David Alaba (l.) wechselte 2008 von Austria Wien in die Jugend des FC Bayern © getty

Die Bayern stellen die Weichen für die Zukunft. Einigen Leistungsträgern winken neue Verträge. Die WM sorgt für Zeitdruck.

Von Christoph Lother

München - "Ära" ist mittlerweile ein fast schon inflationär gebrauchtes Wort an der Säbener Straße.

Spätestens seit der offiziellen Vorstellung von Startrainer Pep Guardiola Ende Juni träumen sie beim FC Bayern alle von einer neuen Ära.

Von einer Ära a la FC Barcelona. Voller Glanz und Gloria. Voller Titel und Triumphe.

Mit aller Macht wollen die Münchner Europas Fußball-Thron verteidigen. Der Triple-Gewinn aus der Vorsaison soll keine Ausnahme bleiben.

Dafür arbeiten sie beim deutschen Rekordmeister jeden einzelnen Tag - auch abseits des Platzes.

So holten die Münchner neben Coach Guardiola in Mario Götze und Thiago Alcantara auch zwei hochkarätige Kicker.

Und jetzt? Jetzt wollen sie dafür sorgen, dass auch von den bisherigen Erfolgsgaranten keiner vorzeitig von Bord geht.

Gespräche mit Boateng

Obwohl die Abwehrspieler Jerome Boateng und David Alaba noch bis 2015 an den Klub gebunden sind, sollen sie ihre Verträge so bald wie möglich verlängern.

"Die Gespräche laufen", verriet Boateng kürzlich dem "kicker" und erklärte, dass sich beide Parteien inhaltlich annähern.

Der FCB sei ein "gigantischer Klub", Guardiola der dazu passende Trainer.

"Er ist sehr schlau. Ich bin sicher, dass ich unter Guardiola noch besser werde", betonte Boateng.

In der Nationalelf vor Hummels

Seit seinem Wechsel von Manchester City nach München im Sommer 2011 entwickelte sich der einst als phlegmatisch geltende 1,92-Meter-Schlacks nicht nur zu einer tragenden Säule im Defensivverbund der Bayern, sondern auch zu einer Stammkraft in der deutschen Nationalmannschaft.

Dem Dortmunder Mats Hummels hat Boateng in der laufenden WM-Qualifikation mittlerweile den Rang abgelaufen, im Kader für Brasilien ist der 25-Jährige gesetzt.

"Ich bin entspannter geworden, geduldiger - mit und ohne Ball. Auch im Aufbau habe ich mich verbessert", berichtete Boateng.

Österreicher auf der Überholspur

Einen steilen Aufstieg hat auch Linksverteidiger Alaba hinter sich.

Unter Guardiolas Vorgängern Louis van Gaal und Jupp Heynckes reifte der Österreicher vom talentierten Regionalliga- zum Nationalspieler.

Inzwischen zählt der 21-Jährige zu den besten Außenverteidigern Europas. Sein Marktwert wird auf satte 28 Millionen Euro beziffert.

"Ich hoffe, dass meine Entwicklung nie ein Ende nimmt und ich immer besser werde", sagte Alaba zuletzt.

Sechs Millionen jährlich für Alaba?

Daran mitwirken wollen offenbar auch die Bayern.

Einem Bericht der Zeitung "Österreich" zufolge, hat Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dem Defensivmann bereits einen neuen Vertrag angeboten.

Bis 2019 soll dieser laufen, Alaba demnach jährlich sechs Millionen Euro verdienen.

"Bayern ist mein erster Ansprechpartner", betonte der gebürtige Wiener selbst und machte der Münchner Vorstandsriege somit Hoffnung auf eine baldige Einigung.

Kroos blüht unter Guardiola auf

Rasche Klarheit über seine Zukunft erhofft sich aber auch Mittelfeldallrounder Toni Kroos.

Genau wie bei Boateng und Alaba läuft der Vertrag des Nationalspielers noch mehr als eineinhalb Jahre - "bei einem Top-Klub ist das aber gar nicht mehr so lang", meint der 23-Jährige.

Bisher sei noch nicht verhandelt worden, teilte Kroos zuletzt der "Bild"-Zeitung mit: "Fest steht aber, dass ich mir vieles vorstellen kann."

Fest steht auch, dass er unter Guardiola bislang zu den ganz großen Gewinnern zählt.

In allen 14 Pflichtspielen der Bayern der bisherigen Saison kam Kroos zum Einsatz, neben einem Tor verbuchte er dabei drei Vorlagen.

WM als mögliche Bühne

Auch in der Nationalelf hatte der ehemalige Leverkusener unter Bundestrainer Joachim Löw zuletzt immer ein Plätzchen sicher.

Bei der WM im kommenden Jahr könnte er sich noch weiter ins internationale Rampenlicht spielen.

"Die Wertschätzung deutscher Spieler im Ausland ist enorm gestiegen", sagt Kroos und verweist auf den 50-Millionen-Transfer seines Nationalmannschaftskollegen Mesut Özil zum FC Arsenal:

"Wenn noch drei, vier junge deutsche Spieler jetzt wechseln, würden wohl ähnliche Summen gezahlt werden."

Auch für einen Kroos.

Vorausgesetzt, er verschreibt sich nicht doch den Bayern - und deren Ära.

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