Toni Kroos (l.) wechselte 2006 zum FC Bayern © getty

Bayerns B-Elf tut sich in Freiburg schwer und lässt gute Chancen aus. Das wird spät bestraft. Schweini muss verletzt raus.

Freiburg - Peps Experiment ist misslungen: Mit einer B-Elf und aufgrund zahlreicher vergebener Chancen hat Triple-Gewinner Bayern München seine Generalprobe für den europäischen Supercup verpatzt.

Drei Tage vor dem Duell mit dem Europa-League-Sieger FC Chelsea kam die neuformierte Mannschaft von Startrainer Pep Guardiola in der vorgezogenen und lange Zeit zerfahrenen Partie des 4. Spieltages beim SC Freiburg über ein 1:1 (1:0) nicht hinaus.

Der Schweizer Nationalspieler Xherdan Shaqiri (33.) schoss die Bayern zunnächst in Führung, den Augleich markierte der eingewechselte Nicolas Höfler (86.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor ( 768235 Bilder des Spiels ).

Dennoch bauten die "Überbayern" ihren beeindruckenden Vereinsrekord auf saisonübergreifend 29 Liga-Begegnungen ohne Niederlage aus (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Extreme Frustrations-Toleranz"

"Wir haben wahnsinnig gekämpft. Komisch, dass das Blatt sich noch gewendet hat. Die Bayern haben nach der Führung versucht, das Spiel langsam zu machen und zu kontrollieren. Wir haben jeden Spieltag einen Schritt nach vorn gemacht, auch heute wieder", sagte Freiburgs Torhüter Oliver Baumann bei "sky".

Und Bayern-Kapitän Philipp Lahm meinte: "Wir haben es uns selbst zuzuschreiben. Wir hatten genügend Chancen das 2:0 zu machen. Und dafür sind wir bestraft worden."

Freiburgs Trainer Christian Streich ergänzte: "Wenn du gegen Bayern München spielst, brauchst du vor allem eine extreme Frustrations-Toleranz. Es ist wahnsinnig toll, wie wir kopfmäßig damit umgegangen sind, dass wir dauernd ausgespielt wurden."

Bayern mit sieben Änderungen

Guardiola, der vor der Reise in den beschaulichen Breisgau von seinem Team höchste Konzentration gefordert hatte, verblüffte noch vor dem Anpfiff.

Etwa 24.000 Zuschauer im seit Wochen ausverkauften Freiburger Stadion erlebten im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg auf sieben Positionen veränderte Bayern.

So fanden sich unter anderem Kapitän Philipp Lahm, Franck Ribery und Arjen Robben zunächst auf der Reservebank wieder.

Die verletzten Thiago (Syndesmose-OP) und Javi Martínez (Adduktoren) standen ohnehin nicht im Kader.

Sicherheit und Präzision fehlen

Den zahlreichen Umstellungen und dem strömendem Regen geschuldet, fehlten dem Münchner "Zermürbungsspiel" zu Beginn die gewohnte Sicherheit und Präzision.

Leichte Abspielfehler in der Defensive ermöglichten den mutigen Gastgebern daher Chancen.

Bei einem Fernschuss von Oliver Sorg (12.) musste Manuel Neuer im Bayern-Tor erstmals eingreifen.

Auf der anderen Seite scheiterten mit einer ähnlichen Aktion Shaqiri (15.) und Claudio Pizarro (19.) mit einem Heber.

Götze unauffällig

Angesichts der dürftigen Vorstellung seines Teams sah man Guardiola an der Seitenlinie sehr früh gestikulieren.

In der Folge war es allerdings ausschließlich der zunehmenden Freiburger Passivität geschuldet, dass die Gäste immer mehr Zugriff auf das Spiel fanden.

Konsequenterweise erzielte der Schweizer Nationalspieler Shaqiri mit einem wuchtigen Schuss in das kurze Eck die Führung.

Der unauffällig agierende 37-Millionen-Neuzugang Mario Götze (37.) verpasste wenig später sein erstes Pflichtspiel-Tor für die Münchner nur knapp.

Baumann pariert

Wer nach dem Seitenwechsel auf einen Fußball-Leckerbissen gehofft hatte, wurde schnell enttäuscht.

Mit der Führung im Rücken kontrollierten die Gäste im Reservemodus das Geschehen. Nach einer Stunde wurde die Münchner Lethargie allerdings beinahe bestraft, als Charles-Elie Laprevotte (60.) den Ball an den Außenpfosten zirkelte.

In der Folge fehlte beiden Mannschaften das nötige Esprit, nur einmal blitzte die Klasse der Bayern auf.

Nach feinem Zuspiel von Pizarro tauchte Toni Kroos (73.) freistehend vor Baumann auf. Der Nationalspieler vergab allerdings ebenso wie Sekunden später Thomas Müller.

Bangen um Schweinsteiger

In der Schlussphase musste Bastian Schweinsteiger angeschlagen ausgewechselt werden.

"Er hat eine Stauchung im Sprunggelenk", sagte Trainer Pep Guardiola: "Morgen ist eine Untersuchung. Ich hoffe, dass er nächsten Freitag spielt. Aber wir wissen es nicht."

Kapitän Philipp Lahm ergänzte: "Es sieht nicht gut aus."

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