Karl-Heinz Rummenigge ist seit 2002 Vorstandsvorsitzender des FC Bayern © getty

Bayerns Vorstandsvorsitzender schaltet auf Angriff und attackiert Völler und Bruchhagen. Der Frankfurt-Boss kontert.

München - Karl-Heinz Rummenigge schaltet auf Angriff.

Im Vorwort des Stadionmagazins zum Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg attackiert der Vorstandsvorsitzende von Bayern München besonders Eintracht Frankfurts Vereinsboss Heribert Bruchhagen in aller Schärfe.

"Ich habe derzeit das Gefühl, dass einige fast schon verzweifelt versuchen, uns am Zeug zu flicken", schrieb Rummenigge an die Fans des deutschen Rekordmeisters.

Anschließend bekommen Bruchhagen und auch Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler ihr Fett weg:

"Ich denke an Rudi Völler und seine Aussage, wir würden den Rest der Liga erdrücken. Und ich denke an Heribert Bruchhagen mit seiner unsäglichen Schnapsidee, den Champions-League-Teilnehmern in die Kasse zu greifen, zum angeblichen Wohl der Liga."

Neid der Besitzlosen?

Bruchhagens Forderung, den Verteilungsschlüssel umzugestalten, empfinde er als "Infragestellen des Solidarpaktes", dem sich der FC Bayern durch die zentrale Vermarktung der TV-Rechte unterwerfe.

Auch hinter der Diskussion um angebliche Fehlentscheidungen des Schiedsrichters Peter Gagelmann (Bremen) beim Bundesliga-Duell der Eintracht mit den Bayern (0:1) vermutet Rummenigge nur den Neid der Besitzlosen.

"Wir stehen rundum mit der Note 1+ da, sportlich wie wirtschaftlich, und das scheint nicht allen zu gefallen und wir sollten aufhören, uns für die guten Leistungen zu rechtfertigen."

Regelmäßige Attacken von Rummenigge

Bruchhagen reagierte bissig, aber in der Sache gelassen.

"Schade, dass er mir das nicht selbst sagt, denn wir haben am Sonntag noch eineinhalb Stunden miteinander gegessen. Unsere und meine Position ist klar, aber ich bin nur ein Vorstandsmitglied der Deutschen Fußball Liga. Ich habe immer gesagt, dass mit dem derzeitigen Verteilermechanismus die Meisterschaft uninteressant wird. Meine Aussagen wurden jedoch fehlinterpretiert."

Nicht der FC Bayern müsse das Geld abgeben, sondern die Europäische Fußball-Union (UEFA) müsse die Verteilung der Millionen aus Champions League anders gestalten.

"Ich habe habe von Herrn Rummenigge schon weit heftigere Prügel einstecken müssen", sagte Bruchhagen, "ich bin schon vor 22 Jahren angegriffen worden. Alle drei, vier Jahre, wenn es um die TV-Gelder geht, wird es kontroverser."

"Länderfinanzausgleich des Fußballs"

Der Solidarpakt, "der Länderfinanzausgleich des Fußballs", war für Rummenigge nicht das einzige Reizthema.

"Wir sind gut aus den Startlöchern gekommen", sagte er nach drei Siegen in den ersten drei Pflichtspielen unter dem neuen Trainer Pep Guardiola - dabei seien aber die "Nonsens-Länderspiele im August alles andere als hilfreich" gewesen.

"Ich bin heilfroh, dass Vernunft eingekehrt ist, und dass es diesen Termin 2014 nicht mehr gibt."

Warnung vor Geisterspielen

In der Diskussion über die Probleme des Klubs mit Teilen der Fanszene warnte Rummenigge vor Geisterspielen.

"Wegen des leidigen Themas Pyrotechnik haben wir von der UEFA bereits die Gelbe Karte erhalten, und nach der Gelben folgt bekanntlich die Gelb-Rote - die eine Platzsperre bedeuten kann."

Solche drastischen Maßnahmen müssten dem Verein und der friedlichen Mehrheit der Fans erspart bleiben.

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