Am Anfang läuft es beim FC Arsenal noch glänzend für Lukas Podolski. In seiner ersten Saison in England erzelt er in 33 Spielen elf Tore und spielt sich in Windeseile in die Herzen der "Gunners"-Fans. Im zweiten Jahr dann sind es acht Treffer in 20 Partien
Podolski wechselte im Sommer 2012 für 12 Millionen Euro zum FC Arsenal © getty

Der Nationalspieler könnte S04 den Weg aus der Krise ebnen. Möglicherweise hängt sein Transfer aber an der Champions-League-Teilnahme.

Von Tom Vaagt

München - Mit einem Kracher aus der Krise?

Die Spekulationen um einen Wechsel von Nationalspieler Lukas Podolski zu Schalke 04 nehmen weiter an Fahrt auf.

Angeblich könnte der Transfer des 28-Jährigen vom FC Arsenal nach Gelsenkirchen durch ein Leihgeschäft zur Realität werden. Die "Bild" berichtet am Freitag, dass Schalke den früheren Kölner für ein Jahr von den Londonern ausleihen und die Gunners weiterhin einen Teil des Gehaltes übernehmen könnten.

Podolski ist in London derzeit nur Ersatz, möchte auch mit Blick auf die WM 2014 in Brasilien aber unbedingt regelmäßig spielen.

"Poldi kann man nur lieben"

Sowohl der Offensivspieler als auch sein Berater und beide Vereine haben sich zu den Gerüchten bisher nicht geäußert.

Dafür wirbt ein anderer vehement für einen Wechsel Podolskis zu Königsblau: Gerald Asamoah.

"Poldi kann man nur lieben. Seine Art und Weise wie er ist: Er passt zu Schalke", sagte der 34-Jährige im Audi Star Talk (Fr., ab 21.15 Uhr im TV auf SPORT1): "Wenn es jetzt wirklich passieren sollte - es wäre der Hit. Poldi wäre sofort Fan-Liebling."

Schalke gehörig unter Druck

Diese Rolle hatte Asamoah jahrelang selbst inne. Von 1999 bis 2011 trug der Ex-Nationalspieler das Trikot der S04-Profis. Umso besorgter zeigt er sich über die derzeit arg angespannte Situation bei seinem Klub.

"Die Spieler sind alle nur Menschen. Eigentlich sind die Spieler mental stark. Aber man hat gemerkt, dass sie mental an den Sachen der letzten Wochen zu knabbern haben", meinte Asamoah, der bei Schalke inzwischen in der Marketing-Abteilung und als Stand-by-Spieler für die zweite Mannschaft tätig ist:

"Dennoch glaube ich an den Einzug in die Champions League."

Nach dem schwachen 1:1 im Hinspiel der Königsklassen-Qualifikation gegen PAOK Saloniki stehen die Schalker vor dem zweiten Duell bei den Griechen am kommenden Dienstag allerdings gehörig unter Druck.

Zum Weiterkommen braucht der Bundesliga-13. einen Sieg oder ein Unentschieden mit mehr als einem selbst erzielten Tor.

Kampf um 20 Millionen

Dabei könnte auch eine Verpflichtung Podolskis vom Ausgang der Partie abhängen.

Sollte Schalke die Gruppenphase der Champions League erreichen, würde der Verein rund 20 Millionen Euro einnehmen und seinen finanziellen Spielraum gewaltig erhöhen.

Dafür muss allerdings eine Leistungssteigerung her. Vor dem Unentschieden gegen Saloniki blieb S04 in den ersten beiden Bundesligaspielen sieglos und kassierte beim 3:3 gegen den Hamburger SV und dem 0:4 beim VfL Wolfsburg insgesamt sieben Gegentreffer.

Huntelaar lange verletzt

Verstärkungen werden dennoch vornehmlich für die Offensive gesucht. Dort hatte man zuletzt den Brasilianer Michel Bastos an den al Ain Club aus den Vereinigten Arabischen Emiraten abgegeben. Bisher wurde kein Ersatz verpflichtet.

Trainer Jens Keller, der nach dem verpatzten Saisonstart unter Druck steht, beklagte unlängst bereits die fehlende Breite im Kader. Zumal Torjäger Klaas-Jan Huntelaar mit einem Teilriss des Innenbandes im rechten Knie noch rund vier Wochen ausfällt.

Auch Podolski, meist auf dem Flügel zu Hause, könnte den Part an vorderster Front übernehmen. Bei Arsenal kommt der zweimalige WM-Teilnehmer derzeit nicht über die Rolle des Jokers hinaus.

In den ersten beiden Pflichtspielen der Saison stand er insgesamt nur knapp zehn Minuten auf dem Feld.

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