Braunschweig tröstet sich nach der dritten Niederlage im dritten Ligaspiel © imago

Nach der dritten Pleite im dritten Spiel ist Lieberknecht tief beunruhigt. Dogan schlägt bei SPORT1 Alarm. Frankfurt beeindruckt.

Von Martin Hoffmann und Jürgen Blöhs

Braunschweig/München - Die Fans waren für Eintracht Braunschweig der einzige Trost.

Die Anhänger des Aufsteigers feierten ihr Team nach dem 0:2 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt (Spielbericht). Obwohl es bereits die dritte Niederlage am dritten Spieltag war (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Fantastisch", fand das Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht, der ansonsten wenig Grund für lobende Worte hatte.

Drei Spiele, null Punkte, 1:5 Tore: Die Auftaktbilanz seiner Mannschaft ist ernüchternd.

"Viel Angst bemerkt"

Lieberknecht sah einen erschreckend schwachen Auftritt, der Fragen nach der Erstliga-Tauglichkeit der Löwen aufwarf.

"Uns fehlt der Mut", meinte Routinier Deniz Dogan gegenüber SPORT1: "Ich glaube, wir sind noch nicht ganz in der Liga angekommen."

Auch der Coach verhehlte am "Sky"-Mikrofon nicht, wie tief ihn die Leistung seiner Schützlinge beunruhigte.

"Insgesamt hatten wir heute wenig Selbstbewusstsein, das bereitet mir jetzt gerade viel Kopfzerbrechen", so Lieberknecht: "In der ersten Halbzeit habe ich viel Angst bemerkt, das kann ich überhaupt nicht verstehen. Wir müssen versuchen, die den Jungs zu nehmen."

Kumbela macht Mut

Einen Hoffnungsschimmer lieferte gegen Frankfurt einzig die Rückkehr des langzeitverletzten Aufstiegshelden Domi Kumbela, dessen Einwechslung den Braunschweigern noch einen sichtbaren Schub verpasste.

"Ich freue mich, dass ich wieder da bin", bemerkte Kumbela bei SPORT1: "Und ich werde mich auch noch steigern."

Dogan hofft, dass die ganze Mannschaft das tut: "Das ist alles eine Kopfsache. Ich bin sicher, wir haben das Potenzial, die Klasse zu halten. Wir müssen den Respekt ablegen."

Veh mahnt: Konzentration hochhalten

Zwei Tore von Alexander Meier (52.) und Stefan Aigner (62.) machten den Fehlstart der Braunschweiger perfekt - und verhinderten zugleich den der Frankfurter, die vorher ebenso punktlos waren.

Einen Beitrag leistete schon der neue Stürmer Vaclav Kadlec, über den Vorstandschef Heribert Bruchhagen bei SPORT1 zufrieden festhielt: "Er hat nach nur dreimal Training gezeigt, dass er eine Verstärkung für uns ist. Er wird mit der Zeit sicher noch stärker."

Besonders bemerkenswert am souveränen Frankfurter Erfolg: Er kam nur zwei Tage nach dem wichtigen Europa-League-Playoff-Duell gegen FK Agdam Karabach und einer 3350-Kilometer-Anreise dazwischen.

Auf das Rückspiel gegen die Karabacher richtete Trainer Armin Veh auch gleich wieder den Blick. "Wer glaubt, dass wir schon durch sind, der irrt. Wir haben zwar in Baku 2:0 gewonnen, aber müssen im Rückspiel noch einmal mit voller Konzentration auftreten", sagte der Eintracht-Coach.

Auch Torschütze Meier warnte bei "Sky": "Wir müssen auch in den nächsten Spielen wieder alles abrufen, um weiter zu punkten."

Braunschweig unter Druck

Ein Rat, den auch die Braunschweiger befolgen müssen, will es ihnen nicht ergehen wie der SpVgg Greuther Fürth in der vergangenen Saison.

Bessere Chancen haben sie womöglich am nächsten Spieltag, wenn es zu einem Nord-Rivalen geht, um den es auch nicht zum Besten steht: den Hamburger SV.

Karim Bellarabi, der aus Leverkusen ausgeliehene Rückkehr hofft, dass sein neues, altes Team dort endlich punktet.

Aber er ahnt, dass dieser Plan davon abhängt, dass die mutlosen Löwen ihre Psyche in den Griff bekommen: "Wir dürfen uns gegen Hamburg bloß keinen Druck machen."

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