Luiz Gustavo (r.) erzielte in Augsburg sein erstes Bundesliga-Tor für Wolfsburg © imago

Das Hecking-Team feiert in Augsburg seinen ersten Auswärtssieg der Saison und tilgt eine schmerzliche Niederlage.

Augsburg - Den Wolfsburgern fiel nach dem Schlusspfiff gleich eine doppelte Last von den Schultern.

Das 2:1 beim FC Augsburg bedeutete nicht nur den ersten Auswärtssieg der Saison im fünften Anlauf, es heilte auch die tiefen Wunden der Derby-Schmach vor der Länderspielpause.

Gegen den Aufsteiger mussten die "Wölfe" vor zwei Wochen eine bittere 0:2-Heimniederlage hinnehmen, die ihnen die eigenen Fans übel nahmen.

"Wir haben die Derby-Niederlage gegen Braunschweig 14 Tage mit uns herumgetragen. Das waren keine angenehmen 14 Tage", betonte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking bei "sky".

In der Anfangsphase habe man die Verunsicherung auch noch gespürt. Danach aber "hat die Mannschaft gezeigt, was sie kann", so Hecking (794646Bilder des Spiels).

Wende in sieben Minuten

Durch Tore von Maximilian Arnold (35.) und Luiz Gustavo (42.), die jeweils ihr erstes Saisontor für den VfL markierten, drehten die Gäste in der Fuggerstadt das Spiel noch zu ihren Gunsten.

In der Tabelle machten sie einen riesigen Sprung von Platz 14 auf Rang neun (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

In die andere Richtung ging es dagegen für die Augsburger, die trotz der frühen Führung durch Tobias Werner (10.) zum vierten Mal in Folge nicht gewinnen konnten.

"Wir sind natürlich enttäuscht. Wir haben in den ersten 35 Minuten ein ordentliches Spiel abgeliefert. Wir hätten 2:0 oder 3:0 führen müssen", bemängelte FCA-Coach Markus Weinzierl die mangelnde Kaltschnäuzigkeit seines Teams.

Traurige Premiere für FCA

Augsburg rutschte nicht nur auf den 13. Platz ab, sondern musste auch die erste Bundesliga-Niederlage gegen die Wolfsburger hinnehmen.

Bis zum Ausgleich durch Arnold schien Wolfsburg vor 27.554 Zuschauern zunächst von allen guten Geistern verlassen. Augsburg griff überfallartig mit schnellem und schnörkellosem Spiel an, die Gäste offenbarten im Defensivbereich Stellungsfehler und Abstimmungsprobleme.

Ehe Arnolds Weitschuss an Freund und Feind vorbei aus 25 Metern ins Tor flog, hätte Augsburg schon höher führen müssen. Torschütze Werner (13./29.) und Halil Altintop (4./31.) vergaben allerdings weitere Großchancen. Und hinten unterliefen dem FCA zwei vermeidbare, aber entscheidende Fehler.

Wolfsburg anfällig

Wolfsburg benötigte eine Viertelstunde, um sich in der Defensive einigermaßen zu sortieren, brachte danach offensiv aber nur wenig Konstruktives zu Stande und blieb zudem anfällig für die stürmischen Angriffe der Augsburger:

Vor allem Torschütze Werner und Andre Hahn auf der rechten Außenbahn sorgten für Gefahr vor dem Tor des guten Diego Benaglio im Tor der "Wölfe".

Der zu diesem Zeitpunkt völlig überraschende Ausgleichstreffer durch das erste Saisontor des erst 19 Jahre alten Arnold - einer von drei Neuen in der Wolfsburger Startelf - erwischte Augsburg kalt. Patrick Ochs in seinem 300. Bundesligaspiel und Slobodan Medojevic spielten erstmals in dieser Saison von Beginn an.

Augsburg unaufmerksam

Nach dem 1:1 begegneten sich beide Mannschaften zumindest auf Augenhöhe - Augsburg aber leistete sich beim Freistoß von Ricardo Rodriguez, den Luiz Gustavo per Kopf zum ersten Saisontor nutzte, einen sträflichen Moment der Unachtsamkeit.

Diesem Fehler lief der FCA in der zweiten Halbzeit mit höchstem Einsatz hinterher, drängte Wolfsburg zurück, spielte aber dabei nicht mehr so geradlinig wie in der ersten Halbzeit. Wolfsburg brachte seinerseits aus dem Spiel heraus nur wenig zustande, stand aber defensiv nun besser.

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