Heinz Müller steht seit 2009 bei Mainz 05 unter Vertrag © getty

Nach der Kopfball-Heldentat von Heinz Müller gegen Hoffenheim feiert Mainz den Torhüter. Doch sein Trainer kritisiert ihn.

Mainz ? Wer weiß, wie weit Heinz Müller noch gelaufen wäre, wenn ihn seine Teamkollegen nicht zum gemeinsamen Jubeln eingefangen hätten.

"Als das Tor gefallen ist, wäre ich am liebsten aus dem Stadion gerannt. Das ist nicht mit Worten zu beschreiben", sagte der überglückliche Mainzer Keeper nach dem 2:2 (0:2) gegen Hoffenheim.

Müller war entscheidend daran beteiligt, dass seine Mannschaft doch noch den nicht mehr für möglich gehaltenen Punkt holte (Bericht).

In der Nachspielzeit war er bei einer Ecke nach vorne gestürmt.

Mit seiner Kopfballvorlage auf Noveski fing alles an (787001Bilder des Spiels). Der Verteidiger schoss danach Yunnus Malli an und der Ball fand irgendwie den Weg ins Hoffenheimer Netz.

Der irre Mainzer Ausgleich bei SPORT1.fm:

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Müller glaubt an Neuanfang

Müller fiel hörbar ein Stein vom Herzen.

"Das war ein Riesenschritt für uns und ist Gold wert. Der Ballast auf jedem Spieler war deutlich zu spüren, aber die zweite Halbzeit könnte als Symbol für einen Neuanfang stehen", erklärte Müller die Bedeutung des Punktes.

Vier Niederlagen in Folge hatten die Mainzer zuletzt kassiert, das Remis gegen 1899 stoppte vorerst den freien Fall..(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Der Punkt fühlt sich an wie ein Sieg", sagte Klubchef Harald Strutz deshalb. "Er ist unglaublich wichtig für die Moral der Mannschaft. Ich spüre eine große Erleichterung, eine Niederlage wäre fatal gewesen", fügte der Präsident hinzu.

Tuchel kritisiert den Helden

Nur bei Trainer Thomas Tuchel war von Erleichterung nichts zu merken.

Während ganz Mainz Müller für seinen rettenden Auftritt in der Offensive lobte, kritisierte der Coach den Torhüter.

"Er hätte bei den Treffern zur Stelle sein sollen. Den ersten sollte er, denn zweiten kann er halten", sagte Tuchel.

Und Müllers Ausflug in den gegnerischen Strfraum gefiel ihm auch nicht.

"Ich bin im Normalfall kein Freund davon, dass die Torhüter nach vorne rennen. Diesmal ging es zum Glück gut aus."

Coach rechnet mit Pleite gegen Bayern

Doch nicht nur mit Blick auf Müller stellte Tuchel das Negative in den Vordergrund.

"Der Spielverlauf spielt natürlich eine wichtige Rolle für unser Seelenheil, dennoch bietet unser Spiel noch viele Verbesserungsmöglichkeiten", sagte der Trainer, der bereits von einer Pleite im ersten Spiel nach der Länderspielpause bei Bayern München ausgeht:

"Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir verlieren. Also müssen wir uns frei von Serien machen. Schade, dass nun die halbe Mannschaft weg ist. Wir hätten über unangenehme Wahrheiten sprechen und den Finger in Wunde legen können."

Gisdol ärgert sich über Ausgleich

Auch für Tuchels Kollegen Markus Gisdol gibt es unangenehme Wahrheiten. Erneut brachten sich seine Schützlinge um den Lohn ihrer Arbeit.

"Wir haben über weite Strecken ein gutes Spiel gemacht, dann verteidigen wir nachlässig und wecken den Gegner durch das 1:2", kritisierte der Trainer.

"Am Ende stehen wir gefühlt mit leeren Händen da, obwohl wir wieder einen großen Aufwand betrieben haben. Das ist total ärgerlich. Das müssen wir schonungslos angehen, denn das dürfen wir nicht durch die Saison schleppen."

Firmino und Volland je mit fünftem Treffer

Der Frust Gisdols, dessen französischer Top-Torjäger Anthony Modeste wahrscheinlich eine Adduktorenzerrung erlitten hat, war verständlich.

Schließlich hatte sich die TSG vor 25.187 Zuschauern durch Kevin Volland (14.) und Roberto Firmino (22.), die beide ihr fünftes Saisontor erzielten, zunächst einen komfortablen Vorsprung erarbeitet.

Doch nach dem Anschlusstreffer durch Eric-Maxim Choupo-Moting (82.) war es mit der Souveränität der Gäste vorbei.

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