Die Krise auf Schalke spitzt sich zu. Erkannt hat das offenbar nur einer. In Saloniki geht es nun um alles oder nichts.

Stimmt die Moral, ist das für sich genommen eine feine Sache.

Man trotzt Rückschlägen, lässt sich nicht hängen, mobilisiert nochmal alle Kräfte. Das ist das Gute.

Allerdings kommt die Moral im Regelfall nur dann zum Einsatz, wenn vorher etwas mächtig schiefgegangen ist. Das ist das Schlechte.

Bei Schalke 04 lieferten sich das Gute und das Schlechte am Samstag einen harten Kampf. Es gab mal wieder kein Happy-End: 1:2 in Hannover. So langsam wird es eng und ungemütlich. Könnte man zumindest meinen.

Doch Trainer Keller, Führungsspieler Jones und die meisten anderen klammerten sich bei der Analyse fast schon krampfhaft an das Gute. An die Moral also, die man gerade in der zweiten Hälfte gezeigt habe.

Trotz der vorherigen Gegentore, der Platzverweise für Kapitän Benedikt Höwedes und Christian Fuchs. Trotz des Schlechten also, das das Gute in diesem Fall bedingt.

Kompliziert? Naja, man könnte auch einfach sagen: Moral holt keine Punkte, schießt keine Tore und ist nichts, an dem man sich festhalten kann.

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Julian Draxler hat das erkannt. Der 19-Jährige (!) redete nach der Niederlage in Hannover als einziger Schalker Klartext, brachte die Krise auf den Punkt. Man möchte Königsblau wünschen, dass er auf offene Ohren stößt.

Sonst wird nicht nur der Weg aus dem Keller der Bundesliga-Tabelle schwierig. Auch die Qualifikation für die Champions League könnte S04 dann wohl abschreiben. 20 Millionen Euro wären futsch.

Im Rückspiel am kommenden Dienstag geht es bei PAOK Saloniki um alles oder nichts. Die Ausgangsposition könnte nach dem 1:1 im Hinspiel besser sein.

Obwohl: Für Keller Co. überwog ja auch nach dieser Partie das Positive. Fragwürdig.

In Griechenland muss der Karren aus dem Dreck gezogen werden. Moral kann da sicherlich nicht schaden. Noch besser wären aber Tore.

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