Marco Reus reagierte verärgert auf das Verhalten einiger Fans
Marco Reus wechselte 2012 von Gladbach zum BVB © getty

Die Dortmunder bleiben vom Verletzungspech gebeutelt. Trainer Jürgen Klopp muss im DFB-Pokal gegen Saarbrücken erneut umbauen.

Vom BVB berichtet Frank Hellmann

Mainz - Dortmunds Verletzungspech hört nicht auf, im Gegenteil: Jürgen Klopp muss erneut an seinem Team basteln.

Schon beim 3:1-Sieg in Mainz (Bericht) hatte der BVB-Coach zur Pause sein Wechselkontigent ausgeschöpft, im DFB-Pokal-Achtelfinale fällt nun Marco Reus aus.

Der Offensivspieler laboriert an einem Bluterguss in der Wade, den er sich am Samstag zuzog.

Nach dem Abklingen des Hämatoms soll voraussichtlich am Donnerstag eine genaue Diagnose erfolgen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) .

Fraglich ist auch der angeschlagene Jakub Blaszczykowski, der an Hüftproblemen leidet. Nuri Sahin, Robert Lewandowski und Erik Durm werden hingegen wohl rechtzeitig fit.

Heftiges Programm

Ein kleiner Hoffnungsschimmer, denn das Programm der Schwarz-Gelben ist knackig: Nach der Pokalpartie tritt Dortmung gegen Bayer Leverkusen an, anschließend folgt das entscheidende Champions-League-Gruppenspiel bei Olympique Marseille.

Die Borussen müssen sich ins Ziel retten. Irgendwie. In der Winterpause sollen dann die Wunden geleckt und kuriert werden.

In der Tiefe fehlt Qualität

Doch geht der Drahtseilakt bis dahin gut? Mehr denn je wird klar, dass es dem Kader der Schwarz-Gelben in der Tiefe an Qualität fehlt, um auf langfristige Ausfälle reagieren zu können.

Im Grunde sind Verletzungen wie jene von Ilkay Gündogan, Neven Subotic, Marcel Schmelzer oder Mats Hummels ? allesamt zentrale BVB-Figuren ? in Dortmund nicht zu kompensieren. Anders als in München. Aber diesen Vergleich will Vorstandschef Hans-Joachim Watzke nicht zulassen. ( 814593 DIASHOW: Die Bilder des 14. Spieltags )

"Solange bei den Personalkosten ein Delta von 103 Millionen Euro liegt, müssen wir uns da nicht miteinander messen."

Bezeichnend, dass Klopp am Samstag einen lobte, den er selbst aus achtmonatiger Arbeitslosigkeit befreit hatte. Manuel Friedrich, der sich einen erfreulich selbstironischen wie selbstkritischen Blick aufs aufgeregte Business bewahrt hat, wirkte deutlich verbessert gegenüber seinem Comeback in der Vorwoche.

Warmherziger Empfang für Friedrich

Der ehemalige Mainzer Musterschüler freute sich über den warmherzigen Empfang an ehemaliger Wirkungsstätte ? und konnte auch verschmerzen, dass Vater Hubert, Vorstandsmitglied bei den 05ern, "richtig böse ist" (Manuel Friedrich).

Anders als im Spitzenspiel gegen die Bayern bildete die Notverpflichtung gemeinsam mit dem Griechen Sokratis ein resolutes Gespann in der neuen BVB-Viererkette.

"Es geht von Tag zu Tag besser, es fühlt sich fast so wie früher an", sagte er.

Was auch sein Trainer mit Wohlgefallen registrierte. Es ist ja durchaus ein Risiko, mitten in der Saison einen Profi zu verpflichten, der nicht nur gedanklich an einem Kicker-Engagement in China arbeitete.

Dortmunds Sieg in Mainz bei SPORT1.fm

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Lob von Klopp

"'Manu' hilft uns ungemein", versicherte Klopp, er bringt uns Stabilität."

Friedrichs Fortschritte kommen vor dem Pokalspiel am Dienstag beim 1. FC Saarbrücken (20.15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) zur rechten Zeit, denn beim Tanz auf drei Hochzeiten gehen allmählich die Alternativen aus.

Klopp zählte am Samstag auf, dass bei Sven Bender (Oberschenkel) und Jakub Blaszczykowski (Hüfte) nicht sicher sei, ob sie bis zur Dienstreise ins Saarland wieder einsatzbereit seien.

Respket vor Drittligist

Vor dem Drittligisten hat Klopp eine Menge Respekt: "Wir betrachten den Gegner unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit. Niemand von uns wird dieses Spiel unterschätzen."

Die zu dünne Personaldecke ist ein ernstes Problem beim Champions-League-Finalisten ? die kurze Irritation beim finalen Strafstoß dagegen nur ein Problemchen.

Klopp hatte neun Finger in die Luft gereckt, um seinem Torjäger Robert Lewandowski nach einem ersten Elfmeter (78.) auch die zweite Vollstreckung (90.+4) anzutragen, aber plötzlich stand Henrik Mkhitaryan bereit "und der hat leider die Zehn."

Die Enttäuschung des Armeniers nahm der BVB-Coach "komplett auf meine Kappe." Noch in der Kabine entschuldigte sich der Trainer beim Spieler.

Einen verärgerten Star kann sich Klopp schon angesichts der aktuellen Personallage nicht leisten.

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