Max Meyer will mit Schalke durchstarten
Max Meyer wurde in der Saison 2011/2012 Deutscher A-Jugend-Meister © getty

Manager Heldt und DFB-Coach Sorg sind voll des Lobes über den Super-Youngster. Nur eine Nummer schüchterte Meyer zunächst ein.

Von Reinhard Franke

München - Max Meyer lässt sich ungern bremsen.

Das konnte man zuletzt im Champions-League-Spiel der Schalker beim FC Basel bewundern. Das 18 Jahre alte Ausnahmetalent der Königsblauen nahm beide Beine in die Hand und spielte einfach weiter - trotz eines Krampfes.

Ganz nach dem Motto: Läuft sich schon raus. Wieso auch auswechseln lassen?

Meyer ist ein Kämpfer, einer der nie aufgibt, sich schindet, sich quält - und dazu noch exzellent mit dem Ball umgehen kann. Meyer ist Schalkes Zukunft.

Folglich ist Horst Heldt auch voll des Lobes. "Er läuft unter dem Radar und tritt nicht auf wie Graf Koks", lobt der S04-Manager bei SPORT1.

Und der Krampf in Basel? "Da hat er nicht mal Bescheid gesagt, der Hund", meint Heldt und lacht.

Manchmal schaut er gar stolz wie ein Vater, wenn er über Meyer spricht.

Auf Draxlers Spuren

Kein Wunder: Vor der Länderspielpause gelang dem Teenager gegen den FC Augsburg sein erstes Bundesliga-Tor im zehnten Einsatz. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Damit ist er Schalkes viertjüngster Bundesliga-Torschütze aller Zeiten - hinter Julian Draxler (17 Jahre und 193 Tage), Rüdiger Abramczik (17 Jahre und 328 Tage) und Wolfram Wuttke (17 Jahre und 337 Tage).

"Ein erstes Bundesliga-Tor, dazu noch gewonnen, einen schöneren Tag gibt es nicht", sagte Meyer hinterher zu SPORT1 und setzte sein XXL-Grinsen auf.

Dann nennt er seine Stärken: "Gute Ballsicherheit, gute Übersicht, gutes Dribbling."

Das klingt nicht abgehoben. Das klingt ehrlich. Meyer ist der Junge von nebenan. Ohne Allüren.

Lob vom Nationaltrainer und vom Manager

Einer, der den Mittelfeldspieler aus der Junioren-Nationalmannschaft genau kennt, ist Marcus Sorg.

Der ehemalige Freiburger Bundesliga-Coach und heutige U-19-Trainer freut sich über die Euphorie um den Schalker und schließt sich dem Lob von Heldt an.

"Max ist ein guter Fußballer mit einer sehr guten Technik. Er ist sehr kreativ und seine größte Qualität ist es, dass er am Gegner unter Zeitdruck immer Lösungen findet und seine Mitspieler gut einsetzt", sagt Sorg im Gespräch mit SPORT1.

Der 47 Jahre alte DFB-Coach hat eine ganz einfache Erklärung für Meyers Leistungen:

"Der eine hat mehr Talent, der andere weniger. Er ist wirklich hochtalentiert, ist auch von seiner Persönlichkeit ruhig und abgeklärt. Das hilft ihm mit Sicherheit."

Ein Junge aus dem Ruhrgebiet

Vor ein paar Wochen war Meyer nur Eingeweihten ein Begriff. Wer also ist dieser frech aufspielende Junge aus dem Ruhrgebiet?

Meyer begann seine Karriere beim FC Sardegna Oberhausen, für den er von 2000 bis 2002 spielte.

Dann ging es über Rot-Weiß Oberhausen zum MSV Duisburg.

2009 wechselte Meyer in Schalkes Jugendabteilung und hatte schon bald seinen ersten Länderspieleinsatz für die deutsche U 15.

Profi auf Schalke

Nach guten Leistungen wurde Heldt auf den Youngster aufmerksam. Und im Januar 2013 durfte Meyer mit den Profis ins Trainingslager nach Katar.

Der Beginn eines kleinen Märchens. Denn schon bald erfuhr das Mega-Talent, dass es dauerhaft zur ersten Mannschaft darf. Der steile Aufstieg ging weiter.

Im Februar 2013 gab Meyer sein Profidebüt gegen Mainz 05 und im März folgte die vorläufige Krönung: Sein erstes Champions-League-Spiel gegen Galatasaray Istanbul.

Meyer machte seine Sache gut. Sein Vertrag wurde inzwischen bis 2017 verlängert.

Stolz wie ein Vater

Ein Faustpfand für Schalkes Zukunft.

Heldt weiß: Während alle Welt über einen möglichen Abgang von Nationalspieler Julian Draxler diskutiert, haben die Königsblauen in Meyer schon das nächste Juwel aus dem Hut gezaubert.

Der Manager erachtete Meyer vor der Saison sogar schon als reif genug, eine für manchen erdrückende Nummer auf dem Rücken zu tragen.

Die "7", die auf Schalke einst Stan Libuda groß machte und nach Rauls Abgang eigentlich gar nicht mehr vergeben werden sollte.

"Das ist schon ein Weilchen her mit Stan Libuda", meint Sorg und schmunzelt.

"Wir hätten Max auch die '35' geben können. Aber das sollte ein Wink sein, dass wir von ihm überzeugt sind und ihm vertrauen", ergänzt Heldt.

Keine Zweifel an Meyer

Als er Meyer die Nummer angeboten habe, habe dieser noch gezögert. "Aber ich hatte keinen Zweifel, dass er das ausfüllen wird", sagt der Manager.

Auch Sorg traut dem Mittelfeldspieler Großes zu: "Max hat bewiesen, dass er es drauf hat, um in der Bundesliga mitzuhalten. Natürlich ist in jungen Jahren die Gefahr da, dass er das eine oder andere Spiel nicht so gut ist. Aber ich denke schon, dass er die Qualität hat, um sich dauerhaft durchzusetzen."

Und er fügt hinzu: "Die Schalker werden schon wissen, wie sie den Jungen einsetzen und alles dosieren."

Das wissen sie. Die Zukunft hat begonnen.

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