Vor dem Heimdebüt des neuen Trainers schwärmt Hamburgs Sportchef Kreuzer bei SPORT1 von der Arbeit des Niederländers.

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Von Reinhard Franke

München - Man bricht eine Party nicht gern ab, wenn sie am schönsten ist.

Für den Hamburger SV kam die Länderspielpause jedenfalls zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Der Grund für die Unlust auf die Pause?

Der HSV hatte sich unter dem neuen Trainer Bert van Marwijk gerade wieder aufgerappelt: 2:2 bei Eintracht Frankfurt, 5:0 beim 1. FC Nürnberg.

Der Start des Niederländers in der Hansestadt ist gelungen, die positive Stimmung zurückgekehrt. Und das in rasender Geschwindigkeit. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Großer Wert auf Defensivverhalten"

"Die Mannschaft hat sich schon durch den Pokalsieg gegen Greuther Fürth ein Erfolgserlebnis verschafft. Das hat auch Bert van Marwijk den Einstieg ein bisschen erleichtert", sagt HSV-Sportchef Oliver Kreuzer im Gespräch mit SPORT1.

Vor der Heimpremiere van Marwijks gegen den VfB Stuttgart (ab 15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) erklärt der Manager dann, was der frühere Bondscoach alles für den Stimmungsumschwung und die Leistungssteigerung beim HSV getan hat:

"Er hat in den ersten Wochen seiner Arbeit großen Wert darauf gelegt, dass Defensivverhalten der Mannschaft insgesamt zu verbessern. Dabei verliert er aber nicht aus den Augen, auch die fußballerischen Qualitäten der ganzen Mannschaft und der einzelnen Spieler zu fördern."

Das Selbstvertrauen ist zurück

Kreuzer versteht die Entwicklung "als laufenden Prozess, der eine Zeit andauern wird. Erfolge wie der Punktgewinn in Frankfurt oder der Sieg in Nürnberg können gewisse Dinge dabei beschleunigen, weil das Vertrauen in die eigenen Stärken wächst."

Er ist von der Philosophie des neuen Trainers absolut überzeugt - von Euphorie könne jedoch keine Rede sein, betont Kreuzer:

"Ich erlebe hier niemanden euphorisch. Dazu besteht auch nicht mal im Ansatz Veranlassung. Im ersten Schritt geht es nur darum, dass wir uns nach dem unbefriedigenden Start vom Tabellenende weg ins Mittelfeld bewegen."

Und der 47-Jährige fügt hinzu: "Das hat auch Bert van Marwijk vom ersten Tag an betont. Daher richten sich unsere Blicke jetzt nur auf das Spiel gegen den VfB Stuttgart. Wir wollen nun dran bleiben, nach Möglichkeit weiter Boden gutmachen."

Lieblingsgegner VfB

Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Die Schwaben sind so etwas wie der Lieblingsgegner der Hamburger.

Zumindest statistisch hat man gegen keinen Verein mehr Siege eingefahren als gegen den VfB. In bislang 96 Duellen siegte der HSV 42-mal (28 Heimsiege).

Zuletzt setzte es in vier Partien gegen die Stuttgarter allerdings drei Pleiten. Auch deshalb sind die Hamburger gewarnt.

Aber der HSV hat ja einen neuen Hoffnungsträger.

Kreuzer schwärmt geradezu von van Marwijk, will dies aber nicht als Kritik an Ex-Coach Thorsten Fink verstanden wissen.

"Große Souveränität und Erfahrung"

"Bert van Marwijk strahlt große Souveränität und Erfahrung aus, hat eine genaue Vorstellung davon, wie Dinge im Trainingsbetrieb und auch im Drumherum abzulaufen haben", erklärt Kreuzer:

"Dazu besitzt er die Gabe, der Mannschaft diese Vorstellungen auch klar und deutlich vermitteln zu können."

Herrscht ein neuer Geist im Team? "Ich rede ungern von einem neuen Geist", meint Kreuzer: "Erfolge führen zu gesteigertem Selbstbewusstsein. Für uns muss es darum gehen, etwas Nachhaltiges zu entwickeln. Das ist in ein paar Wochen nicht möglich."

Van Marwijk hofft auf gutes Heimdebüt

Dieses gesteigerte Selbstbewusstsein gilt es nun gegen die Stuttgarter zu zeigen und van Marwijk einen gelungen Einstand vor heimischer Kulisse zu bescheren.

Doch ein Selbstläufer wird es nicht. Im Gegenteil.

"Der VfB Stuttgart hat sich zuletzt in einer sehr guten Verfassung präsentiert", sagt Kreuzer: "In den vergangenen Wochen viele Punkte eingefahren. Da kommt ein harter Brocken auf uns zu."

Die Feierlaune soll der Gast dem HSV heute aber nicht verderben.

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