Die Hertha hat nach neun Spielen schon vier Siege auf dem Konto © getty

Dank Ramos schlägt Berlin die Borussia und klettert weiter nach oben. Von Europa spricht keiner. Stranzl fliegt vom Platz.

Berlin - Die Berliner präsentierten sich nach der Partie genauso resolut wie schon während der 90 Minuten auf dem Platz (794646Bilder des Spiels).

Souverän blockten sie alle Fragen nach einer möglichen Korrektur der Saisonziele ab.

Unisono sprachen sie nach dem 1:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach und dem damit verbundenen Sprung auf Platz vier von einer "schönen Momentaufnahme" (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Vom Einzug in den Europapokal wagt beim Aufsteiger niemand zu träumen. "Wir schauen am 34. Spieltag auf die Tabelle, dann wollen wir wieder Bundesliga spielen", erneuerte Hertha-Manager Michael Preetz bei "sky" das Ziel Klassenerhalt. Träumen dürften lediglich die Fans.

Luhukay lobt Defensive

Auch Trainer Jos Luhukay blieb nach dem knappen Erfolg durch das Goldene Tor von Adrian Ramos (36.) betont sachlich, hob aber auch die Abwehrleistung seines Teams hervor.

"Es war ein sehr intensives Spiel. Ich war positiv davon überrascht, dass meine Mannschaft auch die Defensive beherrscht hat", sagte der Niederländer, der Ronny die gesamten 90 Minuten auf der Bank sitzen ließ und damit das brasilianische Bruderduell mit Raffael verhinderte.

Gladbachs Coach Lucien Favre haderte indes mit der mangelnden Konzentration der Gäste vor der Pause. "Wir machen ein unnötiges Foul", sprach er die Freistoßsituation an, die zum entscheidenden Gegentreffer führte: "In der ersten Halbzeit haben wir fast alles kontrolliert. Wir hätten führen sollen."

"Martin hat das nicht verdient"

Auch die Gelb-Rote gegen Verteidiger Martin Stranzl in der Nachspielzeit erzürnte den Schweizer: "Martin hat das nicht verdient. Ich denke, dass der Platzverweis übertrieben ist."

Durch die Niederlage musste das Team von Favre die Herthaner in der Tabelle passieren lassen, während Berlin vor 61.539 Zuschauern im Olympiastadion auch im vierten Spiel in Folge ungeschlagen blieb.

Gladbach indes enttäuschte auswärts erneut und blieb auch im fünften Spiel auf des Gegners Platz ohne Sieg.

Ramos schlägt zu

Die Hertha hatte wieder sehr mutig begonnen, verteidigte hoch und wirkte optisch überlegen.

Allerdings mangelte es zunächst an der nötigen Gefahr vor dem gegnerischen Tor. Erst eine Standardsituation ermöglichte die Führung.

Der starke Norweger Per Ciljan Skjelbred, der in neuer Rolle zentral im offensiven Mittelfeld agierte, zirkelte den Ball genau auf den Kopf von Ramos, der aus elf Metern in den Winkel verlängerte. Gladbach-Keeper Marc-Andre ter Stegen war machtlos.

Kruse prüft Kraft

Gladbach stand im ersten Durchgang oft hinten drin, war aber die gefährlichere Mannschaft. Nationalspieler Max Kruse stellte Herthas Keeper Thomas Kraft gleich dreimal auf die Probe. Beim letzten Schuss aus 18 Metern kurz vor der Pause konnte sich Berlins Nummer eins mit einer tollen Faustabwehr auszeichnen.

Wer einen Sturmlauf der Gäste zur zweiten Halbzeit erwartet hatte, sah sich zunächst getäuscht. Gladbach wirkte behäbig im Aufbau, vor dem Tor fehlte die Geradlinigkeit in den Aktionen. Immer wieder wurde noch ein Haken geschlagen, anstatt den Abschluss zu suchen.

Berlin ließ sich geschickt etwas fallen, war aber durch Konter immer gefährlich. Sami Allagui (60.) stürmte allein auf ter Stegen zu, scheiterte aber am Keeper. Ramos (63.) erzielte einen weiteren Treffer, doch Schiedsrichter Jochen Drees entschied auf Abseits.

Luhukay überrascht

Hertha-Trainer Luhukay sorgte bei der Aufstellung wieder einmal für eine Überraschung.

Routinier Lewan Kobiaschwili durfte überraschend von Beginn an ran. Der 36 Jahre alte Georgier ersetzte bei seinem Startelf-Debüt im linken Mittelfeld Nachwuchsmann Nico Schulz.

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