Zlatko Junuzovic kam von Austria Wien nach Bremen © getty

Statt Torjubel gibt es bei der ersten Nullnummer der Saison Brummschädel. Bremens Trainer Dutt flüchtet sich in Sarkasmus.

Bremen - Robin Dutt flüchtete sich nach der Nullnummer-Premiere (Bericht) in Sarkasmus und wünschte sich Superstar Franck Ribery in sein Team.

"Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass wir das mit dem ersten 0:0 hinkriegen - hat prompt geklappt", sagte der Trainer von Werder Bremen mit einem bitteren Lächeln auf den Lippen nach dem ersten torlosen Unentschieden überhaupt in der laufenden Saison gegen den SC Freiburg. (794646Bilder des Spiels)

Mit Ribery wäre das nicht passiert

Mit Europas Fußballer des Jahres vom FC Bayern hätte Dutt nach eigener Aussage den zwischenzeitlichen Sprung auf Platz vier feiern können: "Ein Ribery hätte wohl eine der Chancen genutzt."

Doch weil der kleine Franzose ja bekanntlich ein paar hundert Kilometer weiter südlich von Bremen sein Geld verdient und ohnehin im Moment leicht verletzt ist, endete an der Weser das ganz große Spektakel in der Liga.

Bisher ist in allen anderen Partien in Deutschlands Eliteliga mindestens ein Törchen gefallen.

Wie ein Eichhörnchen

Doch ausgerechnet im Weserstadion - in Bremen war dieses Duell zuvor noch nie torlos ausgegangen - wollte das Runde nicht ins Eckige. Ein Jubiläum war es aber nicht, sondern erst das 999. torlose Unentschieden in der Geschichte der Bundesliga.

Freiburgs Trainer Christian Streich konnte der Diskussion nach dem Ende der Serie nichts abgewinnen.

"Es hätten ja durchaus Tore fallen können, die Chancen waren ja da. Das Spiel hätte auch 1:1 oder 2:2 ausgehen können", sagte Streich, der glücklich war, dass sein Team erstmals in dieser Saison ohne Gegentor blieb: "Das Unentschieden geht in Ordnung. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Das Warten geht weiter

Doch auch nach dem Punktgewinn bleibt der Europa-League-Teilnehmer ohne Sieg weiter Vorletzter.

Immerhin hagelte es nicht die fünfte Saisonniederlage. Streich konnte sich hinterher bei seinem starken Keeper Oliver Baumann bedanken, dass Werder aus zahlreichen guten Möglichkeiten kein Tor machte.

Besonders Aaron Hunt und Nils Petersen vergaben zum Teil beste Chancen. Doch weil sie eben nicht mit ganz so viel Talent wie ein Ribery gesegnet sind, bleibt Werder im Mittelfeld hängen.

"Es ist einfach nicht mehr so, dass wir Freiburg fünf Stück einschenken können", sagte Hunt hinterher: "Damit muss sich jeder abfinden."

Dutt fordert Geduld

Ganz so einfach scheint das für die erfolgsverwöhnten Werder-Fans aber nicht zu sein. Mitte der zweiten Hälfte wurden die Pfiffe von den Rängen deutlich lauter.

Dutt warb deshalb um Geduld.

"Wir werden uns weiter zwischen Haareraufen, Schritt nach vorn, Schritt zurück, guten und schlechten Halbzeiten bewegen", sagte er nach dem Speil gegen seine alte Liebe Freiburg, wo er zwischen 2007 und 2011 in der Verantwortung stand. Werder befinde sich am Beginn einer Entwicklung.

Junuzovic sorgt für Schreck

"Der Trend ist ganz in Ordnung", sagte Dutt, der in der 77. Minute eine Schrecksekunde erlebte. Zlatko Junuzovic blieb nach einem Zusammenprall mit Nicolas Höfler blutverschmiert liegen und musste prompt ausgewechselt werden.

Dutt ergänzte, dass man immerhin die vergangenen vier Partien nicht verloren habe. Allerdings datiert der letzte Sieg auch schon vom 21. September (2:0 in Hamburg). Gegen Freiburg verhinderte in der zweiten Hälfte auch eine erschreckende Fehlpassquote von 37 Prozent einen Treffer - mit Ribery wäre wohl auch das nicht passiert.

Weiterlesen