Horst Heldt ist seit Juli 2010 im Vorstand des FC Schalke © getty

Heldt verbietet Spielern und Trainer nach dem VfB-Spiel, dem "ZDF" Interviews zu geben. Der Sender will die Lage deeskalieren.

München - Es war die Retourkutsche des Horst Heldt.

Der Sportvorstand des FC Schalke 04 machte am Samstag nach dem Heimsieg gegen Stuttgart (Spielbericht) noch einmal deutlich, wie sauer er auf das "ZDF" ist.

Spieler, Trainer Jens Keller und Heldt selbst standen dem Sender nicht für Aussagen zur Verfügung. "Das ist meine Entscheidung gewesen", erklärte Heldt.

Das "ZDF" zeigte im "Aktuellen Sportstudio" am Samstagabend wie gewohnt die ersten Free-TV-Bilder zum Topspiel. Anschließend meldeten sich diverse Stuttgarter Spieler zu Wort. Die Schalker Gewinner schwiegen.

ZDF nicht attraktiv genug

"Die Schalker fühlen sich ungerecht behandelt", begründete Moderator Sven Voss das Fehlen der O-Töne. Und Heldt sagte süffisant: "Wir haben es nicht attraktiv genug gefunden, uns zum Interview zu stellen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Jetzt bekommen sie nur Stimmen vom Verlierer. Aber das muss man dann auch mal aushalten", ergänzte Heldt.

Schalkes Fußball nicht attraktiv genug

Der Hintergrund des Schalker Boykotts: Das "ZDF" überträgt beim Vorrundenfinale der Champions League am 11. Dezember zum dritten Mal eine Partie des Reviernachbarn Borussia Dortmund anstelle des entscheidenden Spiels der Gelsenkirchener gegen den FC Basel.

Der BVB sei attraktiver als Schalke, hieß es in der Begründung des Senders, der ein Mittwochsspiel seiner Wahl zeigen darf.

"Das Schicksal des ehemaligen Champions-League-Finalisten BVB ist in unserer Wahrnehmung spannender und interessanter für die Zuschauer", hatte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz erklärt: "Der BVB spielt den attraktiveren Fußball und die Quoten sind besser."

Diese Aussage war bei den Schalkern gar nicht gut angekommen. "Diese Begründung ist nicht ansatzweise akzeptabel", ereiferte sich Heldt, "das sagt man nicht öffentlich."

Einmaliger Boykott

Künftig werden die Gelsenkirchener aber auch wieder dem "Zweiten" wieder Rede und Antwort stehen.

"Wir sind nicht beleidigt. Wir werden auch wieder ganz normal mit ihnen reden. Da muss man sich mal schütteln, dann geht's weiter", erklärte Heldt.

Auch "ZDF"-Sportchef Gruschwitz ist darauf bedacht, die Wogen mit den Königsblauen zu glätten. Via Twitter ließ er vermelden: "Uns ist sehr an Deeskalation gelegen, suchen Gespräch mit Schalke und der DFL."

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