Labbadia (r., mit Bobic) ist seit dem 12.10.2010 Trainer vom VfB Stuttgart © getty

Nach der Pleite in Augsburg lässt der VfB-Sportchef bei SPORT1 ein klares Bekenntnis vermissen. Labbadia muss zum Rapport .

Von Reinhard Franke und Christian Stüwe

Augsburg - Wenige Stunden nach der bitteren 1:2 (1:2)-Niederlage gegen den FC Augsburg (Bericht) begann Fredi Bobic im SPORT1-Fußballtalk "MITTENDRIN" bereits mit der Aufarbeitung der schwierigen Situation beim VfB-Stuttgart.

Der Manager des VfB Stuttgart wirkte gefasster als unmittelbar nach Abpfiff, allerdings immer noch ziemlich ratlos.

"Wenn man null Punkte hat nach drei Spielen, gibt es wenig Erklärungen", sagte Bobic. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zu einem klaren Bekenntnis zu Trainer Bruno Labbadia konnte sich Bobic nicht durchringen.

"Auch in solchen Situationen musst du ruhig bleiben. Ich werde die Dinge analysieren. Es gibt sicherlich Dinge, die mir nicht gefallen", erklärte Bobic vielsagend: "Ich werde das mit den betroffenen Personen persönlich klären. Das zeugt von Respekt."

Fans fordern: "Bruno raus!"

Es dürfte dennoch kein Zweifel daran bestehen, dass Labbadia zum Rapport muss.

Bei den Stuttgarter Fans hat der Trainer jedenfalls keine Kredit mehr.

"Wir wollen euch kämpfen sehen!", riefen die VfB-Anhänger bereits vor Spielbeginn ihrer Mannschaft zu. Je länger das Spiel dauerte, umso lauter wurden im Stuttgarter Fanblock die "Bruno raus"-Rufe.

Doch die Schwaben verloren nur drei Tage nach dem 1:2 in der Europa-League-Qualifikation in Rijeka auch gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Augsburger.

Schicksalsspiel gegen Rijeka

"Wichtig ist immer, dass der Trainer die Mannschaft erreicht", sagte Bobic unmittelbar nach Abpfiff: "Wir haben eine sehr schwierige Situation. Aber ich muss das erst verdauen und verarbeiten, da kann ich jetzt noch nicht die ganz großen Schlüsse ziehen."

Ein klares Bekenntnis für den Trainer sieht anders aus. Das Rückspiel gegen Rijeka dürfte für Labbadia zum Schicksalsspiel werden, sollten die Schwaben die Europa League verpassen, dürfte der Trainer kaum noch zu halten sein.

Philp: "Das war keine Rote Karte"

Noch bitterer dürfte die Niederlage Labbadia schmecken, da seine Mannschaft durch eine Fehlentscheidung von Schiedsrichter Tobias Welz benachteiligt wurde.

Der Unparteiische hatte den VfB in der 70. Minuten mit einer überzogenen Roten Karte gegen den gerade erst eingewechselten Ex-Augsburger Ibrahima Traore nach einem Foul an Ronny Philp geschwächt.

"Klipp und klar: Das war keine Rote Karte. Man kann höchsten Gelb geben", sagte der gefoulte Philp.

Weinzierl ist happy

Augsburgs Coach Markus Weinzierl war derweil froh solchen Ärger nicht kommentieren zu müssen. In Ruhe saß er im Presseraum und genoss den ersten Saisonsieg seiner Mannschaft.

"Zuletzt haben wir nicht schlecht gespielt, aber keine Tore geschossen und keine Punkte geholt. Heute hat bei uns alles gepasst", sagte der Coach.

Und der 38-Jährige fügte hinzu: "Der Druck war da. Drei Punkte nach drei Spieltagen, das ist für den FC Augsburg okay."

Ein Sonderlob gab es von Weinzierl für seinen Torwart Marwin Hitz, der vor der Saison vom VfL Wolfsburg nach Aufsburg kam und für den zuletzt formschwachen Mohamed Amsif den Vorzug erhielt: "Es war heute nicht leicht für ihn, er hat seine Sache aber sehr gut gemacht."

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