Robert Lewandowski wechselte 2010 von Lech Posen zu Borussia Dortmund © getty

Die Lewandowski-Saga geht weiter. Neue Gerüchte aus Spanien sorgen für Verwirrung. Dabei schien eigentlich alles geklärt.

Von Tom Vaagt

München - Die scheinbar unendliche Geschichte schien beendet.

Robert Lewandowski wechselt im kommenden Sommer ablösefrei zum FC Bayern. Deckel drauf, Thema beendet. Eigentlich.

Die spanische Sporttageszeitung "AS" fügt dem Epos um den Stürmer von Borussia Dortmund nun aber ein weiteres Kapitel hinzu.

Angeblich ist Pep Guardiola von Lewandowski nicht so begeistert wie alle anderen. Folglich könnte der Deal platzen.

Möglicherweise, vielleicht und unter Umständen.

Auch eine Alternative hat die "AS" für den polnischen Nationalspieler schon parat: Real Madrid.

Vier Tore gegen Real

Die "Königlichen" haben Lewandowski nicht in bester Erinnerung - und irgendwie doch.

Mit vier Toren im Halbfinal-Hinspiel der vergangenen Champions-League-Saison zerlegte der Stürmer den spanischen Rekordmeister fast im Alleingang.

Reals Traum von der "Decima", dem zehnten Königsklassen-Titel der Vereinsgeschichte, zerbröckelte mal wieder kläglich.

Reals Trauma hatte einen Namen: Lewandowski.

Schon im Sommer war folglich darüber spekuliert worden, ob der Torjäger im kommenden Jahr möglicherweise nicht eher Madrid als München seine Heimat nennen würde.

Vertrag im Januar?

Doch Lewandowski wiederholte immer wieder: Er habe nur einen "Wunschverein". Kein Rätselraten, kein Mutmaßen, einfach Bayern. Das sagte zwar niemand, wussten aber alle.

Nach dem Dortmunder DFB-Pokalspiel im vergangenen Monat bei 1860 München wurde der 25-Jährige dann konkreter.

Ohne große Umschweife ließ er die Katze aus dem Sack - am 2. Januar 2014 könne er den Wechsel zum FC Bayern verkünden. Er könne "dann offiziell auch den neuen Vertrag unterschreiben", sagte Lewandowski bei SPORT1.

Also Deckel drauf, Thema beendet. Eigentlich.

Passt Lewy ins FCB-System?

Schaut man sich allerdings dieser Tage die Spielweise des FCB an, kommen zuweilen tatsächlich leise Zweifel an seiner Bayern-Tauglichkeit auf.

Der Angreifer weiß trotz seiner robusten Statur zwar mit dem Ball umzugehen. Ob man Guardiolas Kurzpass-Philosophie mit falscher Neun und richtig Tempo aber so problemlos dem 1,84 m großen Lewandowski überstülpen kann?

Fraglich.

In Mario Mandzukic haben die Bayern zudem schon einen Lewandowski. Groß, ballsicher, torgefährlich, treffsicher - und doch zuletzt immer mal wieder auf der Ersatzbank.

Pep kein Freund von Stoßstürmern

Guardiola ist kein Fan von Stoßstürmern. Und Guardiola benötigt für sein System eigentlich auch keinen Stoßstürmer. Das wurde gerade in den vergangenen Wochen zunehmend deutlich.

Warum sollten sich die Bayern also ein zweites Exemplar dieser Gattung ins Haus holen?

Vielleicht, um einen Gegner zu schwächen.

Vielleicht, weil der ganz große Taktik-Masterplan des spanischen Startrainers bisher unenthüllte Facetten beinhaltet.

Bald auch England in der Lotterie?

Diese Gemengelage haben sie auch in Spanien erkannt. Folglich wird spekuliert - über Real.

Sollte diese Welle England erreichen, dürften demnächst auch Manchester City (finanzielle Möglichkeiten ohne Ende), Manchester United (mieser Saisonstart) und der FC Chelsea (warum nicht?) in die Lewandowski-Lostrommel befördert werden.

In Dortmund dürfte man dann mit den Augen rollen. Denn: Unruhe können sie beim BVB nun wirklich nicht gebrauchen.

Zu dem ganzen Thema sei "alles gesagt", ließ Borussen-Sportdirektor Michael Zorc zuletzt wissen. Lewandowskis Vertrag ende am 30. Juni 2014. Dann sei der Spieler "frei und kann das machen, was er will".

Zehn Millionen Ablöse?

Übrigens: Real soll laut "AS" bereit sein, schon in der Winterpause in Lewandowski zu investieren und damit noch eine Ablösesumme zu zahlen. Zehn oder zwölf Millionen Euro - heißt es.

Und: Dortmund sei diesem Modell nicht abgeneigt - heißt es.

Denn: Der BVB wolle Lewandowski nach Möglichkeit nicht an einen Konkurrenten aus der Bundesliga abgeben - heißt es.

Damit dann Deckel drauf, Thema beendet. Eigentlich.

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