Für knapp 20 Millionen Euro wechselte Luiz Gustavo (l.) vom FC Bayern nach Wolfsburg © getty

Unspektakulär, aber ungemein effektiv: Luiz Gustavo zeigt bei seinem Debüt im VfL-Trikot, warum Wolfsburg knapp 20 Millionen Euro nach München überwiesen hat.

Wolfsburg - Luiz Gustavo schoss kein Tor, er hatte keinen flotten Spruch auf den Lippen, und er hielt sich auch bei der Siegesfeier mit den Fans zurück. Der 20-Millionen-Mann bringt vielleicht nicht den großen Glamour nach Wolfsburg, trotzdem hat das berauschende 4:0 (0:0) gegen Schalke 04 (Bericht) bewiesen: Der VfL hat einen neuen Leitwolf.

Der Brasilianer stabilisierte gleich bei seinem Blitzdebüt das Wolfsburger Spiel und bildete mit seinen Landsleuten Naldo und Diego eine Samba-Achse, die auch anderen Gegnern gehörigen Respekt einflößen dürfte.

"Es ist ein schönes Gefühl, das erste Spiel gewonnen zu haben. Es muss in unsere Köpfe, dass wir gut sind und dass wir viel erreichen können", sagte Gustavo.

Gustavo bringt das "Sieger-Gen" mit

Der Ex-Münchner machte direkt deutlich, dass er das viel zitierte "Sieger-Gen" vom Triple-Gewinner FC Bayern mitgebracht habe: "Wir wollen in dieser Saison oben stehen, zumindest will ich das. Ich glaube, meine Kollegen wollen das auch."

Mit Gustavo im Kader sind die Chancen deutlich gestiegen. Gegen Schalke deutete der 26-Jährige an, warum der Werksklub knapp 20 Millionen Euro Ablöse an die Bayern überwiesen hat. Eine Summe, die sich andere Vereine wohl kaum hätten leisten können.

Passquote von 98 Prozent

"Wolfsburg hat viele Möglichkeiten, die sich viele Vereine in der Bundesliga nicht nehmen können", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl dazu im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.

Gleichzeitig lobte er aber auch seinen Wolfsburger Kollegen: "Mit Klaus Allofs hat Wolfsburg einen sehr guten Schritt getan." Der VfL-Manager hatte schließlich auch entscheidenden Anteil am Transfer von Gustavo.

Der Brasilianer agierte bei seinem Debüt in der Schaltzentrale zwischen Abwehr und Angriff unspektakulär, aber ungemein effektiv. Er gewann 68 Prozent seiner Zweikämpfe und glänzte mit einer überragenden Passquote von 98 Prozent.

Standing Ovations

Nach 76 Minuten ließ sich Gustavo, der erst am Freitag von einer Länderspielreise zurückgekehrt war, erschöpft auswechseln. Die Fans erhoben sich von den Plätzen und applaudierten ihrem neuen Hoffnungsträger.

"Ich habe nicht viel geschlafen, aber ich war bereit", sagte Gustavo. Trainer Dieter Hecking war begeistert vom Einstand seines Wunschspielers, der zuvor nur ein Mal mit der Mannschaft trainiert hatte: "Man sieht, dass gute Fußballer nicht viele Trainingseinheiten brauchen. Er hat von Anfang an gezeigt, dass er hier nicht der Star ist, sondern dass er helfen will."

Spielmacher Diego blühte an der Seite seines Landsmannes, der ihn defensiv absicherte und ihm die gewonnenen Bälle sofort weiterleitete, sichtlich auf. "Es ist ein Vergnügen, mit ihm zu spielen. Wir brauchen solche Champions, um nach oben zu kommen", sagte Diego.

Vor allem Diego profitiert

Klaus Allofs ist sicher, dass er mit dem teuersten Transfer der Klubgeschichte auch Diego ein Stück besser gemacht hat: "Natürlich ist es für ihn eine Erleichterung, wenn er so einen Spieler an seiner Seite hat. Das macht vieles einfacher."

Auch für für die anderen Profis, denn das gesamte Team zeigte sich nach dem Fehlstart in Hannover deutlich verbessert.

Stefan Kutschke, der fünf Minuten nach seiner Einwechslung bei seinem Bundesliga-Debüt zum 4:0-Endstand (90.+1) getroffen hatte, meinte: "Mit dem Spiel haben wir die Messlatte ziemlich hoch gelegt." Aber genau das ist der Anspruch von Leitwolf Gustavo.

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