Arthur Boka und Nils Petersen trennen sich am Ende Unentschieden © getty

Zum Sieg hat es gegen Bremen nicht gereicht, dennoch sieht VfB-Coach Schneider "richtig großen Sport". Auch Dutt ist zufrieden.

Stuttgart - Der Anhang des VfB Stuttgart scheint genügsam geworden zu sein. Begeistert feierten die Fans ihre Mannschaft für ein 1:1 (1:1) gegen ein arg biederes Werder Bremen. (787001Bilder des Spiels)

Das in unmittelbarer Stadionnähe stattfindende Volksfest Cannstatter Wasen sorgt derzeit wohl für ausreichende Hochstimmung, denn normalerweise reagiert der anspruchsvolle Schwabe nach einem vermeidbaren Ergebnis nicht so milde. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Gerade wenn die Chance bestand, auf den Champions-League-Qualifikationsplatz zu klettern.

Geduld mit Schneider

Doch offensichtlich ist man am Neckar einfach froh, das monatelange Theater um Ex-Präsident Gerd Mäuser und Ex-Coach Bruno Labbadia hinter sich zu haben und in Thomas Schneider einen jungen Trainer mit Stallgeruch.

Die Geduld, um die Schneider bei seinem Amtsantritt geworben hat, wird ihm gewährt.

"Man kann nicht erwarten, dass wir so kreativ spielen wie der FC Bayern", sagte der 40-Jährige nach dem fünften Bundesligaspiel unter seiner Leitung.

Schneider zufrieden

Die Mannschaft befinde sich noch immer in der Findungsphase, Rückschläge seien einkalkuliert.

Und es sind ja durchaus eine Reihe positiver Aspekte zu erkennen beim VfB, die eben anscheinend auch das Publikum honoriert.

Es existiert eine klar erkennbare Idee, die Spieler sind motiviert und kämpfen um jeden Meter.

Deshalb war Schneiders Einschätzung, er könne seiner Elf "keinen Vorwurf" machen, auch nicht falsch.

Wenngleich, "richtig großer Sport", wie er sagte, war es sicher ebenso wenig.

Stuttgart in Lauerstellung

Unterm Strich ging es für die Schwaben zwar nicht wirklich voran, aber der VfB befindet in Schlagdistanz zu den internationalen Plätzen.

Vor gut vier Wochen hätten höchstens kühne Optimisten eine solche Prognose gewagt.

"Da stand uns das Wasser bis zum Hals, jetzt haben wir uns vorgekämpft und wollen natürlich dranbleiben", sagte Schneider, der nun eine Bundesliga-Bilanz von drei Siegen und zwei Unentschieden vorzuweisen hat.

Den Sieg vergaben die Stuttgarter vor allem aufgrund der fehlenden Präzision im Abschluss.

Kvist: "Konsequenz hat gefehlt"

Mehr als das eine Tor von Martin Harnik (5.) sprang nicht heraus, und das lag nicht an unzähligen Paraden von Werders Keeper Sebastian Mielitz.

"Die letzte Konsequenz hat gefehlt", sagte der dänische Mittelfeldspieler William Kvist. Einmal eben auch in der ansonsten sehr souverän agierenden VfB-Defensive, was zum 1:1 von Nils Petersen (37.) führte und Werder zufriedenstellte.

Denn irgendwie war bei den Hanseaten ebenfalls alles in Butter.

Dutt lobt Charakter

Nach dem dritten Spiel ohne Niederlage lobte Robin Dutt vor allem den Charakter seiner Mannschaft: "Sie haben ihr Versprechen eingelöst und die Mentalität gezeigt, um jeden Punkt zu fighten."

Das unterstrich Torwart Mielitz. "Wir haben leidenschaftlich gekämpft und den Fans gezeigt, dass wir jeden Grashalm umgraben wollen", so der Keeper.

Und es gab zwischen Stuttgart und Bremen noch mehr Parallelen.

Im Rahmen der Erwartungen

Ebenso wie Schneider bittet Dutt das Umfeld beständig um Geduld und möchte nicht nur an den Ergebnissen gemessen werden.

"Wir stehen am Anfang unseres Weges", sagte der 48-Jährige, der zwei volle Spielzeiten für die Umsetzung seiner Pläne und das Anknüpfen an erfolgreiche Zeiten veranschlagt.

Deshalb befindet sich Werder mit einer ausgeglichenen Bilanz und derzeit einem Platz im Mittelfeld nach seiner Ansicht im Rahmen der Erwartungen.

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