Markus Feulner (r.) spielt seit 2011 beim 1. FC Nürnberg © getty

Markus Feulner spricht vor dem Derby mit dem FC Bayern bei SPORT1 über den Franzosen, den Saisonstart und seine Zeit beim FCB.

Von Christoph Lother

München - Die Franken packt das Derby-Fieber: Der 1. FC Nürnberg tritt zum traditionsreichen Süd-Derby beim FC Bayern an (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm). Der Club ist klarer Außenseiter, glaubt aber an seine Chance gegen den Triple-Sieger.

Einer der Hoffnungsträger der Nürnberger ist Routinier Markus Feulner. Nach einem Schlag auf das Sprunggelenk in der Begegnung gegen Aufsteiger Berlin (BERICHT: Nürnberg - Hertha) wird der 31-jährige rechtzeitig zum Duell mit den Münchnern wieder fit.

Dabei bekommt der ehemalige Bayern-Spieler wohl eine ganz besondere Aufgabe von Club-Coach Michael Wiesinger zugeteilt: Feulner darf sich als Rechtsverteidiger gegen Superstar Franck Ribery probieren (BERICHT: Ribery greift nach Europas Krone).

Im SPORT1-Interview spricht Markus Feulner über seinen französischen Gegenspieler, den Saisonstart mit Nürnberg und seine Zeit bei den Bayern.

SPORT1: Herr Feulner, wird der 1. FC Nürnberg der erste Klub in dieser Bundesliga-Saison sein, der Pep Guardiola Punkte klaut?

Markus Feulner: Das hängt in erster Linie zwar von uns ab, zugleich müssen wir natürlich aber auch hoffen, dass die Bayern noch nicht so richtig funktionieren. Wir wollen ein gutes Spiel machen und die Bayern vor Probleme stellen. Ob sie das zulassen, wird man sehen. Fakt ist: Momentan sind sie absolute Spitze in Europa.

SPORT1: Auf Sie als Rechtsverteidiger kommt mit Franck Ribery ein besonders harter Gegner zu. Wie wollen Sie den Franzosen stoppen?

Feulner: So einen Spieler kann man nicht alleine stoppen. Seine Schnelligkeit, seine technischen Fähigkeiten und seine Dribbelstärke sind bekannt. Dementsprechend muss man versuchen, die Räume zu schließen und ihn nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Man muss als Mannschaft gut verteidigen. Zuletzt ist das gegen Ribery nur wenigen gelungen.

SPORT1: An das 1:1 im Hinspiel der vergangenen Saison dürften Sie sich gerne erinnern. Damals ließen Sie Manuel Neuer mit einem Distanzschuss schlecht aussehen und trafen. Muss Bayerns Keeper erneut vor Ihnen zittern?

Feulner: Daran erinnere ich mich, na klar. Aber auf meiner jetzigen Position werde ich andere Aufgaben haben, die mich schwer beschäftigen (lacht). Wenn sich die Gelegenheit dann doch ergeben sollte, werde ich auch mal aufs Tor schießen.

SPORT1: Sie selbst waren sechs Jahre für den FC Bayern aktiv. Gibt es aus dieser Zeit Erfahrungen, die Ihnen auch heute noch helfen?

Feulner: Auf jeden Fall. Ich habe dort eine sehr gute Ausbildung genossen - taktisch und technisch. Ich hatte eine schöne Zeit dort, für die ich dankbar bin. Sowohl in der Jugend als auch in meinen zweieinhalb Jahren bei den Profis habe ich bei den Bayern viel gelernt.

SPORT1: Die vergangene Saison hat der 1. FC Nürnberg auf Platz zehn beendet - fern vom Abstieg, aber auch fern von höheren Zielen. Ist man mit solch einem Abschneiden beim Club dauerhaft zufrieden?

Feulner: Für uns ist es zunächst einmal immer wichtig, die Punkte gegen den Abstieg zu holen. Wir haben wieder wichtige Spieler verloren und müssen neue integrieren. Mannschaften, die wir in der letzten Saison hinter uns lassen konnten, wie Bremen, Wolfsburg oder auch Stuttgart haben andere Mittel als wir und teilweise auch kräftig Geld in die Hand genommen. So weit sind wir in Nürnberg noch nicht. Wir müssen uns erst noch etablieren und uns öfter so platzieren, dass wir künftig auch mal teurere Spieler verpflichten können.

SPORT1: In den ersten beiden Spielen dieser Saison holte der Club jeweils ein 2:2. Denkt man an das nicht gegebene Tor von Hoffenheim oder den Last-Minute-Ausgleich gegen Berlin, war aber durchaus etwas Glück dabei. Wie bewerten Sie den Nürnberger Saisonstart?

Feulner: Der war schon etwas durchwachsen. Gerade in Hoffenheim hätten wir, wie bereits angesprochen, schon vor der Pause 0:2 zurückliegen können. Allerdings haben wir in beiden Spielen auch viel Moral gezeigt und nach Rückständen jeweils noch einen Punkt geholt. Wichtig für uns wird sein, das Spiel gegen den Ball zu verbessern und dem Gegner nicht mehr so viele Torchancen zu geben.

SPORT1: Michael Wiesinger hat nun seine erste Saisonvorbereitung als FCN-Coach hinter sich. Wie und wo macht sich das für Sie am meisten bemerkbar?

Feulner: Der Trainer will vor allem unser Offensivspiel verbessern und variabler machen. Wir sollen nicht nur bei Standards, sondern auch aus dem Spiel heraus gefährlich werden. Nichtsdestotrotz müssen wir natürlich schauen, dass wir wieder besser und geschlossener verteidigen und nicht jedes Mal zwei Gegentore fressen. Das ist die Basis.

SPORT1: Mit Daniel Ginczek wurde im Sommer ein hochtalentierter Mann verpflichtet, in den große Erwartungen gesetzt werden. Ist er der Spieler, auf den der FCN so lange gewartet hat?

Feulner: Ich denke, von der Sorte hatten wir in den vergangenen Jahren schon einige. Sonst wären sie uns ja nicht weggekauft worden. Aber Daniel hat natürlich schon gezeigt, dass er wichtig für uns sein kann. Er ist schnell und torgefährlich. Solche Stürmer hat jeder Klub gerne in seinen Reihen.

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