Klaas-Jan Huntelaar wechselte 2010 vom AC Mailand zum FC Schalke 04 © imago

Manager Heldt schreibt bei SPORT1 Torjäger Huntelaar für den Rest der Hinrunde ab. Auch Hildebrand droht auszufallen.

Von Denis de Haas, Christoph Gailerund Reinhard Franke

München - Jens Kellers Stirn liegt in tiefen Falten. Mal wieder.

Als hätte Schalkes Trainer angesichts des holprigen Saisonstarts mit nur elf Punkten aus den ersten acht Bundesliga-Spielen nicht schon genug Sorgen, gestaltet sich neben der sportlichen mittlerweile auch die personelle Situation von Tag zu Tag bescheidener.

Sorgen bereitet aktuell Torhüter Timo Hildebrand, der sich am Donnerstag einen Hexenschuss zugezogen hat. Für ihn würde Ralf Fährmann zum Einsatz kommen.

Aber auch Stürmer Klaas-Jan Huntelaar sorgte dieser Tage für einen Tiefschlag. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Kaum war der Niederländer nach rund zweimonatiger Verletzungspause auf den Trainingsplatz zurückgekehrt, humpelte er auch schon wieder in die Kabine.

Nach einem erneuten Schlag auf das ohnehin schon schwer lädierte rechte Knie droht dem "Hunter" nun sogar das Hinrunden-Aus.

Heldt schreibt Huntelaar für 2013 ab

"Man muss davon ausgehen, dass er in der Hinrunde wohl nicht mehr zum Einsatz kommen wird - unabhängig davon, ob er konservativ behandelt oder operiert wird", sagt Schalkes Manager Horst Heldt im Gespräch mit SPORT1.

Zwar sei noch nicht endgültig geklärt, wie die Behandlung des Nationalspielers fortgeführt wird. Fehlen wird Huntelaar den Schalkern am Wochenende in Braunschweig sowie in naher Zukunft aber so oder so.

Genau wie Kevin-Prince Boateng und Jefferson Farfan.

"Damit muss man leben, damit muss auch die Mannschaft leben", sagt SPORT1-Experte Olaf Thon. "Schalke wird das kompensieren können. Dann können sich eben andere Spieler in den Vordergrund spielen wie Max Meyer oder Leon Goretzka."

Sogar Asamoah wird reaktiviert

Schalkes Lazarett wird immer größer - und die Auswahl in der Offensive immer kleiner.

Am Mittwoch zog Keller sogar Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah aus der zweiten Mannschaft ins Training der Profis hoch.

Doch auch der inzwischen 35-jährige musste mit Wadenproblemen umgehend wieder passen.

Keller hofft auf Boateng-Rückkehr

Hoffnung hat Keller immerhin auf eine baldige Rückkehr von Boateng.

"Die Behandlung schlägt gut an, er wird Ende der Woche zu uns zurückkehren. Wir hoffen natürlich so schnell wie möglich darauf, ihn wieder einsetzen zu können", erklärt Keller bei SPORT1.

Boateng hatte sich beim 4:1 im letzten Heimspiel gegen Augsburg ebenfalls am Knie verletzt und war vorzeitig ausgewechselt worden.

Statt auf den OP-Tisch ging es zwar "nur" zur konservativen Behandlung nach München. Anlass zur Sorge gibt der deutsch-ghanaische Mittelfeldstar aber dennoch.

Drei Operationen hat sich der 26-Jährige am linken Knie schon unterziehen müssen. Ein Kreuzbandriss mit 13 Jahren, es folgten zwei Meniskus-Einrisse.

In kürzester Zeit Führungsspieler

Dabei lief es für Boateng auf Schalke doch gerade glänzend.

In seinen ersten zwei Monaten bei S04 brachte es der Neuzugang vom AC Mailand bereits auf vier Pflichtspiel-Treffer.

Und nicht nur das: Boateng gewinnt die wichtigen Zweikämpfe und stachelt seine Mitspieler an. Kurzum: Er ist ein Führungsspieler.

Genau solche Typen sind bei den Schalkern in der kommenden Woche gefragt.

Chelsea und Dortmund warten

Am Dienstag empfangen die Königsblauen den FC Chelsea in der Champions League, vier Tage später steht das Revierderby gegen Borussia Dortmund an.

Kein Wunder also, dass Keller Boateng so schnell wie möglich wieder dabei haben möchte.

Das Auswärtsspiel gegen Aufsteiger Braunschweig am Samstag ist quasi das Vorspiel für Chelsea und den BVB.

Auch Farfan und Jones lädiert

Definitiv fehlen wird dabei Flügelflitzer Farfan (Muskelfaserriss in den Adduktoren).

Und als wäre das nicht schon genug, reiste zuletzt auch noch Jermaine Jones vorzeitig von den WM-Qualifikationsspielen der US-Amerikaner ab. Ihm droht eine Meniskus-Operation.

Obasi auf dem Weg zurück

Nach all diesen Hiobsbotschaften kaum zu glauben, aber wahr: Es gab in den vergangenen Tagen auch glückliche Gesichter unter der trainierenden Schalke-Meute.

Chinedu Obasi kehrte ein halbes Jahr nach seiner Schienbeinverletzung auf den Rasen zurück.

"Ich habe endlich wieder Spaß. Wenn alles glatt läuft, kann ich in zwei bis drei Wochen einsteigen", sagte der Nigerianer dem Fernsehsender "Sky Sport News HD".

Ex-Hoffenheimer als neuer Stratege?

Obasi war Anfang 2012 von Hoffenheim ins Revier gekommen, vergaß seine starke Form allerdings im Kraichgau.

Das unterscheidet den 27-Jährigen von Boateng oder Huntelaar, die von Anfang an die in sie gesetzten Hoffnungen erfüllen konnten.

Und dennoch könnte Obasi schon bald die Fäden im Schalker Mittelfeld ziehen.

Erst recht, wenn das Verletzungspech bei den Königsblauen weiterhin so gnadenlos zuschlägt.

Huntelaar postet Bild bei Instagram

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