Nach dem Freiburg-Spiel vor vier Wochen: Martin Bader im Dialog mit den Fans © getty

FCN-Manager Bader schlägt vor dem Mainz-Spiel Alarm: "Das Wasser steht uns bis zum Hals". Die Statistik spricht gegen Nürnberg.

Nürnberg - Nun ist beim 1. FC Nürnberg also endgültig die Zeit der Katastrophenszenarien angebrochen.

Am Freitagabend (ab 20 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) entscheidet sich allem Anschein nach, ob der Bundesligist überhaupt noch zu retten ist.

Natürlich nicht rechnerisch. Schließlich gibt es auch danach noch genügend Möglichkeiten zu punkten.

Aber die zugespitzten Äußerungen von Sportvorstand Martin Bader vor dem Heimspiel gegen Mainz 05 legen nur einen Schluss nahe: Sieg oder Abstieg.

Seit über 28 Wochen sieglos

14-mal hat der Club vergeblich Anlauf genommen in dieser Saison.

Der letzte Dreier des FCN in einem Pflichtspiel ist mehr als 28 Wochen her. Geht es wieder schief, ist ein alleiniger Negativrekord in der Bundesliga-Geschichte erreicht.

"Uns steht das Wasser bis zum Hals", sagte Bader der "Bild"-Zeitung, und legte im "kicker" in ähnlichem Muster nach:

"Wir können einen kleinen Befreiungsschlag landen oder aber in richtige Depression verfallen."

Statistik verspricht nichts Gutes

Wenn man der Statistik glauben schenkt, ist der Club aber ohnehin schon verloren - ganz gleich was gegen Mainz passiert.

1860 München (1977/78) und der MSV Duisburg (1994/95) haben vom Start weg eine ebensolche Durststrecke hingelegt und landeten schließlich in der Zweiten Liga.

Bader hofft, dass die Mannschaft von Trainer Gertjan Verbeek den Gegenbeweis antritt und verleiht der Begegnung deshalb den finalen Charakter.

"Das ist das Spiel für uns. Wir müssen ins Bewusstsein der Mannschaft bringen, um was es geht", sagte der 45-Jährige.

Trainerwechsel bislang wirkungslos

Erstaunlich ist angesichts dieser Gemengelage die immer noch recht positive Grundstimmung um den Nachfolger des glücklosen Michael Wiesinger.

Verbeek ist in seiner fünf Spiele dauernden Amstzeit bislang ebenso wenig erfolgreich.

Aber der 51-Jährige soll eben nicht nur den Klassenerhalt bewerkstelligen, sondern dem FCN auch eine neue Denkweise und einen neuen Stil beibringen - ein herausfordernder Job.

Ohne Feulner, aber weiter offensiv

Trotz aller Widrigkeiten steht Verbeek nach wie vor zu seiner offensiven Grundhaltung.

Er wisse freilich, dass er Erfolg brauche. Aber: "Wir halten an unserem Plan fest. Es gibt keinen anderen Weg", sagte der Niederländer.

So ist es wahrscheinlich, dass der Club gegen das Team von Trainer Thomas Tuchel in Daniel Ginczek (2 Saisontore) und Josip Drmic (5) zwei Stürmer bringt.

Verzichten muss Verbeek wohl auf Mittelfeldspieler Markus Feulner, den eine Grippe plagt.

Routinier Hanno Balitsch ist noch keine Option, seine Rückkehr in den Profikader erfolgt erst nach der Partie.

Mainz als Angstgegner

Obwohl Sportvorstand Bader die Ausgangssituation des Tabellenvorletzten so radikal beschreibt und ihm die allgemeine Anerkennung der Spielweise ("Lob und Pleiten sind die schlimmste Kombination") zuwider ist, warnte Trainer Verbeek vor "zu hohen Erwartungen" und "zu viel Druck":

"Die Spieler wissen, worum es geht und dass wir mal gewinnen sollten."

Stürmer Ginczek will sich "endlich mal wieder ein schönes Wochenende bescheren" und den Negativrekord "mit allen Mitteln" verhindern.

Allzu viel Hoffnung sollten sich die Franken aber nicht machen, denn zur Club-Misere passt auch folgende Bilanz:

Mainz hat gegen keinen anderen Verein der Bundesliga so oft gewonnen wie, na klar, gegen Nürnberg.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Nürnberg: Schäfer - Chandler, Nilsson, Pogatetz, Plattenhardt - Kiyotake, Frantz, Hasebe, Hlousek - Ginczek, Drmic

Mainz: Karius - Pospech, Bell, Noveski, Park - Geis, Zimling - N. Müller, Malli, Okazaki - Choupo-Moting

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

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