Der Bayern-Coach ist über den Ausfall des Neuzugangs geschockt, hat aber eine Lösung parat. Ein Spieler erfährt Sonderlob.

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Vom FC Bayern berichtet Christoph Lother

München - "Unglaublich", platzte es immer wieder aus Pep Guardiola heraus.

Unglaublich sei es, was Franck Ribery Woche für Woche auf den Rasen zaubert - nicht nur beim jüngsten 2:0 (Bericht) gegen den 1. FC Nürnberg.

Unglaublich sei es, was der SC Freiburg in der abgelaufenen Spielzeit geleistet hat.

Und unglaublich sei es, dass Bayerns Mittelfeld-Ass Thiago Alcantara trotz seiner schweren Verletzung im Heimspiel gegen Nürnberg noch über zehn Minuten weiter kickte.

Thiago-Ausfall schockt FCB-Trainer

Dann verfinsterte sich Guardiolas Miene.

"Schlimm" nannte Bayerns Startrainer den Ausfall seines Lieblingsschülers Thiago, der den Münchnern aufgrund eines Syndesmosebandrisses im rechten Bein mindestens sieben Wochen fehlen wird. Guardiola rechnet mit dem 22-Jährigen sogar erst Mitte November wieder.

Auch beim vorgezogenen Bundesliga-Auswärtsspiel des deutschen Rekordmeisters am Dienstag in Freiburg (Di., ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) wird Thiago demnach nicht dabei sein.

"Thiago ist traurig, wir sind traurig. Aber wir müssen das akzeptieren?, stellte Guardiola ernüchtert fest, schob aber gleich hinterher: "Wir werden eine Lösung finden."

Kroos und Schweinsteiger erste Alternativen

Doch wer kann den 25-Millionen-Mann aus Barcelona ersetzen? Eine Option ist sicherlich Toni Kroos, der unter Guardiola schon häufiger auf der Achter-Position agierte, beim jüngsten Derby-Sieg über den Club aber erst eingewechselt wurde.

Eine andere ist Bastian Schweinsteiger. Der 29-Jährige, im neuen 4-1-4-1-System der Bayern bislang als einziger Sechser vorgesehen, könnte eine Position nach vorne rücken.

Martinez auch in Freiburg nicht dabei

Schweinsteigers bisheriger Platz zwischen Abwehr und Mittelfeld würde dann frei werden, als erste Alternative gilt hier der Spanier Javi Martinez.

Genau wie Landsmann Thiago wird aber auch der mit 40 Millionen Euro teuerste Einkauf der Münchner Vereinsgeschichte in Freiburg nicht zur Verfügung stehen.

Martinez kämpft nach wie vor mit Adduktorenproblemen, nach Auskunft seines Trainers ist er "noch nicht ganz fit".

Hoffnung für Kirchhoff

Folglich brachte Guardiola bei der spannenden Frage nach seiner Mittelfeldbesetzung einen ganz anderen Namen ins Spiel: Jan Kirchhoff.

"Wir haben ja auch noch Jan?, betonte der 42-Jährige auf SPORT1-Nachfrage: "Der hat in der Vorbereitung schon öfter im defensiven Mittelfeld gespielt." Und das hat der gelernte Innenverteidiger ordentlich gemacht. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Durchaus möglich also, dass der Neuzugang aus Mainz in Freiburg erstmals von Beginn an in einem Pflichtspiel für die Bayern auflaufen wird.

Lob für Götze, Sonderlob für Ribery

Vor seinem zweiten Saisoneinsatz für den FCB steht auch Nationalspieler Mario Götze.

"Ich war mit seiner Performance zufrieden", kommentierte Guardiola den Auftritt des ehemaligen Dortmunders am Samstag gegen Nürnberg. Im Breisgau wird Götze vermutlich also erneut in der Startelf stehen.

Gleiches gilt für Franck Ribery, der sich in den bisherigen drei Bundesliga-Partien sogar schon ein Sonderlob des Trainers verdient hat.

"Ich habe in diesen zwei Monaten bereits gemerkt, was für ein unglaublicher Spieler Franck ist. Er ist nicht nur für mich persönlich, sondern für den ganzen Verein enorm wichtig", adelte Guardiola den Franzosen.

Starke Bilanz gegen Freiburg

In Freiburg soll Ribery die Bayern nun zum vierten Sieg im vierten Liga-Spiel führen und zugleich die beeindruckende Serie der Münchner gegen den Sport-Club ausbauen.

Seit 17 Jahren ist der FCB gegen Freiburg mittlerweile ungeschlagen, von den letzten 23 Pflichtspielen gegen den SC entschied der Rekordmeister 19 für sich.

"Das bisher war nur der Anfang. Wir wollen unseren Lauf fortsetzen", betonte Guardiola gewohnt siegeshungrig.

Guardiola zollt Badenern Respekt

Respekt vor den Freiburgern hat der Spanier dennoch. Wohl wissend, dass die Münchner in den zurückliegenden Partien in Südbaden nicht gerade die Sterne vom Himmel gespielt haben, erwartet Guardiola ein "sehr schweres Spiel".

Vor den Auftritten der Freiburger in der vergangenen Spielzeit, die mit dem sensationellen Einzug in die Europa League endete, zieht der Bayern-Coach seinen Hut.

Und auch wenn die bisherige Saisonausbeute von nur einem Punkt aus den ersten drei Liga-Spielen diese Aussage nicht gerade belegt, findet Guardiola den "Druck der Freiburger nach vorne unglaublich". Diesem Druck wollen die Bayern standhalten. Ohne Thiago. Und vielleicht mit Kirchhoff.

Voraussichtliche Aufstellung

SC Freiburg: Baumann - Mujdza, Krmas, Ginter, Sorg - Schuster, Fernandes - Schmid, Guede - Hanke (Kerk), Freis

FC Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Schweinsteiger - Robben, Götze, Kroos (Müller), Ribery - Mandzukic

Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)

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