Der 96-Coach ist angeschlagen und steht nach der Negativserie unter Druck. Klubboss Kind erklärt bei SPORT1, warum Slomka leidet.

[kaltura id="0_e2l3huja" class="full_size" title=""]

Hannover - Mirko Slomka wirkt angeschlagen. Kein Wunder nach sieben Spielen ohne Sieg.

96-Präsident Martin Kind will den Trainer von Hannover 96 aufbauen und schraubt die Erwartungen vor dem Krisen-Duell gegen Eintracht Frankfurt (ab 15.15 Uhr auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) runter.

"Mit einem Unentschieden wäre ich hochzufrieden, bei einem Sieg wäre ich überglücklich, aber das wäre eine kleine Sensation", sagt Kind zu SPORT1.

Diese Aussage dürfte Slomka aber kaum beruhigen. "Die Situation geht mir nah. Ich leide unter dieser Serie", gibt der Coach zu.

"Niederlagen hasst er wie die Pest"

Was Kind wiederum wenig wundern dürfte: "Mirko Slomka ist ein absoluter Siegertyp. Niederlagen hasst er wie die Pest", sagt der Klubchef.

Es ist die größte Krise des Trainers nach fast vier Jahren seit der Rückkehr des ehemaligen Jugend- und Co-Trainers in die niedersächsische Landeshauptstadt im Jahr 2010.

Saisonziel nach unten korrigiert

Mit 14 Punkten steht Hannover nur noch drei Zähler vor dem Relegationsplatz - vor nicht einmal zwei Monaten lag 96 noch auf Platz fünf.

Das ursprüngliche Saisonziel Europa League wurde längt nach unten revidiert. Neue Vorgabe bis zur Winterpause ist die 20-Punkte-Marke.

Dufner fordert Geschlossenheit

"Wir dürfen jetzt keine Luftschlösser bauen und wollen uns schnellstmöglich aus dieser schwierigen Situation befreien", betont Manager Dirk Dufner. Diesem Ziel müsse alles untergeordnet werden: "Das geht nur über Geschlossenheit." Geschlossen mit Slomka.

Denn egal, wie die Partie gegen Frankfurt endet: Er soll Coach in Hannover bleiben. "Die Frage stellt sich überhaupt nicht", beteuert Kind bei SPORT1 und ergänzt: "Die Mannschaft hat deutlich mehr Potential, als sie bisher gezeigt hat."

Vier Spiele bleiben Hannover und Slomka, um wenigstens das Minimalziel der Vereinsbosse zu erfüllen. "Ich bin mir meiner Verantwortung bewusst - meine Entscheidungen müssen sitzen", sagte der Trainer der "Bild": "Wir sind in einer gefährlichen Situation, brauchen Punkte. Ich bin hundertprozentig überzeugt, dass wir die Kurve kriegen."

Lösbare Aufgaben bis zum Winter

Sein Faustpfand: In den Partien bis Weihnachten warten durchweg lösbare Aufgaben: Frankfurt, der VfB Stuttgart, der 1. FC Nürnberg und der SC Freiburg .

Gegen die Eintracht setzt der 46-Jährige auf die Heimstärke seines Teams. In den vergangenen neun Spielen im eigenen Stadion gab es für Hannover nur eine Niederlage. "Dabei soll es bleiben", sagte der Coach.

Er weiß aber auch, dass der letzte Heimsieg mittlerweile zehn Wochen zurückliegt (2:1 am 21. September gegen den FC Augsburg): "Wir befinden uns in der kampfbetonten Zone der Tabelle - so müssen wir auch auftreten: Laufstark, willig und frech."

Auch Eintracht hofft auf Trendwende

In Frankfurt weckt die magische Europacup-Nacht mit der vorzeitigen Qualifikation für die K.o.-Runde der Europa League derweil Hoffnungen auf eine Trendwende im Liga-Alltag.

Der 1:0-Erfolg am vergangenen Donnerstag bei Girondins Bordeaux sei angesichts der Negativserie von acht Punktspielen ohne Sieg "psychologisch wichtig" gewesen, sagte Trainer Armin Veh.

"Aber wir haben immer noch unheimliche Probleme. Wir können nicht rotieren. Wir müssen jetzt schnell regenerieren und uns neu aufstellen. Das ist nicht einfach für die Mannschaft."

Weiterlesen