Oliver Sorg spielt seit 2012 für die Profis des SC Freiburg © getty

Der SCF kassiert gegen Mainz die zweite Pleite im zweiten Spiel. Coach Streich bleibt gelassen, Mainz' Müller trumpft weiter auf.

Freiburg - 2:5 Tore, null Punkte und ein Platz im Tabellenkeller - aber Trainer Christian Streich blieb trotz des Fehlstarts des SC Freiburg die Ruhe selbst.

Für seine Verhältnisse fast emotionslos nahm der sonst stets so extrovertierte Coach des Bundesligisten das 1:2 (0:0) gegen den FSV Mainz 05 (Bericht) hin, dann lobte er sein junges Team sogar in den höchsten Tönen.

"Ich bin sehr zufrieden - weil die Jungs das wieder gut gemacht haben", sagte Streich leise und mit heiserer Stimme: "Was wir im Rahmen unserer Möglichkeiten leisten können, haben wir am Samstag wieder gezeigt." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Streich: "Wusste genau, was auf uns zukommt"

Es waren Aussagen, die in Kombination mit dem anspruchsvollen Tanz auf drei Hochzeiten im beschaulichen Breisgau eigentlich die Alarmstufe 1 auslösen sollten.

Aber in Freiburg ticken die Uhren ja irgendwie anders. "Klar kann man jetzt von Druck sprechen", sagte Streich, "aber ich habe mich ganz genau auf die Saison vorbereitet und schon vorher gewusst, was da auf uns zu kommt."

Mit dem DFB-Pokal, der Europa League und dem womöglich drohenden Kampf um den Klassenerhalt wird es wohl ein intensives und nervenaufreibendes Programm wie seit mehr als einer Dekade nicht mehr.

In der Saison 2001/02 war dies zuletzt der Fall, damals endete die Spielzeit mit dem bitteren Gang in die Zweitklassigkeit.

Spieler erkennen Zeichen der Zeit

So weit wollte Streich zwar noch nicht denken, die Zeichen der Zeit haben aber zumindest seine Schützlinge erkannt.

"Natürlich wird es schwer werden, das wissen wir. Und eigentlich brauchen wir Zeit, die wir aber nicht haben", sagte der Schweizer Nationalspieler Gelson Fernandes, der als Neuzugang einen der zahlreichen prominenten Abgänge vor der Saison irgendwie kompensieren soll und muss.

Teamkollege Karim Guede mahnte unterdessen zu weiterer Konzentration, "denn das ist halt die Bundesliga. Da ist jeder Gegner stark. Wir haben uns das anders vorgestellt, aber wir müssen jetzt die positiven Dinge sehen und diese verbessern."

Oder, wie Streich sagte, "nächste Woche wieder sauber trainieren und uns Zentimeter für Zentimeter verbessern".

Mainzer Müller bejubelt seinen Lauf

Vielversprechende Ansätze gab es an jenem Nachmittag im Freiburger Stadion vor 23.100 Zuschauern in der Tat, aus ihrer lange andauernden Überlegenheit machten die Freiburger aber vor allem in der überzeugenden Anfangsphase zu wenig ( 762187 DIASHOW: Die Bilder des 2. Spieltages ).

Mehr als der Anschlusstreffer durch Sebastian Freis (71.) war auch aufgrund der kräftezehrenden ersten Halbzeit bei sengender Hitze nicht drin, ein Doppelschlag durch Niki Zimling (64.) und Jungnationalspieler Nicolai Müller (68.) hatte zuvor die Partie bereits zugunsten der Rheinhessen entschieden.

"Vor der Saison habe ich mir vorgenommen, zehn Tore zu schießen. Im Fußball geht es immer schnell. Ich habe einen Lauf, hoffentlich bleibt es dabei. Nach oben gibt es keine Grenzen", sagte Müller, der an fünf der bisherigen sieben Mainzer Pflichtspiel-Tore in dieser Saison direkt beteiligt war.

Erster Auswärtssieg seit sieben Monaten

In Mainz war die Euphorie nach dem ersten Auswärtssieg seit knapp sieben Monaten dementsprechend groß.

"Zwei Siege aus zwei Spielen sind mehr, als man sich wünschen kann", sagte Trainer Thomas Tuchel, der mit seiner Mannschaft zuletzt am 26. Januar bei der SpVgg Greuther Fürth (3:0) einen Sieg im gegnerischen Stadion gefeiert hatte.

"Ein Auswärtssieg ist immer schwer, aber wir sind jetzt alle erleichtert und zufrieden. In der Bundesliga hängen die Trauben eben sehr hoch, vor allem auswärts", sagte Tuchel.

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