Der SPORT1-Kolumnist erklärt, warum die königsblaue Defensive nicht funktioniert. Mit HSV-Coach Fink hat er Mitleid.

Hallo Fußball-Freunde,

die Schalker müssen sich berechtigte Kritik anhören - besonders die Abwehr. In Wolfsburg hagelte es vier Gegentreffer.

Ich weiß nicht, warum Christian Fuchs momentan hinten links spielt. Das passt nicht so richtig. Er ist offensiv ein sehr starker Spieler, defensiv aber nicht unbedingt der Stärkste.

Und Santana hat in Dortmund lange Zeit nicht gespielt. Jetzt fehlt ihm natürlich die Spielpraxis, außerdem kann er eine Abwehr so nicht zusammen halten.

Davon abgesehen muss man auch von Benedikt Höwedes als Kapitän und Nationalspieler einfach mehr erwarten.

Dennoch muss sich Schalke meiner Meinung nach um die Champions-League-Playoffs gegen PAOK Saloniki keine Sorgen machen.

Auch wenn Huub Stevens auf der anderen Seite sitzt: Das wird für die Spieler kein Problem sein. Ich bin sicher, dass sie sich qualifizieren und dann haben wir vier deutsche Mannschaften in der Gruppenphase. Das ist doch wunderbar.

Das 1:5-Debakel des HSV gegen Hoffenheim verstehe ich nicht.

In der Woche zuvor gab es noch ein 3:3 auf Schalke, das erstmal Euphorie gefördert hat. Ich habe Thorsten Fink nach der Pleite am Flughafen getroffen. Der HSV-Trainer war total am Ende und meinte alles gegeben zu haben.

Ich glaube ihm das. Thorsten weiß ja langsam nicht mehr, wo er ansetzen soll. Jetzt müssen sich die Spieler hinterfragen.

Wenn man sich den Kader ansieht, erkennt man, dass aus der zweiten Reihe wenig Druck kommt. Der Trainer hat kaum Alternativen und ist fast schon gezwungen, mit dieser Aufstellung zu spielen.

In Hamburg haben sie zudem jahrelang den Nachwuchs vernachlässigt. Es kommt von unten sehr wenig nach oben, auch das stellt ein Problem dar.

Und dann muss man auch von Rafael van der Vaart mehr verlangen.

Es reicht einfach nicht mehr, ihn für die Standardsituationen zu haben. Er muss den Nachweis bringen, dass er auf seiner Position torgefährlich ist.

Das ist gerade die Frage: Schafft er das noch? Er muss es schaffen, denn er ist das Aushängeschild und der wichtigste Spieler des HSV.

Es hängt stark von ihm ab, wo der HSV am Ende landet und ob der Klub Erfolg haben wird oder nicht. Das ist für den Niederländer alles andere als eine leichte Aufgabe. Ich sehe das kritisch.

Bis demnächst,

Euer Thomas Helmer

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