Eine Knieverletzung zwingt den Niederländer zu einer längeren Pause. Er fehlt beim Kampf um den ersten großen Titel der Saison.

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Von Tom Vaagt

München - Bayern München muss im Kampf um den ersten großen Titel der Saison ohne Superstar Arjen Robben auskommen.

Die tiefe Risswunde, die sich der Niederländer am Mittwochabend beim 2:0 im Achtelfinale des DFB-Pokals beim FC Augsburg (Bericht) zugezogen hatte, setzt Robben rund sechs Wochen außer Gefecht und macht seinen Einsatz bei der Klub-WM in Marokko unmöglich.

"Arjen Robben hat eine tiefe Risswunde, bis ins Kniegelenk. Durch einen Schuhstollen wurde der Oberschenkelknochen im rechten Bein eingedrückt und ist massiv eingeblutet", sagte Bayerns Vereinsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt am Donnerstag.

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Hitz entschuldigt sich

Robben hatte sich die Verletzung bei einem Zusammenprall mit Augsburgs Schlussmann Marwin Hitz zugezogen und war nach 15 Minuten mit der blutenden Wunde vom Platz getragen worden.

"Ich stoppe ab, weil ich denke, dass es Abseits ist", erklärte der zerknirschte FCA-Keeper nach der Partie: "Dann spielt er weiter, ich gehe hin und komme zu spät. Ich treffe ihn voll, das tut mir sehr leid. Ich habe mich direkt entschuldigt, er war mir auch nicht böse. Es war keine Absicht." ( 816610 Bilder )

Vor seiner Verletzung hatte Robben die Bayern noch mit 1:0 in Führung gebracht. Seine Torgefährlichkeit dürfte dem deutschen Rekordmeister in den kommenden Wochen an allen Ecken und Ende fehlen - auch und gerade bei der Klub-WM.

Auch Schweinsteiger fehlt in Marokko

Die Münchner reisen am 14. Dezember nach Nordafrika und bestreiten dort drei Tage später ihr Halbfinale gegen den Sieger der Partie zwischen Guangzhou Evergrande aus China und dem ägyptischen Topklub Al Ahly Kairo.

Neben Robben fehlen den Münchnern in Marokko auch die Langzeitverletzten Bastian Schweinsteiger und Holger Badstuber. Kapitän Philipp Lahm und Xherdan Shaqiri sind derzeit ebenfalls angeschlagen, werden aber bei der Klub-WM wohl wieder zur Verfügung stehen.

Weitaus angespannter gestaltet sich folglich die gegenwärtige Personalsituation. Am Samstag geht es zu Werder Bremen, drei später kommt Manchester City zum abschließenden Gruppenspiel der Champions League. Im letzten Ligaspiel 2014 kommt dann der Hamburger SV nach München.

"Bin bitter enttäuscht"

Robben, zuletzt in Top-Form, wäre für die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola die vielleicht wichtigste Stütze im Jahresendspurt gewesen.

"Natürlich bin ich bitter enttäuscht", sagte der Flügelstürmer: "Ich war derzeit so gut drauf, ich habe mich auf jedes Spiel mit unserer Mannschaft gefreut. Nun das. Aber ich komme fit zurück und werde dann mit der Mannschaft die Ziele anpacken, die wir uns für diese Saison vorgenommen haben."

Aktiv eingreifen kann Robben, der in den vergangenen vier Pflichtspielen insgesamt fünf Tore erzielte, allerdings erst wieder mit Beginn der Rückrunde.

Sammer hadert und poltert

"Es tut uns unendlich leid, dass es Arjen in Augsburg so schlimm erwischt hat", sagte FCB-Sportvorstand Matthias Sammer:

"Arjen war derzeit wohl in der Form seines Lebens und hat zuletzt so viele Spiele für uns mitentschieden. Sein Ausfall nun ist bitter. Aber er wird jede Hilfe von uns erhalten und uns in der Rückrunde wieder zur Verfügung stehen."

Sammer hatte die Verletztenmisere der Bayern bereits unmittelbar nach dem Sieg in Augsburg beklagt und mehr Respekt für die derzeitigen Leistungen des Triple-Sieger eingefordert.

"Arbeiten täglich hart"

"Mich stört, dass man eine blöde Diskussion führt, dass wir im Vorbeigehen automatisch der Sieger sind, sobald wir auf den Platz laufen", schimpfte Sammer:

"Man muss einfach auch mal anerkennen, wenn wir gut spielen und gute Ergebnisse erzielen. Mir kommt viel zu kurz, dass wir in letzter Zeit ein hohes Maß an Spielern ersetzen mussten. Wir betreiben einen unglaublichen Aufwand dafür, dass wir täglich sehr hart arbeiten."

Dieser Aufwand dürfte nach dem Ausfall Robbens kaum geringer werden.

Ribery-Comeback macht Hoffnung

Immerhin kehrte im Pokal-Achtelfinale Franck Ribery zurück.

Der Franzose, der zuvor von einer Rippenverletzung gebremst worden war, feierte nach seiner Einwechslung in der zweiten Hälfte sein Comeback und könnte in den kommenden Wochen gemeinsam mit Nationalspieler Mario Götze die Flügelzange der Münchner bilden.

Noch immer eine starke Kombination. Aber: Die Alternativen auf der Bank sind auch bei den Bayern erschöpflich.

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