Eine weniger herausragende Saison 2013/14 nimmt Veh aber die Lust an der Eintracht. Er lässt seinen Vertrag auslaufen - und will sich höheren Zielen widmen. Wie sie aussehen? Abwarten...
Armin Veh trainiert Eintracht Frankfurt seit 2011 - gleich in der ersten Saison gelang ihm mit den Hessen der Aufstieg © getty

Eintracht-Coach Veh hört von allen Seiten, dass sein Team die Europa-League-Teilnahme schon im Sack hätte. Er hält dagegen.

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Frankfurt - Armin Veh hat deutlich gemacht, wie genervt er ist von dem Gerede, dass doch eh schon alles klar ist.

Erstmals in seiner rund zweijährigen Amtszeit hat der Trainer von Eintracht Frankfurt vor dem Playoff-Rückspiel um die Europa League (ab 20.15 Uhr LIVE-TICKER) alle Schotten dicht gemacht.

Obwohl der Bundesligist das Hinspiel bei FK Karabach Agdam mit 2:0 gewonnen hat und nur noch ein mittleres Fußball-Wunder zwischen den Hessen und den zu erwartenden sechs Millionen Euro Europacup-Einnahmen steht.

Eine komplette Woche Geheimtraining, wie rund um die Partie am Donnerstag, gab es noch nie.

Veh warnt, Bruchhagen feiert

"Der Trainer hat uns gewarnt und gesagt, dass wir uns nicht zu sicher sein dürfen", verriet Offensivspieler Stefan Aigner, der mit Innenverteidiger Carlos Zambrano das Pressegespräch vor dem Spiel gegen den Tabellenführer der Premyer Liqasi und dreimaligen Meister Aserbaidschans bestritt: "Es ist nicht so, dass die gar nichts können."

Genau das haben die zurückliegenden Äußerungen von zahlreichen Seiten, die Veh mächtig auf den Geist gehen, allerdings suggeriert. Vorstandsboss Heribert Bruchhagen gratulierte seinem Klub schon nach dem Hinspiel zum Weiterkommen: "Machen wir uns nichts vor: Da ist keine Gefahr mehr."

Der frühere Frankfurter Kapitän und Aserbaidschan-Kenner Uli Stein schloss sich dieser Meinung an. "Du kannst zu Hause nicht gegen Karabach verlieren. Das ist nicht möglich", sagte Stein im "Hessischen Rundfunk". (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Kampf gegen den Schlendrian

Veh, der auf Kapitän Pirmin Schwegler, Srdjan Lakic und Sebastian Jung verzichten muss, hält von diesen Aussagen gar nichts. "Man kann sich im Fußball nie sicher sein. Es wäre das Allerdümmste, wenn wir das 2:0 nur verwalten wollten", äußerte der Trainer, der mit allen Mitteln gegen den befürchteten Schlendrian kämpft.

So wurden die Journalisten sogar dazu angehalten, Zambrano und Aigner nur Fragen über Agdam zu stellen - das Punktspiel am Sonntag gegen Borussia Dortmund war tabu.

Woher die übertrieben wirkende Vorsicht Vehs kommt, bleibt allerdings das Geheimnis des ehemaligen Meistertrainers des VfB Stuttgart. Das Hinspiel hat gezeigt, dass Agdam bestenfalls Zweitliga-Niveau besitzt.

Eintracht baut auf Heimvorteil

Dazu kommt die Unterstützung von knapp 48.000 Fans, die trotz des deutlichen Resultats vom vergangenen Donnerstag in Baku in die Arena stömen werden. Es ist nicht zu erwarten, dass sich die Profis vor dieser Kulisse eine der größten Blamagen der Klubgeschichte leisten wollen.

So sieht es auch Aigner. "Es ist einfach geil, wenn man in der Europa League spielen darf", sagte der 26-Jährige, der sich trotz der mahnenden Worte seines Trainers dann doch ein wenig Zuversicht erlaubte: "Ich denke, dass wir vorne wieder draufgehen - so wie in Baku. Wenn wir das Publikum mitreißen und alles abrufen, werden wir auch weiterkommen."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Frankfurt: Trapp - Celozzi, Zambrano, Anderson, Oczipka - Rode, Flum - Aigner, Meier, Inui - Joselu. - Trainer: Veh

Agdam: Varvodic - Medwedew, Teli, Sadygow, Agolli - Qarajew, Almeida - George, Chumbinho, Muarem - Gelaschwilli. - Trainer: Gurbanow

Schiedsrichter: Duarte Gomes (Portugal)

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