Nach dem Phantomtor von Sinsheim sollte dem Letzten klar sein: Der moderne Profi-Fußball braucht technische Hilfsmittel. Sofort.

Stefan Kießling ist der Mann für die wichtigen Treffer. Und für viele.

25 waren es in der vergangenen Saison. So oft netzte kein anderer ein. Auch in dieser Spielzeit sind es schon wieder sechs. Wobei: Nicht so richtig.

Kießlings Tor bei Leverkusens 2:1 in Hoffenheim war ja keines. Das weiß nun jeder. Dank Wiederholungen, Zeitlupen und noch mehr Wiederholungen.

Ein Phantomtor also. Der Ball schlich sich durch die Nebeneingang in die löchrigen Maschen.

Darüber lässt sich jetzt vortrefflich diskutieren. Und manche meinen gar: Auch Fehlentscheidungen machen den Charme des Fußballs aus.

Das mag richtig sein. Zumindest dann, wenn es um nicht geahndete Trikotzupfer oder umstrittene Handspiele geht.

Aber der Fall vom Freitagabend hat andere Ausmaße - und er hätte vermieden werden können.

Torlinien-Technologie heißt das Zauberwort. Es ist nicht neu, sondern fast schon abgegriffen. Schließlich taucht es eigentlich immer auf, wenn sich die Frage stellt: War der Ball hinter der Linie?

[image id="f4c60d70-63c6-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Die FIFA ist da progressiv. Bei der WM im kommenden Jahr kommt das System zum Einsatz.

Doch die FIFA ist auch rückständig. In Zürich hält man die Tatsachenentscheidung für das höchste Gut des Spiels.

Hoffenheim könnte dies zum Verhängnis werden. Senken die höchsten Hüter des Weltverbandes den Daumen, hat der Protest der Kraichgauer keine Chance. Der DFB will sich schließlich an die Vorgaben der FIFA halten.

Wiederholungsspiel? Dann wohl Fehlanzeige.

Fair ist das nicht. Eher gestrig.

Bei der DFL sollte man nun handeln - auch wenn das die aktuelle Problematik nicht mehr löst.

Die Torlinien-Technologie in der Bundesliga muss her. Jetzt und endlich. Und nicht erst wie geplant frühestens 2015.

Denn das Spiel und die Welt, in der es gespielt wird, haben sich geändert.

Technik ist überall. Warum also nicht in den Stadien?

Das Argument, der Profi-Fußball würde sich bei der Einführung des Hilfsmittels von der Basis entfremden, zählt jedenfalls nicht.

Sicher: Kein unterklassiger, kleiner Klub wird sich das System leisten können.

Aber dort gibt es auch keine Super-Zeitlupen oder unzählige Kamerawinkel. Stören tut dies niemanden.

Ein wenig Gerechtigkeit gab es an diesem neunten Spieltag aber dennoch: Bayern und Dortmund gewannen. Leverkusen war nur über Nacht Tabellenführer.

Hoffenheim dürfte all das aber ziemlich egal sein.

Weiterlesen