Martin Bader ist seit Ende 2003 sportlicher Leiter beim 1. FC Nürnberg © getty

Im SPORT1-Interview spricht Club-Sportchef Bader über die Trainersuche. Der geschasste Wiesinger sei kein Fehler gewesen.

Von Reinhard Franke

München - Martin Bader muss sich mal wieder auf Trainersuche begeben. Dabei wollte der Manager des 1. FC Nürnberg sich den Teil seiner Arbeit eigentlich für längere Zeit ersparen.

Nach der Entlassung von Michael Wiesinger ist Bader aber nun wieder mal gefordert. Der 45-Jährige sucht einen Trainer, der den Club wieder in ruhigeres Fahrwasser bringt.

Kein Wunder, denn die Franken stehen in der Liga nach acht Spieltagen noch sieglos da, vor allem nach dem desolaten Auftritt beim 0:5 am Wochenende zu Hause gegen den Hamburger SV brennt es lichterloh.

Interimsmäßig leitet erst mal U-23-Coach Roger Prinzen das Training beim FCN.

Auf der Kandidatenliste ganz oben sollen der im Mai bei Werder Bremen entlassene Thomas Schaaf, Bruno Labbadia, bis vor kurzem noch Coach beim VfB Stuttgart, sowie Lorenz-Günther Köstner stehen.

Topkandidat soll der Schweizer Christian Gross sein, der in der Bundesliga 2009/2010 den VfB Stuttgart trainierte und bis 2012 Trainer bei Young Boys Bern war.

Im SPORT1-Interview spricht Bader über das Wiesinger-Aus und die Situation beim fränkischen Traditionsverein.

SPORT1: Herr Bader, wie schwer fiel Ihnen die Entlassung von Michael Wiesinger?

Martin Bader: Es war eine sehr schwere Entscheidung. Das Pokal-Aus und die Tatsache, dass wir nur fünf Punkte aus acht Spielen holen konnten, hat uns dazu veranlasst. Ich möchte dennoch betonen, dass sich Michael Wiesinger und Armin Reutershahn vollauf mit dem Club identifiziert haben und immer mit Leib und Seele dabei waren.

SPORT1: Sie haben sich damals für Wiesinger stark gemacht. Wie sehr sehen Sie sich in dieser Personalie als gescheitert an?

Bader: Rückblickend war es zum damaligen Zeitpunkt die richtige und schlüssige Entscheidung, ihm und Armin im Winter nach dem überraschenden Weggang von Dieter Hecking die Aufgabe anzuvertrauen und nach 24 Punkten in der Rückrunde weiterzumachen. Dazu stehen wir auch heute noch.

SPORT1: Nun werden viele Namen gehandelt. Was muss der neue Club-Coach haben, welche Anforderungen stellen Sie an ihn? Mit dem Trainer mit Stallgeruch hat es ja nun nicht geklappt...

Bader: Der 1. FC Nürnberg hat in den letzten Jahren bewiesen, dass er in die Bundesliga gehört. Ich glaube, wir dürfen beim Club nach Platz sechs und zweimal Platz zehn in den letzten drei Spielzeiten so selbstbewusst sein, das zu sagen. Darüber hinaus ist es uns gelungen, den gesamten Verein kontinuierlich weiterzuentwickeln und Schritt für Schritt zu verbessern. Diesen Weg wollen wir mit einem neuen Trainer weitergehen.

SPORT1: Was wird das oberste Ziel des neuen Trainers sein?

Bader: Zusammen mit der Mannschaft wird er daran arbeiten, schnell Konstanz in die Leistungen zu bringen und die nötige Ruhe an den Tag legen, um mit einem erfolgreichen Auftreten, die momentane Situation zu meistern.

SPORT1: Christian Gross soll Top-Kandidat sein. Ist dem so?

Bader: Dass die Trainersuche für alle Außenstehenden derzeit natürlich das interessanteste Thema ist, verstehe ich. Allerdings gebietet es der Respekt vor der Arbeit von Michael Wiesinger und Armin Reutershahn und empfinden wir es im Sinne eines seriösen Umgangs mit dem Thema, dass wir keine Personalien öffentlich diskutieren.

SPORT1: Wird Michael Wiesinger weiter im Verein eingebunden werden? Er ist Clubberer durch und durch und wenn ja inwiefern?

Bader: Michael Wiesinger, aber auch Armin Reutershahn, haben sich jederzeit mit dem Club identifiziert und waren stets mit Leib und Seele dabei. Aus Respekt vor beiden werden wir keine Stellungnahme zu ihrer persönlichen Zukunft abgeben.

SPORT1: Mit Dieter Hecking war drei Jahre Kontinuität da, wie sehr graut Ihnen nun davor, dass die wilden Jahre wieder Einzug erhalten beim FCN?

Bader: Dieter Hecking hat wie Michael Wiesinger und Armin Reutershahn während seiner Zeit beim Club gute Arbeit geleistet. Genauso wird es bei einem neuen Trainer auch sein.

SPORT1: Wie kann es wieder aufwärts gehen beim Club?

Bader: Die Ergebnisse haben uns zuletzt gefehlt. Die wollen wir nun möglichst schnell liefern.

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