

Herbstmeisterschaft spielt keine Rolle

"Es ist gut, dass wir morgen spielen", sagte der Bayern-Trainer, hatte dabei aber ausdrücklich nicht die Herbstmeisterschaft im Hinterkopf.

"Das ist nicht wichtig. Die Bundesliga ist dann nicht zu Ende. Für die Statistik ist das super, aber es gibt keine Trophäe", erklärte der Spanier, der sich den Begriff "Herbstmeister" erst einmal erklären lassen musste.

Guardiola hat derzeit ohnehin andere Sorgen, als die Frage, ob seine Mannschaft sich den Halbzeittitel in der Bundesliga einen Spieltag früher oder später sichert (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Ich bin ein bisschen besorgt"

Für den Geschmack des 42-Jährigen wird die Partie an der Weser im Umfeld der Bayern zu sehr auf die leichte Schulter genommen.

"Wir können ja fast einen Kaffee zusammen trinken", sagte Guardiola angesichts der vergleichsweise wenigen Journalisten, die sich zur Pressekonferenz vor der Partie beim Tabellen-13. eingefunden hatten.

Und ließ einen Satz folgen, der aufhorchen ließ: "Ich bin ein bisschen besorgt für morgen."

Grund für seine Skepsis sei das Pokalspiel am Mittwochabend in Augsburg.

Kaum Zeit zur Regeneration

"Wir haben nur zweieinhalb Tage zur Regeneration, das ist wenig für dieses Spiel", erklärte Guardiola. Er befürchte daher, dass bei dem ein oder anderen Spieler die Beine noch ein bisschen schwer sein könnten.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Rotations-Fan derzeit nicht in der Form durchwechseln kann, wie er es gerne tun würde.

Xherdan Shaqiri und Claudio Pizarro sind zwar wieder im Training und könnten bereits in Bremen eine Option sein, die beiden Offensivspieler seien aber "noch nicht im Rhythmus."

Kapitän Philipp Lahm wird wohl frühestens zum Champions-League-Spiel gegen Manchester City am kommenden Dienstag fit, die Langzeitverletzten Bastian Schweinsteiger und Holger Badstuber sind ohnehin noch kein Thema.

Bedauern über Robben-Ausfall

Und seit gestern steht außerdem fest, dass Arjen Robben nach seiner in Augsburg erlittenen Verletzung vor der Winterpause nicht mehr zum Einsatz kommen wird (Bericht).

"Das ist sehr schade für ihn", äußerte Guardiola sein Bedauern über den Ausfall des Niederländers: "Er hat unglaublich gespielt, vor allem in den letzten Monaten hat er grandios, grandios gespielt."

So könnte in Bremen womöglich wieder Franck Ribery Bayerns Mann für die außergewöhnlichen Momente werden. Der Franzose hatte nach seiner in den WM-Playoffs mit Frankreich erlittenen Rippenverletzung in Augsburg ein 24-minütiges Comeback als Einwechselspieler gefeiert.

"Ich freue mich, dass er wieder dabei ist. Er ist für uns ein sehr wichtiger Spieler", sagte Guardiola bei SPORT1 über Riberys Rolle bei den Bayern.

Mittelfeld-Duo noch nicht bei 100 Prozent

Ob er den Flügelflitzer in Bremen schon wieder von Beginn an bringen wird, bleibt abzuwarten. Zumal der Spanier derzeit schon andere Spieler regelmäßig auflaufen lässt, die er gerne noch schonen würde.

Vor allem seine Landsleute Thiago und Javi Martinez bräuchten nach ihren Verletzungen für den Geschmack des Fußballlehrers eigentlich noch mehr Trainingseinheiten.

"Sie spielen gut, aber sie sind nicht in guter Verfassung, weil sie lange pausiert haben", erklärte Guardiola.

Guardiola sehnt Winterpause herbei

Dass die beiden Mittelfeldspieler trotzdem gute Leistungen abrufen, hat für ihn vor allem einen Grund: "Sie sind Persönlichkeiten und haben viel Selbstbewusstsein. Wenn du das hast, kannst du auch mal ohne die ganz große Kondition spielen."

Soll aber auch heißen: Als Dauerzustand käme die aktuelle Personalsituation Guardiola eher unrecht.

Daher sehnt ausgerechnet der Spanier, der in seiner bisherigen Karriere in den kalten Monaten immer durchspielte, die für ihn ungewohnte Winterpause herbei.

Klub-WM noch vor der Pause

"Ich bin neugierig. Ich finde das aber gut, für die Spieler ist es super", sagte Guardiola.

Bis es soweit ist, stehen für die Bayern aber noch zwei Bundesliga-Spiele, das letzte Gruppenspiel in der Champions League und vor allem die Klub-WM an.

Nach Marokko werden die Bayern dann wohl schon als Herbstmeister reisen. Und dort gibt es dann sogar einen echten Titel samt Trophäe zu gewinnen.

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