Zum Durchklicken: Die Krankenakte von Arjen Robben © getty

Durch den Ausfall von Arjen Robben hat sich die Verletztenliste beim FC Bayern nicht verlängert, sondern nur verändert.

Vom FC Bayern berichten Denis de Haas und Reinhard Franke

München ? Man kann es gutes Timing nennen.

Wenn man bei Verletzungen von Timing und gut reden mag.

So bitter der Ausfall von Arjen Robben für den Niederländer und den FC Bayern ist (Bericht) - er hätte für den deutschen Rekordmeister zu einem weitaus schlimmeren Zeitpunkt kommen können.

Denn der Ersatz steht schon bereit: Franck Ribery. Gerade von einer Rippenverletzung genesen, gab der Franzose in Robbens Unglücksspiel beim FC Augsburg ein 24-minütiges Comeback.

Die Verletztenliste der Bayern hat sich nicht verlängert. Sie hat sich nur verändert.

Dennoch: Robben fehlt dem FCB wegen einer tiefen Risswunde bis zum Knochen in den kommenden sechs Wochen - und damit auch bei der Klub-WM in knapp zwei Wochen in Marokko.

Sammer: Ausfall ist "bitter"

"Es tut uns unendlich leid. Arjen war derzeit wohl in der Form seines Lebens und hat zuletzt so viele Spiele für uns mitentschieden. Sein Ausfall ist bitter", erklärte Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Schließlich will der Rekordmeister seinen Briefkopf in diesem Jahr noch mal überarbeiten.

Und ein Robben in jüngster Verfassung hätte die Chancen auf einen Sieg bei der Klub-Weltmeisterschaft sicherlich erhöht. Nun treten die Bayern ohne den Niederländer in Marokko an. Dafür aber mit Ribery.

Ribery-Rückkehr erfreut Guardiola

"Ich freue mich, dass er wieder dabei ist. Er ist für uns ein sehr wichtiger Spieler", sagte Pep Guardiola zu SPORT1.

Der Bayern-Trainer erlebte in dieser Saison schon öfter ein "Verletzter-Wechsel-dich-Spiel". Schreibt Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt einen Münchner gesund, liegt sofort der nächste bei ihm auf der Pritsche.

Im ersten Saisondrittel fielen Javier Martinez, Mario Götze und Thiago wochenlang aus. Kaum war das Trio zurück im Mannschaftstraining, erwischte es andere Spieler.

Selbst Lahm hat es erwischt

Bastian Schweinsteiger, Xherdan Shaqiri, Claudio Pizarro, zuletzt sogar der eigentlich verletzungsresistente Philipp Lahm ? sie alle mussten schon eine Zwangspause einlegen.

Und trotzdem eilen die Münchner von Erfolg zu Erfolg. In 22 Spielen in Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League holten die Bayern 20 Siege. Nur bei den Gastspielen in Freiburg und Leverkusen musste sich Guardiolas Mannschaft mit einem Remis begnügen.

Für Thomas Müller liegt die eindrucksvolle Bilanz auch an der großen Leistungsdichte im Kader.

"Es fällt überhaupt nicht auf, dass wir extrem viele Verletzte haben. Das ist der Bonus, den wir gegenüber anderen Mannschaften haben", sagte der Nationalspieler im Gespräch mit SPORT1.

308 Länderspiele auf dem Platz

Auch nach Robbens Auswechslung brachte es die Bayern-Elf immerhin noch auf insgesamt 308 Länderspiele.

Und bis zum Wochenende könnte dieser Wert noch verbessert werden: Lahm (105 Länderspiele) und Shaqiri (30 Länderspiele) sind ins Mannschaftstraining eingestiegen und für das Spiel bei Werder Bremen wieder ein Thema.

Timing ist eben alles.

Weiterlesen